Abi- und nun?

Für tausende Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein läuft die Prüfungsphase auf Hochtouren.  Im Mai ist dann mit dem Abitur für viele junge Menschen die erste Hürde zum Studium geschafft. Und dann?

Es gibt mittlerweile eine Unzahl an möglichen Studiengängen und der allgegenwärtige Fachkräftemangel schafft Hoffnung auf eine rosige Zukunft nach dem Studium.

Aber die Situation an den Hochschulen ist ernüchternd:

 

Die Anzahl der Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, ohne dass die Hochschulen angemessen darauf reagiert hätten. Die Folgen dessen konnte man 2011, im Jahr der Doppelabschlüsse, besonders deutlich spüren. Überfüllte Hörsäle, harsche Konkurrenz und ein Ringen um die begehrtesten Praktika sind nur ein Bruchteil der Konsequenzen aus konsequenter Vernunftsmissachtung der schwarz-gelben Bildungspolitik.

Nichtsdestotrotz redet man sich die Situation an den Hochschulen schön und findet viele „kluge“ Formulierungen, um den Bildungsnotstand im Land zu verschleiern. Aber mit genau solch haltloser Faktenhurerei muss Schluss sein!

 

Die aktuellen Hochrechnungen der Kultusministerkonferenz sprechen Bände. Bis 2020 werden bundesweit  an den Hochschulen nahezu 10 Mrd. € fehlen, um genug Plätze in Bachlorstudiengängen für alle Interessierten zu stellen!

Das gespart werden muss ist klar, das ist vernünftig, aber mit der Bildung junger Menschen derlei Schindluder zu betreiben sollte allen Verantwortlichen die Schamesröte ins Gesicht treiben!

Zu einer Verbesserung des Studiums gehört neben ausreichender Zahl an Möglichkeiten auch eine solide Infrastruktur. Denn junge Menschen brauchen auch bezahlbaren Wohnraum, Mensen, sowie Lern- und Beratungsmöglichkeiten.

Gerade für Kinder aus Arbeiterfamilien aber ist ein Studium oftmals nicht zu bezahlen, auch wenn das Experiment Studiengebühren bereits in den letzten Atemzügen liegt, sind die Lebensunterhaltskosten enorm. Gerade bei Eltern mit geringem Einkommen, wird es schwer ohne Nebenjob oder Stipendium ein eigenständiges Leben zu führen.

 

Die Jusos fordern deshalb schon seit Jahren ein flexibleres, elternunabhängiges Konzept zur Finanzierung. Ein Studium, egal welcher Art, ist ein Vollzeitjob und so sollte auch der Kopf frei sein, um sich mit vollem Fleiß den Studien zu zuwenden!

Egal für welchen Lebensweg Du dich ab Mai entscheidest, wir begleiten Dich auf deinem Weg. Denn am 6.Mai werden die ersten Weichen für eine gerechte Bildungspolitik gestellt!

Nur gemeinsam können wir das Ruder rumreißen, Segel setzen und den maroden Kahn des Käpt´n Klug wieder auf den richtigen Kurs bringen, damit wir Nordlichter auch in der Bildung wieder strahlen können!

2 Antworten zu “Abi- und nun?”

  1. Niklas sagt:

    Lieber Yannick,
    deine Kritik in allen Ehren. Mit Sicherheit liegst du mit deiner Beschreibung bzgl. der Studienumstände richtig. Diese Problematik findet sich wohl nicht nur im tiefen Norden, sondern bundesweit. Doch wäre es für mich sehr interessant zu erfahren, wie deine Lösungsvorschläge konkret aussehen. Auch sprichst du ja lediglich die „äußeren“ Umstände eines Studiums an, wobei eine inhaltliche Auseinandersetzung dessen, was innerhalb des Studium vermittelt wird – vor allen Dingen, wie es vermittelt wird – nötig wäre. Hierbei darf der wissenschaftliche Grundgedanke eines Studiums nicht vernachlässigt werden. Hinzu kommt auch die Frage nach den Gründen, weshalb immer mehr junge Menschen zum einen Abitur machen und zum anderen keinen Ausbildungsberuf erlernen möchten, sondern die akademische Laufbahn wählen. Vielleicht magst du dir darüber ein paar Gedanken machen.
    Einen herzlichen Gruß, Niklas

  2. Yannick sagt:

    Hallo Niklas,

    sehr gerne werde ich auch das Thema aufgreifen. Ich stimme dir voll und ganz zu, dass die inhaltliche Problematik nicht außer Acht gelassen werden darf. Gerade der Bologna-Prozess hat einiges ins Rollen gebracht.
    Dieser Blog sollte allerdings nur einen kleinen Einstieg geben, was die Rahmenbedingungen für Abiturienten und Erstsemester angeht.
    Gerne greife ich deine Anstöße in einem weitren Blog auf.

    Herzlichst
    Yannick

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