VHS Bargteheide: Eine für alle!

Im Rahmen der Praxiswoche hat Torben von den Jusos Stormarn Ute Sauerwein-Weber, die Leiterin der Volkshochschule in Bargteheide, besucht. Dabei hat er viel über die Aufgaben einer Volkshochschule und ihren gesellschaftlichen Wert gelernt. Außerdem hat er politische Forderungen mitgenommen.

Die Volkshochschulen sind in Deutschland der größte Anbieter von Erwachsenenbildung. Ihr Angebot spricht Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen an. Die sechs großen Bereiche, die jede VHS abdeckt, sind Gesellschaft, Beruf & Karriere, Sprachen, Gesundheit, Kultur und die „junge VHS / Familienbildung“.  Alleine im Kreis Stormarn gibt es elf Volkshochschulen mit über 800 Dozent_innen. Alle Fachbereiche sind gleichberechtigt, wobei der größte in Bargteheide der Bereich Gesundheit ist

Ein Angebot für alle Altersgruppen

Volkshochschulen haben ein verstaubtes Image – dabei gibt es so viele Angebote, die für jeden Menschen nützlich sind. Beispielsweise wird der Bereich Digitale Gesellschaft durch die VHS abgedeckt. Es gibt Kurse zum richtigen Umgang mit dem Internet und wie es möglich ist, bei all den digitalen Erneuerungen mitzuhalten. Denn während junge Menschen in Schulen und Universitäten immer auf den neuesten Stand gebracht werden, fühlen sich Erwachsene schnell abgehängt.

Auf aktuelle Themen reagieren

Die VHS Bargteheide reagiert mit ihrem Programm immer wieder auf wichtige Themen in der Gesellschaft. Im kommenden Monat finden zum Beispiel Veranstaltungen unter dem Titel „Rechtspopulismus als neue politische Herausforderung“ und ein Besuch der Gedenkstätte Neuengamme, Außenstelle Strafanstalten Fuhlsbüttel statt. Mit diesen wichtigen Veranstaltungen werden aktuell politische Themen bearbeitet aber auch ein Bewusstsein für die Vergangenheit geschaffen.

Integration meistern

Ein großes Arbeitsfeld sind auch die Integrationskurse, wobei diese nicht mit den seit kurzem Angebotenen STAFF (Starter Pakt für Flüchtlinge) gleichzusetzen sind. Die Integrationskurse behandeln ein 600 stündiges (+100 Orientierungsstunden) Angebot für EU- Bürger_innen und „Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive“ und werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert. Ein Problem für die VHS ist die Finanzierung. Obwohl das Geld vom BAMF kommt, muss das Geld meist für vier Monate ausgelegt werden, da es sich um eine Rückerstattung handelt. Einfacher wäre eine Vorfinanzierung von Seiten des BAMF’s, um sich der Herausforderung von knappen Mitteln zu entziehen. Außerdem fehlt es an Räumen, um noch mehr Integrationskurse anzubieten.

Neu sind die STAFF-Kurse (Starter Paket für Flüchtlinge). Diese wurden auf Initiative des VHS-Landesverbandes eingerichtet und werden mit einer pauschalen Summe pro Kurs mit Mitteln des Landes Schleswig Holstein finanziert. Diese sind für Menschen gedacht, denen es aufgrund ihres Herkunftslandes nicht möglich ist an den Integrationskursen teilzunehmen. So bekommen auch sie erste Einblicke in die deutschen Kultur und Bürokratie sowie in die deutschen Sprache..

Volkshochschulen mitdenken!

Während die Bildung von Kindern und Jugendlichen meist im Mittelpunkt von Landtagswahlprogrammen steht, bekommt die Erwachsenenbildung und damit auch die Volkshochschulen als größter Träger eher weniger bis gar keine Aufmerksamkeit. Hier muss noch viele politische Arbeit geleistet werden, um die Wertschätzung für Volkshochschulen zu erhöhen. Im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung tauchen Volkshochschulen zum Beispiel kaum auf. Arbeitsbünde berücksichtigen immer Vertreter_innen der Kinder und Jugendarbeit, aber nicht Vertreter_innen der Volkshochschulen. Auch hier sollte öfter an die VHS gedacht werden, um ihre Rolle auf kommunaler Ebene zu stärken.

Auf die augenzwinkernde Frage: „Warum ist Ihre Arbeit die allerwichtigste Arbeit?“ antwortete Ute Sauerwein-Weber: „Weil ich an einer Schaltposition Sitze. Ich treffe so viele Leute und lerne so viele Schicksale kennen, die ich temporär beeinflussen kann. Außerdem kann ich direkt auf Sorgen und Nöte der Menschen eingehen und maßgeschneiderte Angebote liefern.

Ein Bericht von Torben Hermann, Kreisvorsitzender der Jusos Stormarn.

Frederik Digulla

Frederik ist seit März 2014 stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein. Er studiert in Kiel Deutsch und Wirtschaft/Politik im Master. Gleichzeitig arbeitet er im Bad Segeberger Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes. Gemeinsam mit Lars leitet er die Kommission Äußeres, außerdem koordiniert er die Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein. Seine Themenbereiche sind Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Osteuropa.

More Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.