Cannabis entkriminalisieren

Nach offiziellen Zahlen des deutschen Hanfverbandes haben im letzen Jahr 2,8 Millionen Menschen Cannabis konsumiert. Eine große Anzahl dafür, dass Cannabis in Deutschland noch immer verboten ist. Die Idee dahinter: Abschreckung und Einschränkung des Zugans zu „Einstiegsdroge“ Cannabis. Doch abgesehen davon, dass in Ländern wie den Niederlanden der Konsum „härterer“ Drogen bislang nicht angestiegen ist, zieht das Verbot nur marginale Beschränkungen nach sich.

Im Gegenteil ergeben sich viele Probleme. Zunächst ist es lobenswert, dass Drogenprobleme in der Gesellschaft verhindert werden sollen. Fraglich ist jedoch, warum in diesem Zusammenhang bei Cannabis eine drogenfreie Gesellschaft geschaffen werden soll. Die Probleme, welche durch Cannabis entstehen, sind ein keiner Weise dramatischer als jene im Bezug auf Tabak und Alkohol, was ein absolutes Verbot rechtfertigen würde. Ohne Frage ist Missbrauch vorzubeugen; aber dies ist bei den legalen Drogen nicht anders. Cannabis ist eher als Genussmittel einzuordnen und demnach auch so zu behandeln. Zur Zeit werden große Teile der Bevölkerung kriminalisiert und diskriminiert, eine Reflektion über das eigene Verhalten oder objektive Gespräche sind oft kaum möglich.

Die Vorteile der Entkriminalisierung liegen auf der Hand. Unter Anderem eine Entlastung von Polizei und Behörden, und ein offener und so gefahrloserer Umgang mit Cannabis. Das Verbot führt desweiteren dazu, dass die Qualität der Produkte und deren Herkunft weder überprüft noch sichergestellt werden können, was gefährlicher für die Gesundheit sein kann als gelegentlicher Cannabiskonsum. Dazu sind die Preise unangemessen hoch – viel Wirtschaftsleistung die in der Kriminalität landet. In einem nächsten, weitergehenden Schritt besteht die Möglichkeit zur staatlichen Regulation (und Steuererhebung), welche ein weiterer Schritt zu verantwortungsvollem Umgang ist. Das Experiment „Cannabis-Verbot“ ist gescheitert, und wir müssen einen Schritt vorangehen.

Thore Pingpank

Frederik Digulla

Frederik ist seit März 2014 stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein. Er studiert in Kiel Deutsch und Wirtschaft/Politik im Master. Gleichzeitig arbeitet er im Bad Segeberger Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes. Gemeinsam mit Lars leitet er die Kommission Äußeres, außerdem koordiniert er die Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein. Seine Themenbereiche sind Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Osteuropa.

More Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.