Mal wieder nichts verstanden, Frau Schröder!

Dummheit ist auch eine natürliche Begabung. Das wusste bereits Wilhelm Busch. Demgemäß wäre die “Familien- und Frauen”-Ministerin (so wird ihre derzeitige “Tätigkeit” beschrieben) wohl ausgesprochen überdurchschnittlich begabt. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Mein Verstand ruft laut auf: Betreuungsgeld?! Nein, Danke! Doch ehe erläutert wird, warum das Betreuungsgeld jeglichem politischen Verantwortungsbewusstsein entbehrt und völlig sinnfrei ist, folgt zuerst ein kurzer Abriss zu “Was ist das Betreuungsgeld?“.

Was ist dieses Betreuungsgeld überhaupt?

Schröder erachtet das Betreuungsgeld (zutreffender: Herdprämie) als Maßnahme für die Förderung von Familien und als die Schaffung von vermeintlicher Wahlfreiheit. Auf der Internetseite www.betreuungsgeldaktuell.de findet sich folgende Definition wieder:

Das Betreuungsgeld ist eine Geldleistung des Staates an die Eltern, also an Mütter und Väter, die sich in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Hause in Vollzeit der Erziehung widmen. Es ist für Eltern gedacht, die ganz bewusst keinen Krippenplatz, also keine Kindertagesstätte in Anspruch nehmen wollen.”  

Ab Januar 2013 soll eine Zahlung von 100€ monatlich also an die Eltern erfolgen, die ihr Kind nicht außer Haus betreuen lassen, sondern dies selbst übernehmen.

 

Hat das Betreuungsgeld einen Nutzen?

Nein. Es dient eher als Instrumentarium, um familien- und frauenpolitisches Versagen unter dem Stichwort “Entscheidungsfreiheit für Eltern” zu verstecken. Denn eine reelle Entscheidungsfreiheit ist nur dann gegeben, wenn es genug gute Kitas mit ausreichenden Betreuungsplätzen und -angeboten gibt. Die derzeitige Lage attestiert  eine gegenteilige Bilanz: der Rechtsanspruch, auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr, der ab 2013 Geltung erlangen soll, kann nach momentanem Stand nicht für jedes Kind gewährleistet werden. Statt dieser traurigen Situation durch Investitionen in den Kitaplatzausbau Einhalt zu gebieten, wird durch das Betreuungsgeld Geld auf unsinnige Weise verheizt. Hinzu kommt, dass beispielsweise das Betreuungsgeld Eltern, die Hartz IV beziehen, in keinster Weise unter die Arme greift, denn sie müssten die 100 € in voller Höhe auf ihr Einkommen anrechnen lassen. Das war’s dann wohl mit der Unabhängigkeit im Hinblick auf Wahlmöglichkeiten.

Das Argument, dass die Auszahlung von Betreuungsgeld den Staat weniger kosten würde als die Schaffung von Krippen- und Kitaplätzen, erachte ich als oberflächlich und als impertinente “Zahlenschieberei”. Es wird vollends verkannt, was für gute und wertvolle Arbeit in den Kitas im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes geleistet wird! Gerade in Zeiten, in denen über mangelnde Integrationsarbeit debattiert und über gute Förderung unabhängig der (sozialen) Herkunft gestritten wird, ist das Betreuungsgeld geradezu Gift. Gerade im jungen Alter sind Kinder offen für Forderung und Förderung. Wenn sich alle Parteien neuerdings mit dem Spruch “Kein Kind darf zurückgelassen werden” rühmen, so ist meines Erachtens nach die logische Konsequenz daraus, Kinder u.a. zu fördern. Und das geschieht nur mit qualitativ guter (und kostenfreier!) Betreuung, in der Kinder unterschiedlicher Kulturkreise im jungen Alter zusammenkommen und lernen, dass Herkunft und soziale Abstammung irrelevant sind für das Miteinander. Gute Betreuung, die Kinder pädagogisch wertvoll und spielerisch fördert und durch frühkindliche Bildung gute Chancen aufbaut, ist das, was wir brauchen und benötigen! Wir brauchen kein Betreuungsgeld, das Kinder von Gemeinschafterziehung fernhält und insbesondere jungen Müttern den Wiedereinstieg ins Berufsleben verbaut! Bereits der jetzige Erziehungsurlaub macht es Frauen nach der Geburt immens schwer, den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu vollführen. Die Herdprämie würde hier keine Abhilfe schaffen, sondern diesen Wiedereinstieg als noch schwerer gestalten. Dies wirkt der angestrebten Geschlechtergleichstellung komplett entgegen!

Es muss vielmehr der Wiedereinstieg für junge Mütter durch gute Betreuungsangebote erleichtert werden. Die vorherrschende Meinung, dass bei arbeitenden Müttern das Mutter-Kind-Verhältnis leide, muss endlich aus den Köpfen raus. Frauen haben das gleiche und selbstverständliche Anrecht, Karriere zu machen und eine Familie zu haben. Das ist die wahre Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das sollte vielleicht jemand Frau Schröder genauer erläutern, denn offenbar hat sie die Bedeutung ihrer Tätigkeit noch nicht ganz verstanden. 

Wer “Ja” guter Betreuung und “Nein” zum sinnlosen Betreuungsgeld sagt, kann seine/ihre Unterstützung hier kund tun:

http://www.neinzumbetreuungsgeld.de/.

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