Nicht totschweigen – sondern lebendig drüber diskutieren

Neumünster ist trauriger Weise vor Allem deutschlandweit bekannt für Clubs wie den Club 88 und Titanic. Beide Clubs stellen Treffpunkte für rechtsradikale Gruppen da.

Umso erfreulicher scheint es, dass die Bürger der Stadt sich dieser unbequemen Problematik stellen und neben runden Tischen gegen Gewalt sowie Bürgerbündnissen auch mit öffentlichen Veranstaltungen das Thema Rechtsextremismus aufgreifen.

Unter dem Motto „Rechtsextremismus vor der Haustür- was tun?“ diskutierten Neumünsteraner und Gäste von außerhalb zu dieser Thematik. Allerdings verlagerte sich im Laufe des Abends der Diskussionsschwerpunkt deutlich:

Bedingt durch die im Raum anwesenden Mitglieder der Motorradgruppe „Bandidos“ entstand bei einigen Gästen eine „Atmosphäre der Angst“. Zwar schalteten die anwesenden Vertreter der Motorradvereinigung sich in die Diskussion ein, stellten sich aber nicht entschieden gegen rechte Einstellungen und Aktionen.

Nach einem spannenden und tiefgründigen Beginn der Diskussion endete die Diskussion mehr in einer privaten Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Bürger- und Interessengruppen aus Neumünster- schade. Eine Lösung oder ein Fazit lässt sich aus dieser thematisch äußerst interessanten Debatte nicht ziehen.

Ein Lichtblick: Die Darstellung eines Schulprojektes zeigt, wie man die Jugend vor extremistischen Tendenzen bewahren kann. In diesem Projekt, „Schule ohne Rassismus“, kontrollieren die Schüler einander. Dabei soll hauptsächlich auf antisemitische, rassistische oder ausländerfeindliche Aussagen, Sprüche, Gedankengänge oder Taten hingewiesen und die stets primitive Argumentation rechter Ansichten erklärt und korrigiert werden.

Wir Jusos Schleswig Holstein begrüßen das Projekt der Schule, eine offene Diskussion zum Thema Rechtsextremismus und fordern zu diesem Thema landesweite und öffentliche Veranstaltungen. Neben Neumünster gibt es weiter rechte Brandherde wie zum Beispiel Eutin, Lübeck, Pinneberg und Kiel. Im grundlegend besteht allerdings landesweit aufklärungsbedarf. Angesichts der Tatsache, dass 15% aller Schleswig HolsteinerInnen mit rechten Ansichten sympathisieren, kann man wohl sagen, dass es sich hier um eine Bedrohung der Demokratie und Freiheit handelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.