Politikwechsel nur mit rot-grün!

Wahlkampfauftakt der Grünen im MAX in Kiel: Musik, Slam-Poetry und Spitzenkandidat Robert Habeck. Kein einziger Bundespolitiker, scheinbar herrscht beim Rückenwind aus Berlin angesichts der aktuellen Personalquerelen gerade Flaute. Und auch sonst spricht niemand außer der grünen Nummer eins. Das Ganze ist inszeniert wie ein Popkonzert, Habeck wechselt zwischen Hauptbühne und kleinem runden Podium in der Menge und zum krönenden Abschluss – allen Ernstes Stagediving! Schleswig-Holsteinische Landespolitiker scheinen einen gewissen Hang zum Größenwahn zu haben.

Der Innenraum des MAX ist folgerichtig auch nur mit Plakaten des Spitzenkandidaten, grünen Stellwänden und Regenschirmen geschmückt. Die Wände und das restliche Interieur aber sind rot. Ob diese Symbolik gewollt war, sei dahin gestellt, aber auch in seiner Rede gibt Habeck ein klares Bekenntnis zu rot-grün, ausdrücklich als auch inhaltlich: Bildung, Energie, Finanzen. Politik könne nicht nur aus Sparen bestehen, sondern müsse auch gestalterischen Anspruch haben und auf eine Verbesserung der öffentlichen Daseinsvorsorge gerichtet sein. Das klingt in meinen Ohren und denen der anwesenden Jusos gut. Die CDU habe sich immer nur dann in die richtige Richtung bewegt, so Habeck weiter, wenn Ereignisse wie Fukushima oder die Grünen sie in den Allerwertesten getreten hätten. Ein ausgestreckter Hintern sei aber kein überzeugendes Koalitionsangebot für die Grünen. Und – wie z.B. bei der Haushaltskonsolidierung – auch kein überzeugendes Angebot für die Wählerinnen und Wähler, möchte man als Juso noch ergänzen. Aber Habeck beschränkt sich lieber auf Lästereien gegen die Kampagne der Konservativen: Die beauftragte Werbeagentur habe den exakt gleichen Hintergrund der Plakate auch noch für eine Balisto-Werbung benutzt. Peinlich! Und wie de Jager mit verschränkten Armen auf den Plakaten wirke sowieso.

Im Vergleich dazu bleiben die Seitenhiebe auf die SPD harmlos: Man solle nicht meinen, dass eine Wahl mit Lkw-Ladungen von Schokoherzen gewonnen werden könne. Das war dann auch schon alles. Wie schön, dass wir auch ein überzeugendes und breit diskutiertes Regierungsprogramm sowie einen beliebten Spitzenkandidaten haben, denke ich mir. Und wie die Schokoherzen im Wahlkampf ankommen, werden wir ja noch sehen. Die Grünen werden übrigens Kondome verteilen, wie mir jemand hinterher verraten hat. Das ist ja auch super kreativ!

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