MinAV was?!

In der letzten Zeit haben wir Jusos uns viel mit den Themen “Bezahlbarer Wohnraum” oder “Azubiticket” beschäftigt. Diese Ausgabenaspekte bei der Frage des Lebensunterhalts junger Menschen sind aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steht die Frage der Finanzierung des Lebensunterhalts. Hier kommt die Mindestausbildungsvergütung (MinAV) ins Spiel – sozusagen ein Mindestlohn für Azubis!

Warum wir darüber reden müssen:

  • Rund 70 Prozent aller Betriebe in Deutschland haben keine Tarifbindung. Diese Betriebe haben die Freiheit, die branchenüblichen Ausbildungsvergütungen, um bis zu 20 Prozent zu unterschreiten. Das bedeutet insbesondere für Azubis in Branchen, die ohnehin schon geringe Löhne aufweisen, dass sie ihren Alltag unmöglich ohne Hilfe von Außen bestreiten können.
  • Hinzu kommt, dass 20 Prozent aller Jugendlichen eine nicht-duale Ausbildung machen, diese teilweise aber trotzdem einen Praxisanteil haben. Solche Azubis bekommen gar keine Entlohnung. Auch für diese Ausbildungsberufe braucht es eine MinAV-Regelung! Das gilt insbesondere für die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, also für Ausbildungen von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen selbstständig keinen Ausbildungsplatz finden konnten.
  • Wir sind der Meinung: Wenn die Gesellschaft, die Wirtschaft und der Staat motivierte Auszubildende haben will, dann müssen all diese genannten Azubi-Gruppen auf eigenen Beinen stehen können! Und wenn die Ausbildungsbetriebe das nicht geregelt bekommen, dann muss eben der Staat herhalten!

Wie soll’s aussehen?

Ähnlich wie beim Mindestlohn – der bei Auszubildenden nicht gilt – soll die MinAV die absolute Untergrenze eines Ausbildungsgehaltes festlegen. Das ist nicht nur Beschlusslage des Bundeskongresses der Jusos und des Bundesparteitags der SPD; Die Einführung der MinAV konnte auch im Koalitionsvertrag der GroKo festgeschrieben werden. Was dort allerdings fehlt ist die genaue Regelung – allen voran die Höhe!

Unser Vorschlag: 700 Euro im Monat müssen es im Schnitt schon sein! “Im Schnitt” meint, dass wir den Ausbildern die Möglichkeit lassen wollen, eine Staffelung nach Ausbildungsjahren vorzunehmen. Es ist also denkbar, dass man im ersten Lehrjahr noch eine geringere Vergütung bekommt, dafür muss der Betrag in den nächsten Jahren aber umso mehr steigen! Denn: Wer in Ausbildung ist und gerade Erwachsen wird muss auch die Möglichkeit haben, sich von seinem Elternhaus zu verabschieden, um unabhängig auf eigenen Beinen zu stehen!

Wir sagen: Schluss mit Hotel Mama & Papa, her mit der Selbstständigkeit! Dafür gehen wir gerade auf die Straße und dafür kämpfen wir auch in der SPD!

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