100 Jahre Frauenwahlrecht – da denkt man sofort an die Frauenbewegung, die dieses Recht für Frauen in ganz Europa erstritten hat. Doch oftmals hört man von der EINEN Frauenbewegung. Frauen kämpfen für die Rechte von Frauen. Allerdings kann sowohl historisch als auch politisch gesehen in verschiedene Bewegungen unterschieden werden. Von besonderem Interesse hinsichtlich politischer Differenzen sind die bürgerliche und die proletarische Frauenbewegung. Doch wie unterscheiden sich die beiden Frauenbewegungen des 19. bzw. frühen 20. Jahrhunderts aus inhaltlicher Sicht voneinander? Die Schriften von Louise Otto und Clara Zetkin geben hierüber Aufschluss.

Schaut man auf die Anfänge der Frauenbewegungen, stößt man unweigerlich auf Louise Otto-Peters. Geboren 1819 zählt sie zu den Begründerinnen der deutschen Frauenbewegungen überhaupt. Otto-Peters gilt als Hauptvertreterin der bürgerlichen Frauenbewegung. Daneben ist Clara Zetkin mit ihrem politischen Kampf für Frauenrechte als Begründerin der proletarischen Frauenbewegung in die Geschichte eingegangen. Übrigens hat sich Clara Zetkin bereits im Jahr 1910 auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz für das allgemeine Frauenwahlrecht ausgesprochen.
Erst einmal wird anhand ihres Namens deutlich, dass beide Frauenbewegungen ihre Ursprünge in unterschiedlichen gesellschaftlichen Klassen haben. So gründete sich die bürgerliche Frauenbewegung aus dem weiblichen Bürgertum heraus, während die proletarische Frauenbewegung Frauen aus der Arbeiter*innenklasse vereinigte.

Ein weiterer wichtiger Unterschied fällt bei der Frage auf, ob Frauen einen Beruf ausüben dürfen sollen oder nicht. Zwar fordern Zetkin und Otto die Möglichkeit für Frauen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, jedoch vor unterschiedlichen Hintergründen. Clara Zetkin stellte den Zusammenhang zwischen Erwerbsarbeit und weiblicher Emanzipation und der kompletten Gleichstellung mit dem Mann her. Das heißt, wenn auch Frauen einen Beruf haben, ist das eine Form von Gleichstellung. Louise Otto hingegen sieht die Erwerbsarbeit von Frauen eher als Alternative zum Leben als Ehefrau und Mutter. Frauen, die nicht verheiratet sind und keine Kinder haben, sollen aber arbeiten dürfen.

Die Art und Weise, wie die geforderten Frauenrechte erreicht werden sollen, unterscheiden sich ebenfalls. Anhand der Betrachtung von Louise Ottos Schriften wird deutlich, dass sie Verbesserungen für Frauen durch Reformen realisieren möchte. Einen kompletten gesellschaftlichen Umbruch durch eine Revolution lehnt sie strikt ab. Clara Zetkin hingegen verbindet ihre politischen Forderungen nach Frauenrechten mit einem starken Revolutionsdenken. Den Ursprung der sozialen und politischen Diskriminierung der Frau sieht sie auch im Kapitalismus. Folglich sieht Zetkin die Frauenbewegung als Teil der Arbeiterbewegung, wodurch die Gleichstellung der Frauen nur durch eine Revolution zu erreichen ist.

Obwohl es in einigen weiteren Aspekten auch Gemeinsamkeiten gibt, so zeigen doch all diese Aspekte, dass die beiden Frauenbewegung besonders in ihren Ursprüngen und in ihren Beweggründen sehr verschieden sind.

Seit 100 Jahren gibt es das Frauenwahlrecht in Deutschland. Genauso gab es in den letzten 100 Jahren in der Sozialdemokratie viele Frauen, die etwas bewegt haben. Stellen wir einige von ihnen vor:

Foto: unbekannt – Büro des Reichstags (Hg.): Reichstags-Handbuch 1920, I. Wahlperiode, Verlag der Reichsdruckerei, Berlin 1920, PD-§-134, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5189560

Luise Zietz
“Her mit dem Frauenwahlrecht!”

