Ein eigener Jugendwahlkampf – Wir machen das!

Junge Menschen interessieren sich nicht für Politik. Und wählen gehen sie schon gar nicht. Wenn man auf die Mitgliedschaft von politischen Parteien oder die Wahlbeteiligung schaut, ist an der Aussage etwas dran.

Trotzdem wissen wir, dass sie falsch ist. Natürlich interessieren sich junge Menschen sehr für Politik. Eher anders herum wird ein Schuh daraus. Außer warmen Worten und großen Gesten macht Politik kaum konkrete Anstrengungen, um junge Menschen wirksam und nachhaltig in unserer Parteiendemokratie zu beteiligen.  

Warum der Infostand vor Edeka der falsche Weg ist.

Das hat viel damit zu tun, über welche Themen wir reden. Wie wir über Themen reden. Und mit wem wir über die Themen reden. Auch die Wahlkämpfe gehen an der Realität vieler junger Menschen vorbei.

Die kaufen nicht am Samstagnachmittag am Edeka ein, wo der SPD-Ortsverein seinen Infostand aufgebaut hat. Wir treffen sie nicht auf den Wochenmärkten beim Rosen-verteilen. Und sie kommen schon gar nicht zu Abendveranstaltungen im örtlichen Gasthof, um sich von Politik-Prominenz frontal beschallen zu lassen.

Was junge Menschen wollen

Junge Menschen wollen, dass Politik zu ihnen kommt. Vor die Schulen, Unis, Konzertsäle und Discotheken. Dass sie ernst genommen werden. Direkte Kommunikation zu Themen, die sie interessieren und bewegen. Authentische und progressive Politik mit klaren Wertvorstellungen.

Und deshalb werden wir im kommenden Landtagswahlkampf einiges anders machen. Gebündelt ist das in den Überlegungen für einen gezielten Jugendwahlkampf. Mit neuen Aktionsformen, klaren Botschaften und Inhalten, die echte Verbesserungen für junge Menschen bedeuten.

Strategische Gründe für einen starken Jugendwahlkampf

Gründe das zu tun gibt es viele. Strategisch sind die jungen Menschen eine wichtige Wählergruppe. 300.000 sind es zwischen 15 und 25 Jahren. Nur etwa die Hälfte von ihnen geht bisher zur Wahl. Es gibt also ein großes Potenzial, das gewonnen werden kann.

Zudem braucht die SPD dringend Nachwuchs. Ein guter Wahlkampf führt zu mehr Eintritten. Wenn der Trend bei der Entwicklung unserer Mitgliederzahl nicht gedreht wird, kann ein Parteileben in der heutigen Form nicht mehr lange aufrechterhalten werden.

Warum Jugendwahlkampf gut für unsere Demokratie ist

Auch abseits von strategischen Überlegungen gibt es gute Gründe für einen starken Jugendwahlkampf. Der ist nämlich wichtig für unsere Demokratie. Politisch gibt es eine demografische Schieflage. Junge Menschen beteiligen sich weniger an Wahlen. Das führt dazu, dass auch ihre Interessen von den Parteien weniger stark berücksichtigt werden. Im Wahlkampf dominieren deshalb eher Rententhemen und Steuersenkungen statt Bildungspolitik und Nachhaltigkeit.

Dabei müsste es anders herum sein. Die jungen Menschen leben am längsten mit den Auswirkungen der heutigen Politik. Wenn mehr junge Menschen zur Wahl gehen, wird also auch eine Politik für die junge Generation wahrscheinlicher.

Zudem wissen wir, dass junge Menschen, die ihre Stimme nicht abgeben, spätestens nach der dritten Wahl für die Demokratie verloren sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu Wähler*innen werden ist dann extrem gering. Die Folge wäre eine immer weiter sinkende Wahlbeteiligung. Das bedroht die Grundlage unsere Demokratie.

Jetzt anpacken: Campaigner Seminar in Plön

Es gibt also viele gute Gründe für einen starken Jugendwahlkampf. Den Startschuss setzen wir am 15./16. Oktober 2016 mit unserem Campaigner Seminar in Plön. Wir bringen 80 Jusos zusammen und erarbeiten gemeinsam, worauf es in unserem Wahlkampf ankommt.

Jetzt noch bis zum 1. Oktober anmelden:

http://jusos-sh.de/youth-campaigner-seminar-2016/

Gemeinsam beweisen wir, dass sich junge Menschen sehr wohl für Politik interessieren.

 

Frederik Digulla

Frederik ist seit März 2014 stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein. Er studiert in Kiel Deutsch und Wirtschaft/Politik im Master. Gleichzeitig arbeitet er im Bad Segeberger Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes. Gemeinsam mit Lars leitet er die Kommission Äußeres, außerdem koordiniert er die Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein. Seine Themenbereiche sind Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Osteuropa.

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