HartzIV+ – Für Ihre Gesundheit und sowieso

Ich hab dieser Tage ein neues Wort gelernt: HartzIV+. Und ich muss sagen ich bin begeistert. Die Kreativität und Finesse, die Ursula von Leyen bei der Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts gezeigt hat, sind beindruckend.

Hatten noch im Februar etliche Sozialromantiker das Urteil gefeiert und ihre verqueren Ansichten bestätigt gesehen, knallt ihnen HartzIV+ doch endlich eine ordentliche Ladung vor den Bug. War doch schon für jeden der das Urteil gelesen hat klar, dass die Richter nie mehr Geld verlangt hatten. Der Regelsatz sollte nur endlich einmal transparent berechnet werden. Der Regelsatz für Kinder dürfe auch nicht einfach so pauschal bestimmt werden. Heißt nicht man müsse den lieben Kleinen die vierte Playstation kaufen.

Vor allem kritisierten die Richter, dass Bildungsausgaben bei der Berechnung der Kindersätze nicht berücksichtigt werden. Es ist sicherlich richtig, dass Bildung zu einem menschenwürdigen Leben dazugehört. Aber eine Anhebung der Kinderregelsätze rechtfertigt dies natürlich nicht. Kinder sind augenscheinlich kleiner als Erwachsene. Folglich muss dieses zu niedrigeren Preisen für Kleidung führen. Selbstverständlich proportional zur Körpergröße. Zudem nehmen Kinder selbstverständlich weniger Nahrung auf als Erwachsene. All dies führt zu dem logischen Schluss, dass die Kindersätze auf einem vollkommen ausreichenden Niveau liegen. Selbstverständlich komplett transparent berechnet.

Und überhaupt das Problem der Bildungsausgaben wird elegant und wirtschaftsfreundlich gelöst: Staatlich bezahlter Nachhilfeunterricht. Die alternative Verbesserung des Bildungssystems würde nur eine Erhöhung der Staatsquote bedeuten und das ist ja praktisch Kommunismus. Ganztagsschulen und eine Schule für alle sind doch Erfindungen Stalins. Das zeigt doch die erfolgreiche individuelle Beschulung nach Leistung in Bayern. Die dortigen Gymnasien haben bei der PISA-Studie fast das Niveau der finnischen Schulen erreicht.

Zu begrüßen ist auch, dass Alkoholiker und Zigarettenjunkies endlich nicht mehr staatlich subventioniert werden. Es ist komplett unverständlich, dass bei der alten Berechnung Ausgaben für Tabak und alkoholhaltige Getränke berücksichtigt wurden. Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder Bezieher von Arbeitslosengeld II auch raucht und trinkt. Die positive Diskriminierung dieses Teils der Betroffenen ist nicht länger hinnehmbar. Was fängt man denn, als unbedarfter Mensch, schon mit diesem Geldregen an? Und überhaupt ist das doch staatlicher subventionierte Wettbewerbsverzerrung.

Letztlich kann man doch nur ein positives Fazit über die geplanten Änderungen ziehen. Bessere Bildung für die Kleinen, mehr Geld für die Nachhilfeindustrie, ein gesünderes Leben für Großen und endlich die totale Transparenz. Danke Uschi. Ein echtes Plus.

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2 Antworten zu “HartzIV+ – Für Ihre Gesundheit und sowieso”

  1. Zubbi sagt:

    Das ist doch murks was du da erzählst!

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