Besuch in der Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt „Das Haus“ in Eckernförde

Am 14. Oktober 2014 habe ich „Das Haus“ in Eckernförde besucht. Was 1971 als Haus der Jugend anfing, hat sich bis heute zu einem Jugend-, Kultur- und Medienzentrum entwickelt und versteht sich als Begegnungsstätte für Menschen aller Generationen. Durch das ca. 800 qm² große Haus führte mich Gorden Frey, der dort als pädagogische Fachkraft beschäftigt ist. Neben ihm sind im „Haus“ noch die Hausleiterin Nadine Förtsch sowie zwei junge Menschen, die gerade im Rahmen eines FSJ und des Bundesfreiwilligendienstes dort arbeiten, tätig. Dem Team des „Hauses“ steht zur Umsetzung seiner Ideen ein Budget der Stadt zu Verfügung.

Ich war überrascht von der Größe und Ausstattung des Gebäudes. Das „Haus“ bietet besonders Jugendlichen ganz vielfältige Möglichkeiten, kreativ zu sein und selbst etwas zu gestalten. Sie können verschiedene Instrumente erlernen und in einem professionellen Tonstudio selbstständig Musik produzieren. Ferner werden Kurzfilme gedreht und im „Haus“ selbst auch vorgeführt. Ein Töpferraum und ein Werkraum bieten außerdem Platz für die Entwicklung eigener Ideen. Ein gemütlicher Raum steht für Gesprächskreise verschiedener Altersgruppen zur Verfügung.

Des Weiteren  fiel bei unserem Rundgang das große kulturelle Angebot des Zentrums auf, welches eine breite Masse ansprechen soll. Zum einen beherbergt das „Haus“ ein Kommunales Kino, in dem mehrmals die Woche eine vielfältige Auswahl an Filmen gezeigt wird, die über das übliche Angebot in den Kinos hinausgehen. Zudem stehen einmal monatlich beim Kindertheater die ganz Kleinen im Mittelpunkt. Poetry Slams finden ebenfalls im Kinosaal statt. Auch für seine Konzerte ist das Eckernförder Jugend- und Kulturzentrum bekannt. Bands aus verschieden Teilen Europas sind im „Haus“ zu Gast und bieten den Zuhörer*innen eine breite Palette an verschiedenen musikalischen Genres. Die Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt bietet neben dem Beisammensein und dem Austausch auch Räume, wo Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten gefunden werden können. Neben den vielen kulturellen Angeboten können also auch individuelle Freiräume genutzt werden.

Ein besonderer Aspekt, den das „Haus“ auszeichnet, ist der halbjährlich neu gewählte und momentan zehnköpfige Jugendrat, der es jungen Menschen ermöglicht, sich durch demokratische Strukturen in die Planung und Organisation des „Hauses“ einzubringen und an Entscheidungsfindungen, beispielsweise bezüglich der Wahl der auftretenden Bands, beteiligt zu sein.

Das „Haus“ zeichnet sich vor allem durch seine gelebten Werte aus. Integration und Inklusion werden groß geschrieben. Hierfür ist die „Handicap-Disco“, im Rahmen derer Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung Musik machen, beispielhaft. Ebenso macht sich das „Haus“ gegen Faschismus stark.

Laut Gorden Frey und Nadine Förtsch erhält „Das Haus“ in Eckernförde viel Zuspruch. Allerdings machten sie auch auf die Auswirkungen des sich verändernden Schulsystems aufmerksam, aufgrund dessen viele Jugendliche weniger Zeit finden, in ihrer Freizeit kulturelle Angebote wahrzunehmen.

Besonders ist mir bei meinem Besuch aufgefallen, dass hinter der Arbeit im „Haus“ viel Herzblut und ganz viel Motivation steckt, der ganzen Gesellschaft ein vielfältiges kulturelles Angebot und einen Ort der Selbstverwirklichung zu bieten. Das Angebot, das Raum für generationsübergreifenden Austausch bietet, ist gerade vor dem Hintergrund demografischen Wandels besonders wertvoll.

Katja Ludwig

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