100 Jahre Wahlrecht

1891 hat sich die SPD zum Frauenwahlrecht bekannt, am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen und gewählt werden.

Im November 1918 trat das Gesetz in Kraft. Dies war vermutlich die nachhaltigste Errungenschaft der Novemberrevolution. Die SPD-Abgeordnete Marie Juchacz sprach als erste Frau überhaupt im Reichstag und betonte: „Ich möchte hier feststellen und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne
Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit:
sie hat Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“

Über 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen nutzten ihre Stimme und gingen wählen, 300 Frauen kandidierten. Von den 300 Frauen schafften es 37 Abgeordnete ins Parlament: insgesamt gab es 423 Abgeordnete. Bis zum Wahlrecht für die Frauen war es ein

harter und langer Kampf: Frauen wurde lange Zeit vorgeworfen weniger intelligent zu sein und durch ihre Gebärfähigkeit wurde ihnen die Rolle als Mutter und Hausfrau zugeschrieben. Auch heute haben Frauen immer noch mit solchen Vorurteilen zu kämpfen.

 


Wie sieht es mit der Stellung der Frauen heute aus?

Frauen besuchen die Schule, absolvieren Ausbildungen und studieren und haben oftmals bessere Abschlüsse als Männer. Doch in Führungspositionen und in Spitzenfunktionen sind sie stark unterrepräsentiert. In Dax-Konzernen sind lediglich gut 12 % der Vorstandsmitglieder weiblich (Stand 1. April 2018). Außerdem verdienen Frauen in Deutschland bei gleicher Arbeit bis zu 21 Prozent weniger als ihre männlichen Mitmenschen. Aus diesem Grund ist eine starke Beteiligung von Frauen in der Politik sehr wichtig. Und mit gerade einmal 30,7 Prozent weiblichen Abgeordneten im Bundestag (Stand 2017) wird das keine leichte Arbeit. Frauen werden im Bundestag auch oft Themen Familie, Gesundheit und Umwelt anvertraut, die als „Kümmer-Themen“ gelten. Im Vergleich dazu, gab es bis heute nur eine Frau, die Verteidigungsministerin war. Die Gründe dafür sind verschieden. Mädchen werden oft so erzogen, dass sie kompromissbereit und fleißig sind. Viele Wähler*innen wünschen sich jedoch Politiker*innen die sich selbstdarstellerisch zeigen und ihre Themen konsequent und dickköpfig durchsetzen. Frauen werden zudem oft wegen ihrer Stimme, Aussehen und Auftreten als weniger ernst zu nehmend gewertet. Werden die Mädchen zu erwachsenen Frauen kommen weitere Probleme dazu – für viele ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein kompliziertes Thema. Vor einigen Wochen kam die Nachricht, dass eine Abgeordnete ihren Säugling nicht mit in den Plenarsaal nehmen durfte, da dies verboten ist.

Wir Jusos werden weiterhin dafür
kämpfen, dass auch diese und andere Probleme gelöst und Frauen in unserer
Politik und Gesellschaft mehr mitbestimmen und mitgestalten werden.

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