„My body – my choice! Leben und lieben ohne Bevormundung ! Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!“

„Schriftzüge auf Bannern und Plakaten, die uns ins Auge sprangen, als wir in Berlin nahe dem Brandenburger Tor ankamen und uns die Kundgebung der Redner*innen anhörten.“ Am Samstag, den 22. September 2018, waren einige Jusos aus Schleswig-Holstein zusammen mit 1.5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem der Gegendemonstrationen zu dem jährlichen stattfindenden „Marsch fürs Leben“ der selbsternannten Fundamentalist*innen statt. Christliche Fundamentalist*innen verharren auf den Überlieferungen aus den heiligen Schriften und akzeptieren keine anders denkenden Menschen, die sich nicht an diese Schriften halten. Sie sind davon überzeugt, dass ein Schwangerschaftsabbruch einem Mord gleichkommt und setzen sich dabei für ein konservatives Familienkonstrukt ein. Die Gegendemonstration wurde vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung organisiert. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss aus 40 Organisationen wie Pinkstinks, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Berlin und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Und wozu das alles?
Im Herbst 2017 wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel zu eine Strafe von 6.000 Euro verurteilt, da sie auf ihrer Praxisseite unter ihren Leistungen Schwangerschaftsabbrüche auflistet. Ein Verstoß gegen §219a des Strafgesetzbuches (StGB): der Paragraf, der das Werbeverbot von Schwangerschaftsabbrüchen festlegt. Zwei weiteren Ärztinnen steht ein Prozess bevor, da sie sich weigern, die Leistung „Schwangerschaftsabbruch“ von ihrer Webseite zu nehmen.

Immer öfter werden Frauen, die sich zu dem Thema informieren wollen, von selbsternannten Lebensschützer*innen auf dem Weg zu Frauenärzt*innen oder Beratungsstellen aufgelauert und beschimpft. Es wird versucht sie vom Schwangerschaftsabbruch abzuhalten. Die Frauenärzt*innen selbst werden von Lebensschützer*innen bedroht und als Mörder*innen bezeichnet. All das dafür, dass ein Informationsrecht von Betroffen*innen in Anspruch genommen wird.

Auf geht’s zur Demo!
Die stellvertretende DGB Vorsitzende Elke Hannack steuerte eine starke Rede zur Streichung des §219a StGB bei und die allgemeine Solidarisierung mit frauenpolitischen Themen. Dr. Bettina Gaber, eine Berliner Ärztin, der ein Prozess bevorsteht wegen des §219a, redet über den komplizierten Zustand den Ärzt*innen durchmachen, weil die ärztliche Leistung des Schwangerschaftsabbruch, die sie anbieten, als Straftatbestand gilt.

Die Redner*innen waren aus der ganzen Welt nach Berlin gereist. Vertreterinnen von Ni Una Menos, eine argentinische Frauenbewegung, berichtet über das knappe Scheitern der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Argentinien. Ailbhe Smyth erzählt hingegen von der Situation in Irland. Dort fand dieses Jahr ein erfolgreiches Referendum zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen statt. All diese Eindrücke haben wir als Gruppe von Jusos aus Schleswig-Holstein sammeln können. Es war, ist und wird uns weiterhin ein Anliegen sein in Fragen der sexuellen Selbstbestimmung solidarisch zusammen zu stehen.

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