Das Problem mit der Mathematik. Oder: Wie zerstöre ich politische Legitimität?

Wahrscheinlich hat niemand ernsthaft mit einem Ergebnis im Sinne der Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner Schleswig-Holsteins gerechnet, als der von der CDU dominierte Wahlkreisausschuss seine Arbeit aufnahm. Dass es jedoch so schlimm werden würde war nicht abzusehen. Exemplarisch führt die Union mit ihrem in Wahlfurcht verharrenden Juniorpartner vor, wie man die Demokratie zum Spielball parteipolitischen Interesses macht. Bedauerlicherweise beteiligt sich der SSW in falsch verstandener Solidarität zum oft beschworenen ländlichen Raum.

Eben diesen will die CDU mit abstrusen Wahlkreiskonstruktionen schützen. So wird zukünftig eine Abgeordnete oder ein Abgeordneter von der Westküste 65.300 EinwohnerInnen vertreten, ein oder eine LübeckerIn hingegen 97.000. Wer sich mit der mathematischen Realität auseinandersetzt wird unschwer feststellen, dass somit aufgrund der Einwohnerentwicklung schon bald neue Aufteilungen nötig werden. Grade Lübeck scheint den schwarz-gelben Mauschlern dabei ein besonderer Dorn im Auge gewesen zu sein. Ein Schelm, wer nach den vergangenen Ereignissen Böses dabei denkt…

Doch damit ist der Sinnlosigkeit noch längst nicht genug getan, schlägt doch der Wahlkreisausschuss die ostholsteinische Kreisstadt einem Plöner Wahlkreis zu, oder zerteilt die Stadt Schwentinental sauber zwischen zwei Wahlkreisen. Auf der Karte betrachtet sieht man nun einen Plöner Wahlkreis, der von Kiel bis Lübeck reicht. Selbst für schwarz-gelbe Verhältnisse ist dies ein miserables Ergebnis. Setzen, Sechs!

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