“Organspende rettet Leben.” – 2. Juni Tag der Organspende

(c) BZgA/Hardy Welsch

Den heutigen Tag der Organspende möchten wir dazu nutzen, auf die aktuelle Problematik im System des Organspendewesens ins Deutschland aufmerksam zu machen. Derzeit warten über 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, die meisten jedoch vergebens. Dies hat vielerlei Gründe.

Zum einen gibt es nicht ausreichend Spender. Um ein Organ transplantieren zu können, müssen bestimmte Stoffe in dem Spender mit denen des Empfängers übereinstimmen, ansonsten kommt es zu einer Abstoßungsreaktion. Je mehr Spender es gibt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, ein passendes Organ zu finden. In Deutschland gibt es im Vergleich zum europäischen Ausland jedoch relativ wenig Spender. Obwohl auch Organe über “Eurotransplant”, eine länderübergreifende Zusammenarbeit in der Organspende, nach Deutschland “importiert” werden, reicht es bei weitem nicht aus. Ein Faktor dabei ist, dass man sich in Deutschland aktiv vor dem eigenen Tod dazu entscheiden muss, potentielle*r Organspender*in zu werden und einen Organspendeausweis auszufüllen. In den meisten anderen europäischen Ländern sind die Bürger*innen mit Eintritt in das Erwachsenenalter automatisch Organspender, solange sie nicht selbst aktiv Widerspruch einlegen. Die ist in Deutschland auch eine denkbare Möglichkeit, die dringend umgesetzt werden muss, damit mehr Menschen eine Chance zum Überleben bekommen.

Zum anderen ist das medizinische System in Deutschland verbesserungsbedürftig. Häufig scheitert eine Organspende an den Gegebenheiten im Krankenhaus. Um die Organe entnehmen zu können, muss zunächst von zwei Ärzten der Hirntod festgestellt werden. Mindestens eine*r von beiden muss Neurolog*in oder Neurochirurg*in sein. Diese Vorgaben können viele kleinere Krankenhäuser nicht einhalten, sodass es nicht zu einer Organspende kommt. Dem könnten mobile Expertenteams entgegenwirken, die bei Bedarf in kleineren Kliniken zur Hintoddiagnostik angefordert werden können.

Patientenverfügungen sind essentiell für die körperliche Selbstbestimmung in Situationen, in denen Patient*innen nicht mehr aktiv selbst entscheiden können. Jedoch berücksichtigen die meisten Vordrucke nicht die Möglichkeit einer Organspende. Es ist wichtig, die Menschen auch über die Möglichkeit in Kenntnis zu setzen, dass der Körper im Fall der Fälle solange durch lebenserhaltenden Maßnahmen geschützt wird, bis die Organentnahme stattgefunden hat. Eine derartige Formulierung sollte in die Vordrucke aufgenommen werden und Ärzt*innen sollten über diese Möglichkeit informieren.

Die wichtigste Frage an diesem Tag ist jedoch: Fühlst Du dich ausreichend über das Thema “Organspende” informiert? Hier informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.bzga.de/infomaterialien/organspende/

Und hast Du Dich schon entschieden? Hier kannst Du Dir einen Organspendeausweis ausdrucken und anschließend ausfüllen: https://www.bzga.de/bot_organspende.html

Oder Du bestellst ihn online und bekommst ihn kostenfrei zugeschickt: https://www.organspende-info.de/articles/2081

Eine Antwort zu ““Organspende rettet Leben.” – 2. Juni Tag der Organspende”

  1. Christian Straub sagt:

    Ich finde gut das es für die Organspende zu einer Änderung kommt,die Widerspruchlösung soll es werden. Wenn es zur zur Widerspruchlösung nicht kommt, dann wäre der Organspendeausweis als Bonus ganz gut wenn man auf der Warteliste weiter nach oben kommt.

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