Reform der Lehrer_innenbildung nicht übers Knie brechen

Zu den aktuellen Planungen der Reform der Lehrer_innenausbildung an Schleswig-Holsteinischen Hochschulen erklären Marius Sibbel, Geschäftsführer der Juso-Hochschulgruppe Kiel, und Alexander Wagner, Juso-Landesvorsitzender:

In den Gremien der CAU wird momentan eine umfassende Reform der Lehrer_innenbildung diskutiert. Der breiten Studierendenschaft sind die konkreten Pläne erst in der aktuellen Woche bekannt geworden. Diese sehen unteren anderem die Einführung eines Praxissemester im Master vor, welches das bisherige vierwöchige Praktikum ablösen soll. Generell gibt es eine Verschiebung von der Fachwissenschaft hin zur Fachdidaktik und Pädagogik. Aufgrund des Wegfalls vieler fachwissenschaftlicher Inhalte soll in der Masterarbeit nur noch ein Thema mit Didaktikbezug zugelassen werden.

Schon in der kommenden Woche soll der Konvent der philosophischen Fakultät eine Entscheidung treffen. So wären Fakten geschaffen, ohne dass die Lehramtsstudierenden im Vorfeld  effektiv beteiligt wurden. In der Studierendenschaft werden die geplanten Änderungen jedoch durchaus kritisch gesehen. Diese Eile ist aus unserer Sicht nicht förderlich. So eine Reform darf nicht über das Knie gebrochen und schon gar nicht im kleinen Kreis auf den Weg gebracht werden. Zu groß ist die Wirkung für viele tausend Lehramtsstudent_innen der nächsten Jahre.

Wir fordern das Präsidium und das Wissenschaftsministerium daher auf, eine Entscheidung im anstehenden Konvent zu vertagen und die Bedenken an der Reform mit den Beteiligten zu thematisieren. Dies würde dem Dialog-Grundsatz der neuen Landesregierung gerecht und stünde der Leitung der Kieler Universität gut zu Gesicht.

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