Dass Auschwitz nie wieder sei!

Gemeinsam mit elf weiteren Bündnispartnern waren die Jusos bei der Gedenkstättenfahrt nach Kraków und Oświęcim vom 17.-21.06.2015 dabei. Ziel des Bündnisses ist neben einem politischen Signal der Austausch zwischen politisch aktiven Jugendlichen und zu diskutieren, wie Gedenkkultur und Gedenkpolitik zukünftig gestaltet werden kann. Über Kiel, Hamburg und Rostock ging es mit rund 70 weiteren Teilnehmer*innen mit dem Bus nach Krakau. Dort angekommen, hat es das Bündnis, organisatorisch vor allem der DGB geschafft, alle 1000 Teilnehmenden in verschiedenen Hostels unterzubringen. Vor Ort bewegten wir uns stets in Bezugsgruppen mit Größen zwischen 15-25 Menschen, darunter zwei Teamende und eine hauptamtliche Kraft des DGB. Zusammengekommen sind diese Gruppen schon bei Vorbereitungsseminaren. Gemeinsam konnten Erlebnisse besprochen, Bedenken diskutiert und gegenseitig Halt gegeben werden.

Inhaltlich starteten wir am 18. Juni mit einer historischen Stadtführung und dem Besuch des Museums Schindlers Fabrik. Am 19. Haben wir das Stammlager Auschwitz I und das Lager Birkenau besichtigt. Dieser Ort steht stellvertretend für die systematische Vernichtung von Jüd*innen, Sinti und Roma, politischen Gegner*innen des Naziregimes und weiteren Opfergruppen. Bei einer bewegenden Gedenkzeremonie wurde gemeinsam diesen gedacht und ein jüdisches Gebet gesprochen. Im Anschluss wurde Raum gelassen für individuelles Gedenken. Auch der Samstag stand im Zeichen intensiver inhaltlicher Auseinandersetzung. Aus verschiedensten Workshops konnten auch Themen abseits der Mainstream-Geschichtsschreibung gewählt werden. Gemeinsam erarbeiteten wir etwa Themen wie Lagerbordelle, Frauen als NS-Täter*innen und die Verfolgung Homosexueller.
Bewegend war auch der Zeitzeuginnenbericht der Überlebenden Esther Bejarano, die sich viel Zeit nahm um ihre Geschichte zu erzählen. Nach intensiven Gesprächen über unsere Eindrücke und Austausch zwischen den Jugendverbänden fuhren wir am Sonntag zurück nach Deutschland.
Nach diesen Tagen der intensiven Auseinandersetzung bleibt die Trauer, die Wut und die absolute Notwendigkeit sich antifaschistisch zu engagieren, aufzuklären und die Aufgabe unserer Generation Vergeben und Vergessen niemals zuzulassen.
“Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.” – Erziehung zur Mündigkeit. Frankfurt a.M.:Suhrkamp, 1. Auflage 1971

Teresa Jütten, Leonie Pätzold, Frederik Digulla, Sophia Schiebe, Christopher Schmidt

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