Besuch einer Landesunterkunft

Schleswig-Holstein hat 2015 rund 55.000 Asylsuchende aufgenommen und stellt 12.860 Plätze in der Erstaufnahme zur Verfügung. Wir wollen uns ein eigenes Bild zur Situation Geflüchteter in Schleswig-Holstein machen und besuchten eine der 15 Landesunterkünfte.

In der Unterkunft arbeiten das Deutsche Rote Kreuz, das Landesamt für Ausländerangelegenheiten, die Polizei, Sicherheitsdienst, Dolmetscher*innen und Ärzt*innen Hand in Hand.

Unterbringung in der ehemaligen Kaserne

Anders als andere Unterkünfte befindet sich diese in einer ehemaligen Kaserne und ist somit mit asphaltierten Straßen und einem festen Gebäudebestand ausgestattet. Da die Unterkunft zurzeit nicht voll ausgelastet ist, wird versucht 2-Bett-Zimmer zur Verfügung zu stellen – Familien werden darüber hinaus gemeinsam untergebracht. Ein abschließbarer Schrank pro Person gewährleistet ein Minimum an Privatsphäre. Hauptsächlich untergebracht sind Menschen aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan. Als feministischer Verband begrüßen wir es, dass es ein spezielles Zimmerangebot für Frauen gibt.

Schulunterricht für 100 Kinder

Sowohl die Gebäude als auch das Angebot entsprechen einem vergleichsweise hohen Standard. Es wird für etwa 100 Kinder Schulunterricht durch drei Lehrkräfte in 7 Gruppen gewährleistet, die in großzügigen Klassenräumen unterrichten. Schwerpunkt ist momentan noch die Bewältigung von Alltagssituationen und ein Grundverständnis der deutschen Sprache zu erarbeiten.

Freizeitmöglichkeiten sind vorhanden

Die ärztliche Versorgung wird durch ein Team von Ärzt*innen sichergestellt, welche Erstversorgung anbieten und gegeben falls an Fachärzte verweisen. Es gibt einen Freizeitbereich mit Fitnessgeräten, Tischtennisplatten, Billiard und vielem mehr. In der Kantine auf dem Gelände gibt es drei Mahlzeiten, bei denen auf religiöse und kulturelle Besonderheiten geachtet wird, so wird z.B. kein Schweinefleisch serviert.

Die Standards unterscheiden sich

Zu bedenken ist der stark unterschiedliche Standard der Landesunterkünfte, welcher auch durch ihre Lage bedingt ist. In der besuchten Unterkunft sind beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar. Natürlich befinden sich Landesunterkünfte ständig in der Weiterentwicklung. Aktuelles Ziel ist hier vor das Bereitstellen von WLAN für die Bewohner*innen.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung scheint für diese Unterkunft gegeben. Proteste oder Demonstrationen gegen die Einrichtung gab bislang nicht. Bürger*innen spenden regelmäßig Kleider und Spielsachen an das dort angesiedelte DRK.

 

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