Luise Zietz stammt sogar aus Schleswig-Holstein. Die 1865 in Bargteheide geborene gelernte Kindergärtnerin war die erste Frau im SPD-Parteivorstand. Sie gehörte zu den Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts. Als dies 1918 eingeführt worden ist, zog sie zusammen mit 36 anderen Frauen in das Parlament der Weimarer Republik ein. Auf sie geht zusammen mit Clara Zetkin der Internationale Frauentag zurück. Gemeinsam forderten regten sie diesen auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz des Internationalen Sozialistenkongresses am 26. und 27. August in Kopenhagen an.

 

Regine Hildebrandt

Foto: Bundesarchiv, 183-1990-0425-304 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5425522

“Erzähl mir doch nich, dasset nicht jeht.”

Aus Berlin-Mitte stammend, ist die 1941 geborene Regine Hildebrandt wohl eine der bekanntesten Sozialdemokratinnen aus der ehemaligen DDR. 1990 wurde sie in Brandenburg Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen. Als Reaktion auf die Bildung einer Großen Koalition in Brandenburg trat sie 1999 von ihrem Ministeramt zurück. In der DDR hatte sie sich in der Bürgerbewegung “Demokratie Jetzt.” engagiert, trat im gleichen Jahr in die SPD der DDR ein und wurde 1990 Abgeordnete der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Bekannt war sie für ihre stets klare Ausdrucksweise. So konstatierte sie kurz nach der Wende: “Heute können wir rausbrüllen, was wir wollen, aber es hört keiner zu.”

 

Foto: Udo Grimberg, Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14255564

Heide Simonis
“Sie werden Frau immer nur dann etwas, wenn Männer eine Sache in den Sand gesetzt haben.”

Die erste Regierungschefin einer deutschen Landesregierung war Heide Simonis – in Schleswig-Holstein. Geboren 1941 folgte sie 1993 folgte als Ministerpräsidentin auf Björn Engholm. Schwerpunkte ihrer Regierungszeit waren die Schaffung neuer Arbeitsplätze, Ansiedlung von Zukunftsindustrien und die Förderung der Hochschulen. 2005 scheiterte ihre Wiederwahl zur Ministerpräsidentin an einer Stimme aus den eigenen Reihen. Der sogenannte “Heide-Mörder” ist bis heute unbekannt. Nach ihrer politische Karriere engagierte sich Heide Simons u.a. als ehrenamtliche Vorsitzende des Kinderhilfswerks UNICEF Deutschland.

 

Käte Strobel
“Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen sollte.”

Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F026590-0028 / Gräfingholt, Detlef / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5453957

Käte Strobel gehört zu den Politikerinnen der ersten Stunde in der Bundesrepublik. Sie ist die erste sozialdemokratische Bundesministerin: Von 1966 bis 1972 im Kabinett von Willy Brandt als Bundesgesundheitsministerin. 1969 erweiterte sie das Ministerium um die Bereiche Jugend und Familie. Ihre Zeit als Ministerin zeichnete sich durch ihr Engagement für sexuelle Aufklärung aus. So wurde der vom Ministerium geförderte Aufklärungsfilm „Helga“ sogar ein großer Kinoerfolg. Zudem wollte sie stets Frauen für politisches Engagement motivieren. Dafür bräuchten sie genau so viel Einfluss wie Männer.

Die Juso-Hochschulgruppen Schleswig-Holstein befürworten ein landesweites sozial verträgliches Semesterticket für die Studierenden in Schleswig-Holstein grundsätzlich.

Ein solches Ticket vereinfacht die Wege der Studierenden, sei es, um zum Hochschulstandort oder einem Praktikumsplatz zu pendeln, die Familie zu besuchen oder auch in der Freizeit Schleswig-Holstein und Hamburg zu erkunden. Zudem bietet es eine attraktive Möglichkeit zum Umstieg vom eigenen Auto hin zum öffentlichen Personennahverkehr.

Für uns ist klar: ein landesweites Semesterticket muss sozialverträglich gestaltet sein. Wir fordern hierfür höchstens moderate Preissteigerungen, Transparenz bezüglich der Kostenentwicklung in den nächsten Jahren und eine Härtefallklausel für diejenigen, die sich ein solches Semesterticket nicht leisten können. Wir stehen ein für all diejenigen, die sich eine deutliche Steigerung des Semestertickets nicht leisten können! Dabei sind insbesondere die
ASten vor Ort gefragt.

