Tag der Pflege

Anlässlich des Tags der Pflege, dem Geburtstag einer wegweisenden Krankenschwester aus dem 19. Jahrhundert Florence Nightingale, gibt es viele Aktionen, die die Personalknappheit und den damit verbundenen Zeitmangel hervorheben und verurteilen.

Doch wie sieht der Alltag in der Pflege wirklich aus?

Zunächst einmal lässt sich sagen, dass Pflege nicht gleich Pflege ist. Jede Station ist anders, jeder Patient ist anders, jeder Arbeitgeber und auch jedes Team sind anders. Einige Belastungen bei der Arbeit sind allerdings typisch für den Beruf.

Wechselnde Arbeitszeiten aufgrund von Schichtarbeit sind nur der Anfang. Es ist normal, während seiner freien Zeit zu Hause angerufen und gebeten zu werden, doch noch zur Arbeit zu kommen, oftmals arbeitet man auch als Aushilfe auf anderen Stationen. Doch der größte Stressfaktor stellt die Personalknappheit dar. Regelmäßig versuchen, Aushilfen zu bekommen und häufig in Unterbesetzung arbeiten zu müssen, sind große Probleme. Dies führt zu zusätzlichem Zeitmangel, unter dem die Patienten und Angehörigen aber auch das Pflegepersonal leiden. Die Pflegenden können ihrer Arbeit nicht in der Art nachgehen, wie sie es gelernt haben, (Florence Nightingale es sich wünschen würde) und dem Patientenwohl entsprechend ist.

Pflege geht uns also alle an, denn die Arbeitsbedingungen der Pflegenden wirkt sich unmittelbar auf die Patienten aus.

Die Pflegestärkungsgesetze, die die Pflegeversicherung reformieren, waren ein erster Schritt zu einer gerechteren und besseren Pflege, ausreichen wird es allerdings nicht. Es muss einen höher bemessenen Personalschlüssel geben, eine bessere Bezahlung, vor allem in den privaten Einrichtungen, und eine bessere Aufklärung über die Attraktivität des Berufes. Pflegen bedeutet eben nicht “nur” waschen, sondern benötigt eine weitreichende Kompetenz im medizinischen Bereich.

Autorin: Lisa Behncke, Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin

 

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