Kriegen wir jetzt mehr Kohle? – Gleiche Bezahlung jetzt!

Der heutige “Equal Pay Day” steht symbolisch für den so genannten “Pay Gap”(Lohnlücke) zwischen Frauen und Männern in Deutschland und markiert dabei den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechel hinaus arbeiten müssten, um das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu bekommen. In Deutschland verdienten im Jahr 2014 Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Schleswig-Holstein sind es 16%, was jedoch mit einem allgemein niedrigerem Lohnniveau zusammenfällt.

Auch wenn im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Lohndiskriminierung aufgenommen wurde, besteht dieser große Lohnunterschied trotzdem weiter. Denn: Zwar kommt es auch zu unterschiedlicher Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation, jedoch haben vor allen Dingen strukturelle Hintergründe Einfluss darauf, was am Ende des Jahres in die Lohntüte kommt

So arbeiten Frauen häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen (Minijobs, Teilzeit und co), die Aufstiegschancen erschweren und/oder in Niedrig(st)löhne ohne Altersabsicherung zwängen. Auch die Berufswahl hat Einfluss auf die Bezahlung. Während typische “Männerberufe” gut bezahlt sind, sind Branchen in denen überwiegend Frauen beschäftigt von schlechterer Bezahlung betroffen. Eine Aufwertung dieser sogenannten “Frauenberufe” ist ein wichtiger Schritt, der Frauen nicht nur vorschreibt, doch ein MINT-Fach zu studieren, sondern dafür kämpft, dass auch soziale Berufe die gesellschaftliche Anerkennung bekommen, die sie verdienen!

“Über Geld redet man nicht” – Dies ist ein Sprichwort, von dem weiß niemand so wirklich woher es kommt . Wahr ist es jedoch, dass eine Transparenz über die Einkommenssituation, insbesondere zwischen Frauen und Männern, erst die Rahmenbedingungen dafür schafft, etwaige Lohndiskriminierungen im Alltag zu erkennen. Das in der GroKo angedachte Entgeltgleichheitsgesetz ist ein wichtiger Schritt Richtung mehr Lohntransparenz. Die Einigung zwischen SPD und CDU/CSU sieht eine Offenlegung der Entgelte erst ab einer Betriebsgröße ab 500 Beschäftigten vor. Huhu nach Berlin – in Schleswig-Holstein bringt uns dies so gut wie gar nichts.

WIR WOLLEN MEHR KOHLE! – Es gibt noch viel zu tun, wir packen es an!

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