„Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte , 1948).

Das Recht auf Bildung ist nicht nur in den Menschenrechten verankert, sondern auch im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, im Übereinkommen über die Rechte des Kindes und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Unter anderem ist in diesen vereinbart,  dass die verschiedenen Formen des höheren Schulwesens einschließlich des höheren Fach— und Berufsschulwesens auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, allgemein verfügbar und für jeden und jede zugänglich gemacht werden müssen.

Die Unentgeltlichkeit haben wir in Deutschland bis heute allerdings nicht erreicht. Schleswig-Holstein ist ein ländlich geprägtes Land, die Wege zur Schule sind meistens lang und kostenaufwendig. Die Kosten für den Schulweg werden von den Kreisen bis zur zehnten Jahrgangsstufe (bzw. dem E-Jahrgang) übernommen. Um einen Abschluss zu haben, der einen für die Universitäten und Fachhochschulen qualifiziert, muss man in Schleswig-Holstein allerding 12 bis 13 Jahre zur Schule gehen.

So hoch können die Kosten ja nicht sein? Doch, monatlich kosten die Tickets meist 50€. Innerhalb von zwei Jahren belaufen sich die Kosten also auf 1200€ und in drei Jahren auf 1800€.

Den Eltern diese Kosten zu überlassen, entspricht nicht unserer Vorstellung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Für einige Familien ist der Betrag schlicht weg nicht tragbar und zwingt die Schüler*innen entweder nach der 10. Klasse die Schule zu verlassen, oder sie müssen neben einer Vollzeitwoche auch noch arbeiten und das während ihrer Abitur Phase.

Solche Kosten fördern, dass von Arbeiterkindern durchschnittlich lediglich 23% Studieren, da ihre Eltern häufig schlechter verdienen als Akademiker*innen. Zum Vergleich: Etwa 77% der Akademiker*innen Kinder studieren.

Wir fordern daher, dass alle Schüler*innen bei den Beförderungskosten entlastet werden!

Du bist auch der Meinung, dass Bildung für alle nicht an den Kosten scheitern soll? Am 7. sind in Schleswig-Holstein Landtagswahl und deine Stimme kann helfen, damit wir Unentgeltlichkeit und Chancengerechtigkeit in der Bildung erreichen können!

Von Jana Stuth

Angehende Floristen, Fotografinnen, Bäckerinnen oder Friseure gehen im 1. Lehrjahr in Schleswig-Holstein häufig mit 350 bis 400 Euro im Monat nach Hause. Auf eigenen Beinen kann man davon nicht stehen. Eine eigene Wohnung ist fast unmöglich, am Wochenende feiern oder ins Kino gehen schwierig.

Hinzu kommt, dass es gerade in Schleswig-Holstein im Tourismus und Dienstleistungsbereich viele schlecht bezahlte Ausbildungsplätze gibt. Wir finden: Wer arbeitet oder eine Ausbildung macht, muss auf eigenen Beinen stehen können. Auch eine Ausbildungsvergütung muss zum Leben reichen!

Die Realität ist aktuell anders. Deshalb müssen die allermeisten Ausbildenden weiterhin bei ihren Eltern leben , egal ob sie wollen oder nicht. Das ist nicht unsere Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben.

Klar ist nach vielen Jahren der Diskussion: Wie beim Mindestlohn helfen keine nett gemeinten Appelle an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Wir brauchen eine gesetzliche Regelung mit einer Mindestausbildungsvergütung. Das hilft auch den Betrieben, die jetzt schon angemessen zahlen.

Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung muss auf Bundesebene geregelt werden. Sie soll sich am BAföG-Höchstsatz in Höhe von 735 Euro orientieren.

Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und gleichzeitig ein wichtiger Schritt, um die Berufsausbildung attraktiver zu machen. Viele Probleme, die unter der Überschrift Fachkräftemangel diskutiert werden, sind nämlich hausgemacht.

