Sind wir denn nicht alle gleich?

Seit 2008 begehen auch wir in Deutschland den Equal Pay Day. Wir fordern etwas, das eigentlich in einem Staat wie Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein sollte:
Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit.

Fakt ist jedoch, dass die Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen immer noch 23 Prozent beträgt.
Sind wir nun doch nicht alle gleich?
Auf der einen Seite verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 23 Prozent (europäischer Durchschnitt: 18%) weniger und auf der anderen Seite steht eine stockkonservative Familienministerin, die zwar den Equal Pay Day unterstützt, aber sich gegen Quotierungen und für „Herdprämien“ ausspricht. Die Ursachen werden dabei scheinbar ignoriert oder als unveränderbar erklärt.
Es gibt also einen Unterschied, der 23 Prozent ausmacht?
Zum einen werden viele Frauen noch immer durch tradierte Rollenbilder ausgebremst, die alleinige Zuordnung der Reproduktionsarbeit scheint für viele eine selbstverständliche und endgültige zu sein und eine stereotype Berufswahl bringt viele Frauen in prekäre Arbeitsverhältnisse. Das liegt wohl kaum an irgendwelchen Kompetenzen, die nur Männer haben. Vielmehr beginnt dieses Problem bei der nicht hinterfragten Zuordnung zur Reproduktionsarbeit und zeigt sich bei der Berufsberatung genau so deutlich, bei der Frauen eine Kompetenz in den sogenannten „Frauenberufen“ zugesprochen wird. An dieser Stelle finden wir auch einen der Hauptgründe, warum Frauen – oft auch trotz Erwerbstätigkeit – in Armut leben müssen.

Werfen wir einen Blick auf die Statistiken der Schulen und Universitäten, können wir feststellen, dass junge Frauen in der Regel bessere Schul- und Universitätsabschlüsse machen. Auch ist zu beobachten, dass der Lohnunterschied bei jüngeren Frauen deutlich geringer ist als bei Frauen ab 55. Zu begründen ist das zum einen mit dem neuen Selbstverständnis junger Frauen und zum anderen damit, dass vor einigen Jahren eine durch Schwangerschaft bedingte Arbeitsunterbrechung schwerwiegender war als heute. In Anbetracht dessen könnte man meinen, Lohnunterschiede würden sich selbst binnen der nächsten Jahre lösen – aber reicht uns das? Natürlich nicht! Es gilt, jetzt zu handeln, in die Fußstapfen großer Feminist_innen zu treten und für das Recht auf gleiche Bezahlung zu kämpfen! Schließlich gibt es seit 1958 das Gleichberechtigungsgesetz, das viele Instrumente zur Gleichstellung legitimiert.

An dieser Stelle seien noch einmal einige unserer jungsozialistischen Forderungen genannt:
Wir fordern einen Mindestlohn von 8,50 Euro in allen Branchen!
Ein Mindestlohn würde vor allem die Gehälter derjenigen Frauen heben, die im Niedriglohnsektor tätig sind – er würde die Gehaltsdifferenz erheblich verringern.
Wir fordern das Verbot von Lohndiskriminierung!
Es müssen Mittel gegeben sein, mit denen man Verstöße und ungleiche Behandlung sanktionieren kann!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Equal Pay Day 2012 – auf dass wir sobald wie möglich jeden Tag zum Equal Pay Day machen können!

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