Eine solche Ausgestaltung kann nur dann gelingen, wenn die Landesregierung zu einem hinreichenden und dauerhaften Landeszuschuss bereit ist; eine Anschubfinanzierung ist bei weitem nicht genug. Um den Preis sozialverträglich zu halten, braucht es hier eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung durch das Land.

In ganz Schleswig-Holstein ist der ÖPNV ausbaufähig. Wir brauchen einen gut ausgebauten,verlässlichen und barrierefreien ÖPNV im ganzen Bundesland. Hier besteht in Schleswig-Holstein großer Nachholbedarf. Deshalb fordern wir neben der Einführung eines landesweiten Semestertickets auch Maßnahmen zum Ausbau des ÖPNV, insbesondere auch bezüglich besserer Taktungen und einer hinreichenden Erreichbarkeit auch in den Randzeiten.

Nicht zuletzt wollen wir keine Privilegierung der Studierenden: Neben dem landesweiten Semesterticket machen wir uns auch für ein Azubiticket stark.

Der neu gewählte Landesvorstand (LaVo) findet sich bei einem Klausurwochenende das erste Mal zusammen und nimmt seine Arbeit auf. Ein kleiner Einblick gefällig? Marcello Hagedorn, stellvertretender Landesvorsitzender, gibt ihn gerne!

Von Freitag, dem 20. Juli 2018, bis Sonntag, dem 22. Juli, haben wir uns in voller Vorfreude im schönen Lütjenweststedt (google it!) getroffen, um wichtige Entscheidungen für unsere Vorstandsarbeit im kommenden LaVo-Jahr zu treffen. Das Wochenende war also gefüllt mit Fragen, wie: Wer wird Ansprechpartner für welche Themenbereiche? Wann sollen unsere Juso-Erneuerungskongresse stattfinden und wann die außerordentliche Landeskonferenz? Wer organisiert was und welche Projekte sind jedem Einzelnen persönlich wichtig? Von besonderer Relevanz auch: Auf welcher Basis wollen wir gemeinsam arbeiten? Da geht es um gemeinsame Ansprüche, um Zuverlässigkeit, aber auch um den persönlichen Umgang – vor allem in schwierigen Situationen. Denn die Arbeit des LaVo ist eng getaktet: Die Jusos im Verband haben Bock auf viele spannende Veranstaltungen und Themen, dazu kommt ein Europawahlkampf in 2019 und sowieso #SPDerneuern. Es gibt Aufträge, die uns von der Landeskonferenz mitgegeben wurden, Partner*innenorganisationen, die Projekte am Start haben, und dann auch noch unsere persönlichen Ziele mit denen wir alle angetreten sind. Dem Ganzen gerecht zu werden ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Das wissen wir und deswegen gilt es ein gutes Team zu werden!

 

Was braucht es sonst noch für das Jahr?

Wer schon mal bei einem Roten Wochenende mitgemacht hat, weiß: Das lockere Zusammensein, zum Beispiel am Abend, ist mindestens genauso wichtig für die Gruppe, wie das restliche Programm. Das gilt natürlich auch für ein Team wie der LaVo eines wird. Etwas von der sonstigen Welt da draußen abgeschirmt haben wir sowohl schöne Pausen wie auch fröhliche Abende gehabt. Nicht nur, dass wir beim Essen beinahe bei einem plötzlichen Lachanfall unsere Landesvorsitzende Sophia verloren hätten, auch spannende Details über fragwürdige Familienverhältnisse kamen ans Licht und wurden bei Wikipedia eingespeist. Es sind die kleinen Momente, die uns zusammenschweißen. Paart sich Spaß mit etwas Struktur und Anspruch, wird es richtig gut. Das Wochenende hat gezeigt, dass wir alles haben, um ein tolles Juso-Jahr auf die Beine zu stellen!

 

Natürlich gibts auch schon erste Termine!

