Besuch bei den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen: Große Pläne für die Kultur!

Mitglieder des Juso-Landesvorstandes mit Dr. Ulrich Schmölcke (l.) und Guido Wendt (r.) von der Stiftung Schloss Gottorf.

Es war der Große Nordische Krieg, der im 18. Jahrhundert die Vollendung von Schloss Gottorf verhinderte. Und weil seitdem der ursprünglich geplante Ostflügel fehlt, zeigt der Grundriss bis heute kein Viereck, sondern nur ein “P”. Wie weit die spannenden Pläne der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmussen reichen, wurde dem Juso-Landesvorstand bei seinem Besuch nicht nur anhand der Pläne erläutert, dieses 300-jährigen Bauprovisorium zu beenden.

Unter dem Dach der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmusseen sind sieben Museen vereinigt. Große und bekannte Häuser wie das Wikingermuseeum Haithabu oder das Schloss Gottorf, aber auch kleinere Einrichtungen, wie das Kloster Cismar. Der kaufmännischen Geschäftsführer der Stiftung, Guido Wendt, nahm sich die Zeit, um den Jusos Details der Stiftung und der Museen vorzustellen. Bis 2025 sind weit reichende Neuerungen geplant. Neben dem Neubau eines modernen Magazingebäudes auf dem Schleswiger Hesterberg und der Modernisierung sämtlicher Häuser stehen unter anderem auch Neubauten im Freilichtmuseuum Molfsee auf der Wunschliste der Stiftung.

Lob für die Landesregierung

Klar wurde in den Gesprächen, dass die ambitionierten Pläne neben Leidenschaft und Innovationsbereitschaft vor allem auf die Hilfe der Landesregierung angewiesen sind. Und davon gibt es seit die Küstenkoalition in Kiel regiert jede Menge. Kulturministerin Anke Spoorendonk und Ministerpräsident Torsten Albig haben nicht nur ein offenes Ohr für die Anliegen der Kultur, sondern vor allem auch offene Taschen. Und so kommt das Schloss Gottorf vielleicht nach vielen Jahrhunderten doch noch zu seinem Ostflügel. Dann übrigens nicht aus Fachwerk oder Ziegelsteinen, sondern Glas und Stahl.

Im Anschluss an das Gespräch mit Guido Wendt wurde dem Landesvorstand noch ein Blick hinter die Kulissen des Zentrums für Baltische und Skandinavistische Archäologie (ZBSA) gewährt. Diese 2008 gegründete Forschungseinrichtung ist nicht nur Teil der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, sondern auch Partner der Kieler Universität.

Geschichte(n), von Knochen erzählt

Epochenübergreifend untersucht das Zentrum die Geschichte des Ostseeraums, Skandinaviens und angrenzender Gebiete. Der Archäozoologe Dr. Ulrich Schmölcke nahm sich die Zeit, um dem Juso-Landesvorstand seinen Arbeitsbereich näher vorzustellen. Denn es sind auch Tierknochen, die den Forschern Details über das Leben der Menschen in vergangenen Jahrhunderten verraten. Wir groß wurden Kühe im Mittelalter? Hielt man Schafe oder Schweine? Und wie alt wurden die Tiere, bevor sie geschlachtet wurden? Auf diese und viele andere Fragen erhalten die Forscher spannende Antworten.

Das ZBSA vergleicht Knochenfunde und zieht Rückschlüsse aus den Ergebnissen.

Das ZBSA vergleicht Knochenfunde und zieht Rückschlüsse aus den Ergebnissen.

Aktuell bewirbt sich das Zentrum um Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft. Vom Wissenschaftsrat gab’s schon die Bestnote. Jetzt müssen die Daumen gedrückt werden, damit dieses besondere Zentrum bald noch besser gefördert werden kann.

Niclas Dürbrook

Niclas ist seit März 2014 Landesvorsitzender der Jusos. Er studiert und arbeitet in Kiel, wohnt im Kreis Ostholstein und ist dort auch als Kreistagsabgeordneter kommunalpolitisch aktiv. Er koordiniert die Arbeit des Landesvorstandes und vertritt den Verband nach außen. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind die Europa- und Ostseeraumarbeit der Jusos SH, sowie die Kommunalpolitik.

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