Das Gefühl der Machtlosigkeit darf nicht dazu führen, dass wir aufgeben!

Asylpaket II, Deal mit der Türkei und immer mehr Menschen, die durch die Schließung der Balkanroute vor den Grenzen Europas verzweifeln. Man verfolgt all das aufmerksam in den Medien, versucht gegen an zu diskutieren und fühlt sich trotz allem machtlos.

Es ist nicht mehr so wie vor einigen Jahren, dass wir durch Nachrichten von Menschen aus der Flucht aus unserem Alltag gerissen wurden – das Schicksal von Menschen auf der Flucht ist im Alltag mittlerweile präsent.

Und obwohl man permanent im Hinterkopf hat, dass es den Menschen an Europas Grenzen unfassbar schlecht geht – die Bilder vom griechisch-mazedonischen Grenzübergang schockieren uns trotzdem immer wieder aufs Neue.

Wir sitzen stundenlang zusammen und überlegen, wie ein europäisches Asylrecht aussehen könnte, aber letztlich wissen wir auch, dass es an der Situation der Menschen nichts ändern wird.

Europa steht auf der Kippe

Seit wir als junge Generation politisch interessiert und aktiv sind war die europäische Union war noch nie so kurz davor auseinanderzubrechen.

Wir werden das Systemproblem nicht von heute auf morgen lösen, dafür ist es zu lang gewachsen. Als globaler Westen haben wir uns jahrhundertelang an anderen Ländern bereichert – und plötzlich werden wir in unserem bequemen Alltag gestört.

Ich weiß nicht, was die richtige Art des Umgangs mit der Situation ist – ich weiß nur, dass wir ein Gegengewicht bilden müssen. Gegen rechte Hetze, gegen die Festung Europa, gegen faule Deals, durch die Menschen nur noch als Zahlen gesehen werden.

Das Mindeste, was wir tun können

Das Mindeste, was wir tun können ist, im Kleinen zu wirken und zu versuchen, für die Situation zu sensibilisieren.

Wir brauchen Menschen, die nach Idomenie fahren und vor Ort helfen.

Wir brauchen Menschen, die in ihre Parteien und Verbände wirken.

Wir brauchen Menschen, die bei Diskussionen am Frühstückstisch für Geflüchtete Partei ergreifen.

Wir brauchen Menschen, die in Kleiderkammern und in Willkommensinitiativen arbeiten.

Wir brauchen Menschen, die stundenlang in Facebook-Diskussionen eine Gegenposition zu rechter Hetze einnehmen.

Wir brauchen Menschen, die in ihrer Schule, ihrer Uni, ihrer Ausbildungsstätte die richtigen Fragen stellen wenn zu einfache Antworten geliefert werden.

Wir brauchen Menschen, die auf Demonstrationen und Kundgebungen auf der Straße kämpfen.

Wir brauchen Menschen, die diskutieren, wie sich das System langfristig ändern muss.

 

Wir brauchen all das und noch so viel mehr. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen und lassen uns nicht sagen, welche Form von Engagement besser oder schlechter ist. Solange wir alle unseren kleinen Teil dazu beitragen und dranbleiben. Denn das Gefühl von Machtlosigkeit darf nicht dazu führen, dass wir aufgeben.

 

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