Damit wir gut durch das Jahr kommen, haben wir einen Strauß von spannenden Veranstaltungen zusammengestellt, bei denen wir uns sowohl unsere Themen, aber auch unseren Verband vornehmen wollen. Ob es nun darum geht, zunächst mal auf einen selbst zu schauen, bevor wir der SPD sagen wie es richtig geht, oder ob wir zusammenkommen, um uns über Umwelt und Ökologie, Bildung oder Wirtschaft, Soziales oder Feminismus auszutauschen…  Ob es darum geht, wie wir hoffentlich jemanden in unserem Alter nach Brüssel zu kriegen, oder ob wir bei einem Aktionstag für unsere Politik Action machen wollen… Es ist für jeden etwas dabei! Wir sind der Meinung: Um so mehr Leute am Start sind, desto stärker stehen wir da. In Zeiten von Jamaika im Landtag und den Rechten in den Schlagzeilen, ist es wichtig wie nie, sich zu beteiligen und miteinander für unsere Politik zu kämpfen. Das tun wir am besten mit einem lebendigen Verband, der seine Vielfalt zelebriert und sich den Themen widmet, die in Deutschland und SH relevant sind. Mach mit und bring dich ein! Schnapp dir deinen Kalender:

  • 29.9.: Landesweiter Aktionstag
  • 31.08. – 2.9.: Feminismuskongress des Juso Bundesverbandes in Hannover.
  • 28. – 30.9.: Europakongress des Juso Bundesverbandes in Frankfurt a.M.
  • 17. – 18.11.: Rotes Wochenende
  • 25.11.: Erstes Treffen der offenen Wahlkampfgruppe zur Europawahl
  • 15.12.: Erster Jusos SH Erneuern Kongress
  • 19.1.: Zweiter Jusos SH Erneuern Kongress
  • 16.2.: Außerordentliche Landeskonferenz
  • 29. – 30.6.: Ordentliche Landeskonferenz

Melde dich bei Rückfragen gerne an s.schiebe@jusos-sh.de und vergiss nicht für weitere Infos unserer Facebookseite zu folgen.

 

Wir freuen uns auf dich!

Dein Juso-Landesvorstand,

Sophia, Lukas, Philine, Lea, Simon, Paul und Marcello.

Über das Wochenende des 9. und 10. Juni haben sich die Jusos Schleswig-Holstein uns in größtmöglicher Runde zusammengefunden, um einen Weg für das kommende Jahr abzustecken: Bei den ordentlichen Landeskonferenzen (LaKo) treffen sich insgesamt 77 Delegierten der Kreisverbände aus dem ganzen Land. Sie wählen einen neuen Vorstand, beschließen ein Arbeitsprogramm und entscheiden, wie die Jusos SH zu ganz konkreten Themen stehen. Sei es Umwelt, Feminismus, Schule oder Digitales. Dabei wird um die besten Antworten gerungen und sich auch mal leidenschaftlich um Inhalte gestritten. 

 

Wo geht’s hin? – Das Arbeitsprogramm

Das Arbeitsprogramm stellt den Fahrplan für die Jusos Schleswig-Holstein im kommenden Jahr dar. Dabei enthält es drei Schwerpunkte.

2018 gibt es was zu feiern: 100 Jahre Frauenwahlrecht! Dieses Jahr soll es gemeinsam mit der SPD Veranstaltungen zu dem Thema geben und wir werden auf verschiedene Wege darauf aufmerksam machen, dass wir in Deutschland beim Thema Gleichberechtigung immer noch Sachen aufzuholen haben. Außerdem gibt es zwei weitere Schwerpunkte: #SPDerneuern und die Europawahl. Sowohl Europa, als auch die SPD stecken in einer Krise. Es wird unsere Generation sein, die in der Welt von Morgen in Frieden und Sicherheit ihr Leben gestalten will. Wir sind überzeugt, dass das nur mit Europa möglich sein wird. Ein starkes Europa braucht eine starke Sozialdemokratie! Zwei Herzensthemen gehen also Hand in Hand.

