Mein Tag als Bademeisterin

Am Samstag habe ich im Rahmen der Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein einen Tag lang im Ahrensburger Badlantic mit angepackt.

Das Badlantic ist ein Badebetrieb der Stadt Ahrensburg und der E.ON Tochter Norddirekt. Insgesamt sind 29 Mitarbeiter_innen angestellt. 68 Aushilfen kommen auf ein Arbeitspensum von etwa 40 Vollzeitstellen. Jährlich hat das Badlantic und das dazugehörige Sauna- und Wellnesszentrum Cottage Sauna über 300.000 Besucher_innen. Eröffnet wurde das Bad 1983. Es besteht aus einem Sportbecken, einem Lehrschwimmbereich, einem Wärmebecken, Planschbecken und dem Wellenbad, das alle halbe Stunde „Meerfeeling“ bietet. Ebenfalls im Eintrittspreis inbegriffen ist die Nutzung eines Außenbeckens und zwei verschiedener Saunen.

Während meines Praxistages habe ich  den „Chef-Bademeister“ Sascha Tzschabran und seine Kolleg_innen bei ihren Aufgaben unterstützt. Mich hat beeindruckt wie viele Verantwortlichkeiten und Aufgaben in dieser Tätigkeit stecken! Der Ausbildungsberuf des „Fachangestellten für Bäderbetrieb“ ist – genau wie die praktische Arbeit- sehr vielseitig. So lernen sie alles rund um den Bäderbetrieb, die Bädertechnik, Wasseraufbereitung, Animation, Marketing, Rechts- und Verwaltungskunde, Sporttheorie, sowie Schwimmen und Retten in der Praxis. So haben sie mir gezeigt, Chlor und PH-Werte des Wassers zu prüfen, aber auch die Pflege des Schwimmbades zu garantieren und den Nichtschwimmerschutz einzuhalten. Besonders beeindruckend war auch der Blick in die Technik des Schwimmbades. Denn unter dem Schwimmbad sorgen eine Vielzahl von riesigen Filtern, Pumpanlagen und ein gigantisches Netz an Röhren dafür, dass die 2,2 Millionen Liter Wasser des Schwimmbades sauber bleiben und eine angenehme Temperatur haben.

Bundesweit sind 7000 Bäderbetriebe in kommunaler Hand. Wenn man über den Bereich der Kommunalen Daseinsvorsorge diskutiert, tauchen Schwimmbäder immer auf. Selten kommen sie dabei gut weg. Die hohen Energie- und Wasserkosten stellen die Träger_innen vor Herausforderung. Auch das Badlantic musste in der Vergangenheit viele Wege ausprobieren, um sich „über Wasser zu halten“. Die Beteiligung der E.ON Tochter Norddirekt war einer dieser eingeschlagen Wege. Zwar investierte Norddirekt in das Schwimmbad, jedoch ist damit seit 1997 auch die vertragliche Verpflichtung, Energie bei E.ON zu beziehen, gegeben! Um einen günstigeren Energielieferanten verpflichten zu können, hat die Stadt Ahrensburg im letzten Jahr einer Vertragsauflösung zugestimmt und wird das Bad wieder zu 100% in kommunale Hand überführen.

Hermann Ruks, Geschäftsführer des Badlantics, warnt jedoch davor, Erwartungen über schwarze Zahlen zu schüren. Zwar konnte das Badlantic seinen Zuschussbedarf verringern, jedoch sei es nicht realistisch komplett auf den Zuschuss zu verzichten – besonders wenn man weiterhin sozialverträgliche Eintrittspreise anbieten möchte. 1,6 Millionen Euro Zuschuss erhält das Badlantic – Tendenz jedoch absteigend – das sind etwa 5,30 € pro Besucher_in.

Die Konkurrenz ist groß! Für die Bäderbetriebe ist es unabdingbar ein Profil zu schärfen und sich auf ein Gebiet zu spezialisieren und sich damit attraktiv für Besucher_innen zu machen. Mit der Einführung verschiedener Kurse – von Aqua Cycling bis Aqua Zumba – ist das Badlantic einen solchen Schritt gegangen. Um sich zukunftsfest zu machen, plant das Badlantic Ahrensburg sich auf den demografischen Wandel einzustellen und stärker auf die Funktion als Gesundheitszentrum zu setzen.

Ich hatte einen spannenden Tag im Badlantic und bedanke mich für die Möglichkeit reinzuschnuppern. Herr Ruks bat mich jedoch auch einen kleinen Werbeblock einzuschieben: Ab 1. August 2015 hat das Badlantic eine Ausbildungsstelle „Fachangestellt_er für Bäderbetrieb“ zu vergeben – vielleicht ist das Interesse durch diesen kleinen Einblick geweckt!

Delara Burkhardt

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