Ein großer Anteil der Jugendlichen entscheidet sich gegen eine berufliche Ausbildung, weil es In vielen Berufen schlechte Arbeitsbedingungen gibt: Dabei geht es besonders um unklare Ausbildungsinhalte, ungeeignete Ausbildungsbetriebe, schlecht ausgestattete Berufsschulen und zu niedrige Vergütung. Der Ausbildungsreport der DGB-Jugend zeigt das jedes Jahr.

Nach der Bundestagswahl werden wir das ändern. Aber auch am 7. Mai bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein geht es um gute Ausbildung. Wir wollen Auszubildende in den Bereichen Wohnen und Mobilität unterstützen. Konkret planen wir ein flächendeckendes und bezahlbares Azubi-Ticket, Azubi-Wohnheime in Orten mit sehr hohen Mieten und zusätzliche Unterstützung für Auszubildende mit besonders weiten Wegen auch außerhalb von Schleswig-Holstein.

 

Rund 50 Forderungen für jungen Menschen haben die Jusos Schleswig-Holstein im Wahlprogramm der SPD untergebracht. Wir stellen sie euch vor! Heute: der zusätzliche gesetzliche Feiertag.

Bayern hat 13, Schleswig-Holstein grade einmal neun. Die Rede ist von gesetzlichen Feiertagen. Klar – dafür müssen wir nicht in Bayern leben, aber im Ernst: Ein bisschen mehr Gerechtigkeit wäre doch schön, oder?

Gerechtigkeit ist nicht das einzige Argument, warum die SPD Schleswig-Holstein sich in ihrem Landtagswahlprogramm (auf Antrag der Jusos) für einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag stark macht. Zum einen wird die Arbeitswelt immer stressiger. Beschäftigte berichten von zusätzlichen Belastungen, unter anderem auf Grund der Digitalisierung, gestiegener Anforderungen und dauerhafter Erreichbarkeit. Das trifft natürlich nicht für alle Beschäftigten zu, für viele allerdings schon. Freie Tage, an denen die ganze Gesellschaft mal einen Gang runter schaltet, helfen beim Entschleunigen und senken den Stresspegel. Das sieht übrigens auch der DGB Nord so, der die Debatte um einen zusätzlichen Feiertag ursprünglich angestoßen hatte.

Zum anderen wird Schleswig-Holstein in 2017 einmalig einen zusätzlichen Feiertag haben: den Reformationstag am 31. Oktober. Grund dafür ist das 500-jährige Reformationsjubiläum. Warum wieder hergeben, was wir schon haben?

Rund 50 Forderungen für jungen Menschen haben die Jusos Schleswig-Holstein im Wahlprogramm der SPD untergebracht. Wir stellen sie euch vor! Heute: die Verdoppelung der regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus.

Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit bedrohen nicht nur Opfer rechter Gewalt sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben. Insbesondere angesichts der politischen Entwicklungen der letzten Jahre brauchen wir Strategien, dagegen vorzugehen. Neben zivilgesellschaftlichem Engagement braucht es auch eine Ausfinanzierung institutioneller Einrichtungen gegen Rechtsextremismus.

Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus (Beranet) in Schleswig-Holstein berät Menschen und Institutionen und wird getragen vom Rat für Kriminalitätsverhütung und weiteren Verbänden. Zielgruppen sind insbesondere Kommunen, Schulen, Eltern und Betroffene rechter Gewalt, Rassismus und Diskriminierung.

Regionale Beratungsteams in den Regionen Flensburg, Itzehoe, Kiel und Lübeck decken auch den ländlichen Raum ab.

Die SPD wird die Beratungsteams in Schleswig-Holstein von vier auf acht verdoppeln, um eine höhere Dichte von Beratungsangeboten zu erreichen. Auch die politische Bildung wird gestärkt, um Alltagsrassismus wirksam zu bekämpfen.