Das Arbeitsprogramm macht außerdem klar, dass wir weiterhin eng mit unseren Partner*innen zusammen arbeiten wollen: Seien es gemeinsame Aktionen zu verschiedensten Themen, Demos gegen Rassisten oder eine spannende Abendveranstaltung – gemeinsam sind wir stärker. Wir wollen eine Praxiswoche durchführen, also im ganzen Land bei Unternehmen, Vereinen oder Sozialträgern reinschnuppern und uns mit den Herausforderungen vor Ort beschäftigen. Wie in der Vergangenheit auch, werden wir ein breites Themenspektrum, neben den drei Schwerpunkten, abdecken und gemeinsam nach Antworten für Zukunftsfragen suchen.

 

Beschlüsse – Darum ging’s

Geld bezahlen, um zur Schule zu kommen? Für viele von uns im hohen Norden leider Realität. Wir fordern deswegen, dass die Landesregierung eine kostenfreie Schüler*innen-Beförderung sicherstellt. Es darf keine Rolle spielen, ob man in der Großstadt oder auf dem Land wohnt. Für die Schule hat der Bus kostenfrei zu sein!

Schwangerschaftsabbruch erschweren? Nicht mit uns! Der §219a gehört aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Er verbietet es Ärzten, angemessen darüber zu informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Das Gesetz geht zurück auf die Nazizeit und ist alles mögliche, aber sicher nicht mehr zeitgemäß!

Steuern auf die Vagina – So könnte man die 19%-Mehrwertsteuer auf Menstruationsartikel, wie Damenbinden, Tampons oder Slipeinlagen nennen. Die Besteuerung von Artikeln, die ausschließlich 50 Prozent der Gesellschaft nutzen stellt für uns eine strukturelle Diskriminierung dar. Dem ganzen gehört ein Ende gesetzt: Wir wollen, dass solche Artikel zunächst von der Steuer befreit werden und langfristig in einem zweiten Schritt kostenfrei zur Verfügung gestellt werden! Don’t tax my period!

Wo können sich Europäische Länder weiter annähern? Bei der Bundeswehr läuft es ja eh nicht so… Also warum nicht ein europäisches Militär? Ziel soll es sein, neben den nationalen Streitkräften ein Europäisches Heer aufzubauen. Das hat nicht nur das Potenzial, dass Europa seine Interessen im Ausland einheitlicher vertreten kann, sondern schafft für die Soldat*innen Annäherung durch gemeinsame Ausbildung und Mission.

2015, das Jahr, in dem viele Geflüchtete bei uns Schutz suchten, ist drei Jahre her? Kein Grund für uns die Geflüchtetenpolitik zu vergessen! Wir setzen uns weiterhin für ein weltoffenes Europa ein. Es braucht einen humanen Umgang mit den Menschen die fliehen mussten – Gesetze die Geflüchtete in Flüchtlinge “erster und zweiter Klasse” einteilen wollen wir nicht. Außerdem muss auch subsidiär Schutzberechtigten der uneingeschränkte Familienzuzug gewährt werden.

Pflege ist nichts für Jusos? Von wegen, sie betrifft uns alle. Wir setzen uns für Verbesserungen im Gesundheitswesen ein, indem wir eine Beteiligung der Bundespflegekammer an der Verhandlung von Personalbemessungsschlüsseln in Krankenhäusern, eine Verbesserung der Ausbildungsvergütung und eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur Fortbildung und Gesunderhaltung seiner Angestellten fordern.

Digitalisierung in aller Munde. Doch was sich dahinter verbirgt, ist vielen nicht wirklich klar. Mit einem großen Antrag füllen wir die Digitalisierung mit Inhalten. Damit wir von ihr mehr Vorteile als Nachteile haben. Sie betrifft die Arbeitswelt genau wie Bildung und den Datenschutz. Wir wollen, dass es ein Recht auf Nichterreichbarkeit gibt und ab einer bestimmten Zeit keine Dienst-E-Mails mehr auf das Handy kommen. Genauso bedarf es weiterer Maßnahmen um Cybermobbing begegnen zu können. Mit der neuen europäischen Datenschutzgesetzgebung erhält jede*r starke Rechte im Datenschutz. Diese bedürfen einer ständigen Anpassung. So fordern wir beispielsweise die Schaffung einer digitalen Grundrechtecharta.

