Gespaltene Mitte – Feindselige Zustände

Die neue FES-Mitte Studie

Seit 2007 erscheint von der Friedrich-Ebert-Stiftung regelmäßige eine Studie zu rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen in Deutschland.

Die Studie untersucht rassistische, antisemitische und sexistische Einstellungen. Darüber hinaus werden auch Vorurteile in Bezug auf andere Gruppen, wie etwa Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderung untersucht.

Neurechte Einstellungen werden erfasst

Dieses Jahr wurde erstmals auch die Zustimmung und Ablehnung zu sogenannten „neurechten Einstellungen“ erfasst.Das sogenannte „neurechte Einstellungsmuster“ bildet sich aus:

  •         Verschwörungsmythen: z.B. eine vermeintliche “Unterwanderung” durch den Islam
  •         Eine Beschimpfung des „Establishments“
  •         Die Behauptung eines “Meinungsdiktates”
  •         Die Forderung, sich gegen die EU und national zu besinnen
  •         Aufruf zum Widerstand gegen die aktuelle Politik

    Ein gutes Viertel teilt neurechte Einstellungen

Dieses zusammenhängende Einstellungsmuster wird von fast 28 Prozent der Bevölkerung vertreten. Wenig überraschend: 84 Prozent der AfD-Wähler*innen neigen zu diesen neurechten Einstellungen.

Die AfD versucht, sich als Partei „der kleinen Leute“ darzustellen. Das Programm der AfD ist jedoch voll mit Neoliberalismus und Sozialstaatsabbau. Passend dazu werten 69,3 Prozent der AfD-Sympathisant*innen arbeitslose Menschen ab. Um dies zu fassen nutzt die Studie das Konzept des marktförmigen Extremismus. Darunter fallen beispielsweise Ansichten, dass ein Mensch nach Nützlichkeit zu beurteilen sei. Befragte, die mit der AfD sympathisieren, neigen eher zu menschenfeindlichen und rechtsextremen Einstellungen und verknüpfen dies mit der Abwertung sozialer Gruppen.

Auch in Bezug auf andere Untersuchungsgegenstände sind AfD-Sympathisanten auffällig. AfD-Anhänger*innen stimmen zu überdurchschnittlich stark fremdenfeindlichen (68 Prozent) und muslimfeindlichen (64 %) Einstellungen zu.  Abwertenden Aussagen über Asylsuchende stimmen 88 % der AfD-Anhänger*innen zu.

Fazit

Bei der AfD handelt es sich also um einen Pool aus menschenfeindlichen Anhänger*innen. Obwohl die AfD sich als Partei für die sozial Schwachen zu präsentieren versucht werden sie soziale Gruppen auch aufgrund ihres sozio-ökonomischen Status ab.

Die gesamte Studie findet ihr hier: http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_16/Gespaltene%20Mitte_Feindselige%20Zust%C3%A4nde.pdf

Der Herausgeber der Studie zieht als ein Fazit: „Politische Bildung heißt auch, diejenigen zu unterstützen und zu qualifizieren, die sich für unsere Grundwerte, Mitmenschlichkeit und Vielfalt engagieren.“ – im Sinne dessen: Schaut doch mal bei unseren Buchseminaren vorbei http://jusos-sh.de/Seminare/

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