Mölln 1992: 20 Jahre danach – Rassismus konsequent entgegentreten!

Die folgende Resolution wurde vom Juso-Bundeskongress am 16.November 2012 einstimmig beschlossen:

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 griffen zwei Neonazis zwei Wohnhäuser in Mölln mit Molotow-Cocktails an. Die beiden 10 und 14 Jahre alten Mädchen Yeliz und Aise Yilmaz sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan starben im Feuer, im zweiten Haus wurden neun Menschen schwer verletzt. Noch während das Feuer gelöscht wurde, gingen Bekenner_innenanrufe bei der Polizei ein, die mit “Heil Hitler” endeten. Die Täter waren inspiriert durch die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda.
Nicht nur die erneuten Hakenkreuz-Schmierereien in Mölln Anfang November 2012 oder die Morde des “Nationalsozialistischen Untergrunds” zeigen uns, dass die Kette rechtsextremistischer Morde, Gewalttaten und Übergriffe nicht abzureißen scheint. Vielmehr scheinen die rechtsradikalen Aktivitäten seit einigen Jahren wieder zuzunehmen.
Die Anschläge von Mölln reihen sich in die Vielzahl der rassistischen und menschenfeindlichen Anschläge der 90er Jahre ein und zeigen uns: Neonazismus und Rassismus waren keineswegs nur ein Problem in Ostdeutschland! Es hat uns aber auch gezeigt, wie offen Rassismus geäußert und in die Tat umgesetzt wird.  Nun jähren sich die Anschläge in diesem Jahr zum 20. Mal und wir müssen uns fragen: Was hat sich verändert?

Das Vergangene ist nicht tot, es ist noch nicht einmal vergangen.
Man geht mittlerweile von 182 Toten durch Nazis aus. Das hat uns gezeigt: Niemand ist vor den Gewalttaten der Nazis sicher – auch heute nicht. Für uns bedeutet es konkret, dass wir den Kampf gegen Rechts entschlossen fortsetzen müssen und dass die Erinnerung an all diejenigen, die ermordet wurden, nicht vergehen darf.

Rassismus tötet – Mölln ist kein Einzelfall!
Wir müssen nicht nach Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen oder Mölln schauen, um zu sehen, dass Rassismus tötet und menschenfeindliches Gedankengut sich durch alle Kreise der Gesellschaft zieht. Wir stoßen überall und in den unterschiedlichsten Situationen auf Ressentiments und Stigmatisierung. Wir tragen eine Verantwortung, immer wieder aufzuzeigen, dass es sich eben nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass sich Übergriffe wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Dem gilt es, entschieden entgegenzutreten!

Gemeinsam leben – Die Internationale Begegnungsstätte
Vielerorts wird die Erinnerung aufrecht erhalten. Als Zeichen der Demokratie und des Miteinanders ist das angezündete Haus in Mölln mittlerweile eine internationale Begegnungsstätte für interkulturelles, demokratisches Zusammenleben geworden. Sie bietet Raum, dem Geschehenen zu gedenken und mahnt vor jedem aufkeimenden Rassismus.
Es ist unsere Aufgabe, als Jusos Rassismus schon in seinen Anfängen zu bekämpfen!

 

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