Still lovin‘ Feminism ! Oder: Warum es sich lohnt am 8. März auf die Straße zu gehen.

Am 8. März ist der Internationale Frauentag – ein Tag, der in seinem Ursprung tausende Frauen mobilisierte – sie dazu ermutigte für ihre Rechte einzutreten, für ihre politische und wirtschaftliche Gleichstellung. Für die körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung.

Heute – über hundert Jahre nach dem ersten Internationaler Frauentag – wird seine mobilisierende, emanzipatorische Wirkung zunehmend in Fragen gestellt. Doch Fakt ist: Auch 103 Jahre später sind viele Forderungen aktuell wie eh und je! Frauen werden in vielerlei Hinsicht diskriminiert und können häufig nicht gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben.

Obwohl Frauen heute genauso gut, wenn nicht sogar qualifizierter sind als ihre männlichen Kollegen sind Frauen in Führungspositionen eine Seltenheit. Die Erwartungen, die an uns gestellt werden, sind widersprüchlich:  Trotz formal gleicher Rechte, sind es vor allen Dingen Frauen, die aus familiären Gründen ihre Karriere unterbrechen oder beenden, in Teilzeit arbeiten und bei gleicher Position durchschnittlich 23% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Die Folge: Nur selten können Frauen mit ihrem Einkommen auf eigenen Beinen stehen, eine Familie ernähren oder gar eine angemessene Alterssicherung aufbauen.

Das Erfüllen von Rollenbildern und Schönheitsidealen prägt die Chancen und den Erfolg von Frauen in fast allen gesellschaftlichen Sphären. Wenn einer Frau die Rolle als Erwerbstätige zugetraut wird, ist dies selbstverständlich im Spagat zwischen Karriere, Familie und perfektem Aussehen zu leisten – ein Abweichen wird an mangelhafte Fähigkeiten oder Faulheit festgemacht. Wir Jusos wollen aber, dass Frauen nicht mehr dem ständigen Druck ausgesetzt sein müssen, aufgrund ihres Geschlechts und ihres Aussehens diskriminiert und abgewertet zu werden – egal ob am Arbeitsplatz, im Ehrenamt, in der Öffentlichkeit oder zu Hause. Frauen sollen selbst über ihren Körper und ihre Sexualität bestimmen, von Verhütungsmethoden bis hin zu Schwangerschaftsabbruch stehen immer noch gesellschaftliche Vorgaben einer wirklichen Selbstbestimmung im Weg – wie beispielsweise die Diskussion um die „Pille danach“ zeigt. Dazu kommen Alltagssexismus, sexuelle Belästigung, sowie sexualisierte und häusliche Gewalt – jede dritte Frau in der Europäischen Union ist bereits Opfer sexueller Gewalt und/oder Belästigung geworden. In Deutschland sind zwei Drittel der Frauen betroffen.

Klar ist:  Es gibt viele Probleme, die wir anpacken müssen. Und wie funktioniert es besser als diese Missstände gemeinsam zu bekämpfen? Wir Jusos und viele andere feministische Initiativen rufen deshalb am heutigen Internationalen Frauenkampftag zu einer zentralen Demo in Berlin auf um uns zu solidarisieren und gemeinsam für eine echte Gleichberechtigung und die Überwindung der patriarchalen Gesellschaft einzutreten. Auch einige Genossinnen aus Schleswig-Holstein sind hier in Berlin dabei! Einen kämpferischen Frauentag euch allen: Still lovin‘ feminism!

 

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