Besuch bei der IUVO

Am 12.01.15 war der Landesvorstand der Jusos Schleswig-Holstein in der IUVO Einrichtung für minderjährige unbegleitete Geflüchtete zu Besuch.
Neben einem Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung fand auch ein Austausch mit einigen der Bewohner statt, die von ihrem Alltag berichteten. Die Jugendlichen haben einen Anspruch auf Unterkunft, Schulbildung und Gesundheitsversorgung inklusive benötigter psychologischer Betreuung. Unbegleitete Minderjährige werden in Obhut genommen und erhalten eine Vertretung in asyl- und aufenthaltsrechtlichen Verfahren. Die IUVO bietet unterschiedliche ambulante und stationäre Angebote der Jugend- und Eingliederungshilfe an. Dazu gehören neben Inobhutnahme, stationärer Jugendhilfe, Intensivgruppen, Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF), Tagesgruppen mit und ohne Beschulung und Betreutes Wohnen auch Spezialangebote für Mädchen, Mütter mit Kindern und Projekte im Bereich der Schulsozialarbeit. (siehe http://www.iuvo.de/de/wir/wir_ber_uns/)
Zur Zeit sind in Neumünster etwa 120 Jugendliche untergebracht, wobei ein ganzheitlicher Ansatz der Jugendhilfe gewählt wurde, sodass Geflüchtete und Jugendliche, welche die reguläre Jugendhilfe erhalten gemeinsam  untergebracht sind. Die Einrichtung ist in die umliegende Schullandschaft ebenso eingebunden wie in Freizeitangebote vor Ort.
Eine Besonderheit in Neumünster ist auch, dass die Jugendlichen über eigene Zimmer mit Bad verfügen. Darüber hinaus befindet sich in den Wohngruppen eine große Küche und ein Wohnzimmer. Freizeitmöglichkeiten sind ebenfalls gegeben. Ein Team von Pädagog*innen kümmert sich in der Verwaltung oder als Bezugsbetreuer*innen um
die Jugendlichen. Dafür ist ein Vertrauensverhältnis notwendig, um die Jugendlichen bestmöglich zu fördern.
Der Ansatz dabei ist, Selbständigkeit zu fördern und Betreuung auf individuelle Bedürfnisse und Kenntnisse anzupassen.
Durch ihre jahrelange Erfahrung wurde die IUVO zum Ansprechpartner für Jugendämter, Schulen und Kreise aus ganz Schleswig-Holstein.

 
Für uns ist nach dem Besuch klar:

  • Wer hier zu Schule geht oder sich in Ausbildung befindet, braucht eine Perspektive und Rechtssicherheit. Wir fordern daher einen Abschiebestopp für diese Personengruppe und einen Aufenthaltstitel, der über eine Duldung hinausgeht. Dies muss auch für weiterführende Schulen, Abschlüsse und Studium gelten. Wer jeden Tag  Nachrichten aus dem Heimatland empfängt und mit der Angst lebt dorthin zurückkehren zu müssen, kann sich nicht auf Schule oder Ausbildung konzentrieren.
  • Wir brauchen mehr finanzielle Mittel für die Traumatherapie und die Förderung dieses Bereiches in der Ausbildung psychologischer und pädagogischer Berufe. Darüber hinaus werden dringend Dolmetscher benötigt, die diese Therapien begleiten.
  • Wir freuen uns über die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen, Verbänden und Unternehmen. Aber ein Integrationskonzept braucht Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit, daher ist eine enge Vernetzung von Initiativen vor Ort notwendig. Damit einhergehend lehnen wir es ab, die staatliche Verantwortung langfristig auf ehrenamtliches Engagement zu übertragen.
  • Nicht nur für Geflüchtete brauchen wir weiterhin den Ausbau berufsorientierender Angebote an Schulen.
  • Junge Menschen bereichern ein Land. Menschen, die ihre Perspektive in Deutschland sehen, sind sowohl für die Gesellschaft als auch für die Wirtschaft ein Gewinn. Wir verteidigen diese Ansicht gegenüber rechter Meinungsmache lautstark.
  • Nachhaltige Integration findet nicht durch verpflichtende Integrationskurse, sondern durch
    Begegnung, Freundschaft und freiwillige Angebote statt. Integration funktioniert über das Herz und nicht über den Kopf.

 

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