Herr Minister, es ist murks.

Gestern wurde das neue Schleswig-Holsteinische Schulgesetz verabschiedet. Was kann man noch zu diesem Gesetz sagen, dass nicht schon gesagt wurde? Die Kritik ist und bleibt vernichtend.

Ich würde der Koalition gerne vorwerfen, sie verfolge einen Plan um die Erfolge der letzten Jahre zurückzuschrauben. Aber ich kann es nicht. Ein Plan sieht anders aus. Dieses Schulgesetz ist eher ein: „Mach doch was du willst. Ich weiß eh nicht, wovon ich rede.“

Das der Herr Bildungsminister Klug nicht wirklich weiß, was er tut, ist mittlerweile wohl allen klar. Das allein ist schon ein Armutszeugnis. Angela Merkel sitzt alles aus, was sie nicht lösen kann. Das wäre in diesem Fall ein klarer Fortschritt.

Das wirklich Dreiste an diesem Gesetz ist, dass dort zwei Parteien etwas beschließen, die keine Mehrheit bei der Wahl bekommen haben und nur noch dank einer großzügigen Gnadenfrist regieren dürfen. Die FDP wird wahrscheinlich nicht mal in den Landtag einziehen und Kubicki höchstens APO-Führer.

Es beschleicht einen das Gefühl, als wäre dieses Gesetz eine Trotzreaktion. Bevor jemand anders an die Schulen in Schleswig-Holstein bestimmt, mach ich sie lieber kaputt.

Es ist nicht so als könnten wir uns Stillstand im Bildungssystem leisten. Wir verlieren weiter an Boden. Die Bildungsminister müssten sich am Riemen reißen und machen. Bundesweite Ganztagsschulen, schnell zwei einheitliche Schulformen, die Beseitigung von bürokratischem Hickhack, wenn Schüler in anderen Bundesländern zur Schule gehen und vor allem Unterricht der die Stärken und Interessen der Schüler fördert und nicht mit dem Trichter Fakten einflößt, die sowieso erbrochen werden.

Langfristig (ich bin noch jung und naiv: 15 Jahre) brauchen wir die Vision, das beste Schulsystem zu erreichen. Ein Schulsystem das nicht sortiert, sondern fördert und zum eigenständigen Denken animiert. Alle die einwenden, wir müssten vor allem Wettbewerbsfähig sein: Wie die Wirtschaftskrise gezeigt hat, wäre denken sehr wirtschaftsfreundlich.

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