Von Leonie Pätzold

 

Bereits im November haben die Jusos auf dem Programmparteitag der schleswig-holsteinischen SPD Akzente gesetzt. So finden sich zahlreiche starke Juso-Forderungen in dem Wahlprogramm, mit dem die SPD im Mai die Landtagswahl gewinnen will. Bei diesen Forderungen stehen junge Menschen im Mittelpunkt. Neben WLAN in öffentlichen Gebäuden, Breitbandausbau und dem Einsatz für die Mindestausbildungsvergütung, sind das landesweite Semesterticket sowie das Azubi-Ticket wichtige Teile des Wahlprogramms.

 

Niclas Dürbrook, Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein: “Wir wollen einen günstigen ÖPNV für junge Menschen. Darum ist es ein klasse Zeichen, dass die SPD unsere Forderung nach landesweiten Azubi- und Semester-Tickets ins Landtagswahlprogramm aufgenommen hat.”

 

Mit dieser Forderung stehen Jusos und SPD in Schleswig-Holstein für landesweite Mobilität.  Die Tickets für Azubis und Studierende geben den jungen Menschen Freiheit und entlasten sie finanziell. Aber nicht nur junge Menschen profitieren dabei. Auch der ländliche Raum werde gestärkt sowie Städte mit einem angespannten Wohnungsmarkt entlastet.
Dürbrook weiter: “Junge Menschen sollen sich für die Ausbildung entscheiden können, die am besten zu ihnen passt. Und nicht die Stelle nehmen müssen, bei der sie sich die Anfahrt leisten können.”

Tobias von Pein trat 2012 das erste Mal als Direktkandidat im Wahlkreis Stormarn Mitte an und wurde als Juso-Kandidat über die Landesliste ins Kieler Landeshaus gewählt. Das ist nuneine Leigislaturperiode her. Er blickt also bereits auf mehrere Jahre Erfahrung als Abgeordneter zurück. Im Landtag vertritt er wichtige Themen unserer Zeit. Als jugendpolitischer Sprecher weiß er, was junge Menschen bewegt und wie wichtig ihre Einbindung in politische Prozesse ist. Als Verantwortlicher für Wirtschaftspolitik und berufliche Bildung kämpft er für gerechte und soziale Lebens- und Arbeitsbedingungen. Der Kampf gegen Rechtsextremismus und für Demokratieprojekte ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit.

Tobias‘ Weg in den Landtag führte ihn an verschiedenen Stationen vorbei. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Der Zivildienst in einem Kinderhaus prägte seine Einstellungen zum Thema Bekämpfung von Kinderarmut und der Wichtigkeit von Gewaltprävention.Durch eine Aufnahmeprüfung konnte er ohne Abitur in Hamburg Sozialökonomie im Bachelor und Master studieren und befasste sich hier u.a. mit ökonomischen und arbeitsrechtlichen Fragen. Beim DGB-Bildungswerk führte er Seminare für Betriebsräte durch. Mit 16 Jahren wurde er politisch bei den Jusos und der SPD aktiv, engagierte sich viele Jahre auch kommunalpolitisch. Diese Stationen und die hierbei gesammelten Erfahrungen haben ihn persönlich geprägt und ihm wichtige Erfahrungen für seine politische Arbeit mitgegeben.

Bereut er die Entscheidung, sich 2012 zur Wahl gestellt zu haben? Auf keinen Fall! Gerade im jugendpolitischen Bereich und beim Kampf gegen Rechts, aber in anderen Bereichen wurde viel auf den Weg gebracht, an dem er aktiv beteiligt war. 2017 tritt er erneut an, um in den schleswig-holsteinischen Landtag gewählt zu werden und für seine politischen Ziele zu kämpfen und seinen Wahlkreis zu vertreten. Diese Herausforderung nimmt er an und freut sich auf einen spannenden Wahlkampf. Dazu beizutragen, die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen ist dabei sein Antrieb.