Eine peinliche Debatte

Eine „Hexenjagd“ fand heute im Bundestag statt. Das Opfer: Der Minister der Verteidigung. Zweimal, zuerst in einer Fragestunde und dann einer aktuellen Stunde, wurde er von der Opposition aufs unfreundlichste Angegangen. Keine Rücksicht wurde auf Ihn genommen.

Hat das politische Berlin nichts Besseres zu tun? Die Neuregelung des ALG II ist noch nicht in trockenen Tüchern, hunderte Kinder in diesem Land haben keine warme Mahlzeit und in Nordafrika folgt Revolution auf Revolution. Aber womit beschäftigt sich der Bundestag? Mit der Demontage des Lieblingspolitikers der Deutschen.

Und voll war es, wie bei namentlichen Abstimmungen. Das wollte sich niemand entgehen lassen, diesen Spaß. Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Endlich konnte man es diesem hochnäsigem Medienliebling heimzahlen. Jürgen Trittin ist zu Höchstform aufgelaufen und das Herz eines jeden KTG-Hassers ging auf.

Eine Hinrichtung wurde da im Parlament zelebriert, ein Schlachtfest. Alles Taktik der Opposition um der Star der Union zum Fall zu bringen. Inszeniert und nach allen Regeln der Kunst aufgeführt.

Es entsprach nicht der Würde des Deutschen Bundestages. Solche Szenen sollten sich in einem Parlament nicht abspielen. Es ist ein Skandal, dass unter diesen Umständen eine solche Treibjagd nötig ist. Wir reden nicht über einen Fehler, wir reden über vorsätzliche Täuschung. Er hat getäuscht und gelogen. Wie kann ein Mann davon ausgehen, dass er noch die moralische Autorität besitzt irgendein politisches Amt zu bekleiden.

Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, weshalb Willy Brandt, weshalb Björn Engholm oder auch Cem Özdemir zurückgetreten sind, dann bekommt man die Krätze. Es ist ein Skandal, dass man Guttenberg überhaupt auffordern muss zurückzutreten. Diese Debatte ist unsäglich. Dieses Land hat Besseres zu tun.

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2 Antworten zu “Eine peinliche Debatte”

  1. Gisela Teuchert-Benker sagt:

    Artikel gefällt mir.
    Eine Frage:
    Was ist eine „mundwillige Täuschung“?
    Zweitletzter Absatz, Ende der mittleren und Beginn der zweitletzten Zeile.

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