Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung in Albersdorf

Im Rahmen der Praxiswoche 2015 habe ich mit Freunden einen Tag beim Sortieren der Sachspenden geholfen und an einen Tag bei der „Mittagsbetreuung“ von den Flüchtlingskindern mitwirken können.

In Albersdorf übernimmt das Rote Kreuz die Koordination und Organisation der Sachspenden aus Dithmarschen für die Flüchtlinge.  Mitglieder des Roten Kreuzes und ehrenamtliche Helfer*innen können freiwillig von Montag bis Samstag von 9 -17 Uhr beim Sortieren helfen. Und hier ist jede weitere helfende Hand notwendig! Denn engagierte Freiwillige haben viel gespendet. Zum Glück! Und beinahe alles wird gespendet: Von Baby-Schlafanzügen bis Sommerblusen für Frauen. Klamotten in Größe L bis XXL sollten in eine extra Tüte einsortiert werden, die an die gemeinnützige Organisation Hoelp  geht. „Oftmals passen den Flüchtlingen Kleider in diesen Größen nicht, denn die Flüchtlinge aus den arabischen, afrikanischen oder osteuropäischen Ländern haben größtenteils einen kleineren und schmaleren Körperbau.“ erklärt mir eine Frau vom Roten Kreuz. Am meisten freuen sich die Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen, wenn sie aus den Spendentüten winterfeste Klamotten einsortieren können. Denn gerade diese sind jetzt sehr gefragt für die Flüchtlinge.

Letzten Samstag sind wir mit einigen Flüchtlingen zum Sportplatz der Erstaufnahmeeinrichtung gegangen. Die Verständigung hat anfangs kaum funktioniert, weil nicht alle Jugendliche Englisch sprechen und weil wir weder persisch, noch arabisch oder andere Sprachen können. Aber das Schöne ist, letztendlich konnten wir uns doch mit „Händen und Füßen“ verständigen. Eine Gruppe junge Männer spielten mit uns Basketball. Viele kleine Kinder aus den verschiedensten Ländern malten friedlich zusammen Bilder. Ich hatte auch die Gelegenheit mich auf Englisch mit einer Frau aus Albanien zu unterhalten. Sie erzählte mir, dass sie nun um einiges länger, als ihr zuerst gesagt wurde in der EAE sei und am nächsten Tag ihr „Interview“ habe ,vor dem sie ein wenig aufgeregt sei. Mit dem „Interview“ ist die Anhörung gemeint, in der entschieden wird, ob diese Frau schutzberechtigt ist oder nicht. Außerdem unterhielt ich mich mit einem Mann aus Syrien. Er sei glücklich darüber, in Deutschland mit seiner Familie gesund angekommen zu sein. Für seine Zukunft hofft er, dass er schnellstmöglich seinen Beruf als Elektriker ausführen darf.

Durch diese zwei Besuche lernte ich ehrenamtliche Helfer*innen kennen, die insbesondere in Zeiten steigender Flüchtlingszahlen ihre Solidarität zeigen und Flüchtlinge, die dankbar und ehrgeizig sind und sich hier ein neues Leben aufbauen wollen.

Auch haben mir diese Erfahrungen nochmals vor Augen geführt, dass das neue Asylpaket die Integration von Flüchtlingen teilweise verkomplizieren kann (z.B. Sachleistungen, anstatt Bargeld) und dass die Bestimmung der sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ ein Widerspruch zur Genfer Flüchtlingskonvention ist.

Von

Alia Awad

Frederik Digulla

Frederik ist seit März 2014 stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein. Er studiert in Kiel Deutsch und Wirtschaft/Politik im Master. Gleichzeitig arbeitet er im Bad Segeberger Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes. Gemeinsam mit Lars leitet er die Kommission Äußeres, außerdem koordiniert er die Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein. Seine Themenbereiche sind Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Osteuropa.

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