 

Da war doch noch was? Der neue Landesvorstand

Um Themen in der Partei und der Öffentlichkeit zu Platzieren, aber auch um zu organisieren braucht es eine Vorsitzende und ihre Vertreter*innen! Letztes Jahr hat es ein starkes Team mit fast ausschließlich neuen Vorstandsmitgliedern gegeben. Ein paar von denen widmen sich nun anderen spannenden Aufgaben bei den Jusos und der SPD, so dass es auch dieses Jahr wieder neue Gesichter im Landesvorstand gibt. Während Sophia Schiebe Landesvorsitzende bleibt und auch Simon Bull und Lukas Zeidler als stellvertretende Landesvorsitzende weitermachen dürfen, verabschiedet sich der Vorstand von Tiemo Olesen, Fabian Parohl, Janne Nissen und Aylin Cerrar. An deren Stelle treten für dieses Jahr Philine Krohn, Marcello Hagedorn, Lea Benecke und Paul Benk.

Den heutigen Tag der Organspende möchten wir dazu nutzen, auf die aktuelle Problematik im System des Organspendewesens ins Deutschland aufmerksam zu machen. Derzeit warten über 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, die meisten jedoch vergebens. Dies hat vielerlei Gründe.

Zum einen gibt es nicht ausreichend Spender. Um ein Organ transplantieren zu können, müssen bestimmte Stoffe in dem Spender mit denen des Empfängers übereinstimmen, ansonsten kommt es zu einer Abstoßungsreaktion. Je mehr Spender es gibt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, ein passendes Organ zu finden. In Deutschland gibt es im Vergleich zum europäischen Ausland jedoch relativ wenig Spender. Obwohl auch Organe über “Eurotransplant”, eine länderübergreifende Zusammenarbeit in der Organspende, nach Deutschland “importiert” werden, reicht es bei weitem nicht aus. Ein Faktor dabei ist, dass man sich in Deutschland aktiv vor dem eigenen Tod dazu entscheiden muss, potentielle*r Organspender*in zu werden und einen Organspendeausweis auszufüllen. In den meisten anderen europäischen Ländern sind die Bürger*innen mit Eintritt in das Erwachsenenalter automatisch Organspender, solange sie nicht selbst aktiv Widerspruch einlegen. Die ist in Deutschland auch eine denkbare Möglichkeit, die dringend umgesetzt werden muss, damit mehr Menschen eine Chance zum Überleben bekommen.

Zum anderen ist das medizinische System in Deutschland verbesserungsbedürftig. Häufig scheitert eine Organspende an den Gegebenheiten im Krankenhaus. Um die Organe entnehmen zu können, muss zunächst von zwei Ärzten der Hirntod festgestellt werden. Mindestens eine*r von beiden muss Neurolog*in oder Neurochirurg*in sein. Diese Vorgaben können viele kleinere Krankenhäuser nicht einhalten, sodass es nicht zu einer Organspende kommt. Dem könnten mobile Expertenteams entgegenwirken, die bei Bedarf in kleineren Kliniken zur Hintoddiagnostik angefordert werden können.

Patientenverfügungen sind essentiell für die körperliche Selbstbestimmung in Situationen, in denen Patient*innen nicht mehr aktiv selbst entscheiden können. Jedoch berücksichtigen die meisten Vordrucke nicht die Möglichkeit einer Organspende. Es ist wichtig, die Menschen auch über die Möglichkeit in Kenntnis zu setzen, dass der Körper im Fall der Fälle solange durch lebenserhaltenden Maßnahmen geschützt wird, bis die Organentnahme stattgefunden hat. Eine derartige Formulierung sollte in die Vordrucke aufgenommen werden und Ärzt*innen sollten über diese Möglichkeit informieren.

Die wichtigste Frage an diesem Tag ist jedoch: Fühlst Du dich ausreichend über das Thema “Organspende” informiert? Hier informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.bzga.de/infomaterialien/organspende/

Und hast Du Dich schon entschieden? Hier kannst Du Dir einen Organspendeausweis ausdrucken und anschließend ausfüllen: https://www.bzga.de/bot_organspende.html

Oder Du bestellst ihn online und bekommst ihn kostenfrei zugeschickt: https://www.organspende-info.de/articles/2081