Vier bedeutende Sozialdemokratinnen der letzten 100 Jahre

Seit 100 Jahren gibt es das Frauenwahlrecht in Deutschland. Genauso gab es in den letzten 100 Jahren in der Sozialdemokratie viele Frauen, die etwas bewegt haben. Stellen wir einige von ihnen vor:

Foto: unbekannt – Büro des Reichstags (Hg.): Reichstags-Handbuch 1920, I. Wahlperiode, Verlag der Reichsdruckerei, Berlin 1920, PD-§-134, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5189560

Luise Zietz
“Her mit dem Frauenwahlrecht!”

Luise Zietz stammt sogar aus Schleswig-Holstein. Die 1865 in Bargteheide geborene gelernte Kindergärtnerin war die erste Frau im SPD-Parteivorstand. Sie gehörte zu den Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts. Als dies 1918 eingeführt worden ist, zog sie zusammen mit 36 anderen Frauen in das Parlament der Weimarer Republik ein. Auf sie geht zusammen mit Clara Zetkin der Internationale Frauentag zurück. Gemeinsam forderten regten sie diesen auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz des Internationalen Sozialistenkongresses am 26. und 27. August in Kopenhagen an.

 

Regine Hildebrandt

Foto: Bundesarchiv, 183-1990-0425-304 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5425522

“Erzähl mir doch nich, dasset nicht jeht.”

Aus Berlin-Mitte stammend, ist die 1941 geborene Regine Hildebrandt wohl eine der bekanntesten Sozialdemokratinnen aus der ehemaligen DDR. 1990 wurde sie in Brandenburg Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen. Als Reaktion auf die Bildung einer Großen Koalition in Brandenburg trat sie 1999 von ihrem Ministeramt zurück. In der DDR hatte sie sich in der Bürgerbewegung “Demokratie Jetzt.” engagiert, trat im gleichen Jahr in die SPD der DDR ein und wurde 1990 Abgeordnete der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Bekannt war sie für ihre stets klare Ausdrucksweise. So konstatierte sie kurz nach der Wende: “Heute können wir rausbrüllen, was wir wollen, aber es hört keiner zu.”

 

Foto: Udo Grimberg, Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14255564

Heide Simonis
“Sie werden Frau immer nur dann etwas, wenn Männer eine Sache in den Sand gesetzt haben.”

Die erste Regierungschefin einer deutschen Landesregierung war Heide Simonis – in Schleswig-Holstein. Geboren 1941 folgte sie 1993 folgte als Ministerpräsidentin auf Björn Engholm. Schwerpunkte ihrer Regierungszeit waren die Schaffung neuer Arbeitsplätze, Ansiedlung von Zukunftsindustrien und die Förderung der Hochschulen. 2005 scheiterte ihre Wiederwahl zur Ministerpräsidentin an einer Stimme aus den eigenen Reihen. Der sogenannte “Heide-Mörder” ist bis heute unbekannt. Nach ihrer politische Karriere engagierte sich Heide Simons u.a. als ehrenamtliche Vorsitzende des Kinderhilfswerks UNICEF Deutschland.

 

Käte Strobel
“Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen sollte.”

Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F026590-0028 / Gräfingholt, Detlef / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5453957

Käte Strobel gehört zu den Politikerinnen der ersten Stunde in der Bundesrepublik. Sie ist die erste sozialdemokratische Bundesministerin: Von 1966 bis 1972 im Kabinett von Willy Brandt als Bundesgesundheitsministerin. 1969 erweiterte sie das Ministerium um die Bereiche Jugend und Familie. Ihre Zeit als Ministerin zeichnete sich durch ihr Engagement für sexuelle Aufklärung aus. So wurde der vom Ministerium geförderte Aufklärungsfilm „Helga“ sogar ein großer Kinoerfolg. Zudem wollte sie stets Frauen für politisches Engagement motivieren. Dafür bräuchten sie genau so viel Einfluss wie Männer.

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