Rund 50 Forderungen für jungen Menschen haben die Jusos Schleswig-Holstein im Wahlprogramm der SPD untergebracht. Wir stellen sie euch vor! Heute: die Verdoppelung der regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus.

Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit bedrohen nicht nur Opfer rechter Gewalt sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben. Insbesondere angesichts der politischen Entwicklungen der letzten Jahre brauchen wir Strategien, dagegen vorzugehen. Neben zivilgesellschaftlichem Engagement braucht es auch eine Ausfinanzierung institutioneller Einrichtungen gegen Rechtsextremismus.

Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus (Beranet) in Schleswig-Holstein berät Menschen und Institutionen und wird getragen vom Rat für Kriminalitätsverhütung und weiteren Verbänden. Zielgruppen sind insbesondere Kommunen, Schulen, Eltern und Betroffene rechter Gewalt, Rassismus und Diskriminierung.

Regionale Beratungsteams in den Regionen Flensburg, Itzehoe, Kiel und Lübeck decken auch den ländlichen Raum ab.

Die SPD wird die Beratungsteams in Schleswig-Holstein von vier auf acht verdoppeln, um eine höhere Dichte von Beratungsangeboten zu erreichen. Auch die politische Bildung wird gestärkt, um Alltagsrassismus wirksam zu bekämpfen.

Von Leonie Pätzold

 

Bereits im November haben die Jusos auf dem Programmparteitag der schleswig-holsteinischen SPD Akzente gesetzt. So finden sich zahlreiche starke Juso-Forderungen in dem Wahlprogramm, mit dem die SPD im Mai die Landtagswahl gewinnen will. Bei diesen Forderungen stehen junge Menschen im Mittelpunkt. Neben WLAN in öffentlichen Gebäuden, Breitbandausbau und dem Einsatz für die Mindestausbildungsvergütung, sind das landesweite Semesterticket sowie das Azubi-Ticket wichtige Teile des Wahlprogramms.

 

Niclas Dürbrook, Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein: “Wir wollen einen günstigen ÖPNV für junge Menschen. Darum ist es ein klasse Zeichen, dass die SPD unsere Forderung nach landesweiten Azubi- und Semester-Tickets ins Landtagswahlprogramm aufgenommen hat.”

 

Mit dieser Forderung stehen Jusos und SPD in Schleswig-Holstein für landesweite Mobilität.  Die Tickets für Azubis und Studierende geben den jungen Menschen Freiheit und entlasten sie finanziell. Aber nicht nur junge Menschen profitieren dabei. Auch der ländliche Raum werde gestärkt sowie Städte mit einem angespannten Wohnungsmarkt entlastet.
Dürbrook weiter: “Junge Menschen sollen sich für die Ausbildung entscheiden können, die am besten zu ihnen passt. Und nicht die Stelle nehmen müssen, bei der sie sich die Anfahrt leisten können.”

Tobias von Pein trat 2012 das erste Mal als Direktkandidat im Wahlkreis Stormarn Mitte an und wurde als Juso-Kandidat über die Landesliste ins Kieler Landeshaus gewählt. Das ist nuneine Leigislaturperiode her. Er blickt also bereits auf mehrere Jahre Erfahrung als Abgeordneter zurück. Im Landtag vertritt er wichtige Themen unserer Zeit. Als jugendpolitischer Sprecher weiß er, was junge Menschen bewegt und wie wichtig ihre Einbindung in politische Prozesse ist. Als Verantwortlicher für Wirtschaftspolitik und berufliche Bildung kämpft er für gerechte und soziale Lebens- und Arbeitsbedingungen. Der Kampf gegen Rechtsextremismus und für Demokratieprojekte ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit.

Tobias‘ Weg in den Landtag führte ihn an verschiedenen Stationen vorbei. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Der Zivildienst in einem Kinderhaus prägte seine Einstellungen zum Thema Bekämpfung von Kinderarmut und der Wichtigkeit von Gewaltprävention.Durch eine Aufnahmeprüfung konnte er ohne Abitur in Hamburg Sozialökonomie im Bachelor und Master studieren und befasste sich hier u.a. mit ökonomischen und arbeitsrechtlichen Fragen. Beim DGB-Bildungswerk führte er Seminare für Betriebsräte durch. Mit 16 Jahren wurde er politisch bei den Jusos und der SPD aktiv, engagierte sich viele Jahre auch kommunalpolitisch. Diese Stationen und die hierbei gesammelten Erfahrungen haben ihn persönlich geprägt und ihm wichtige Erfahrungen für seine politische Arbeit mitgegeben.

Bereut er die Entscheidung, sich 2012 zur Wahl gestellt zu haben? Auf keinen Fall! Gerade im jugendpolitischen Bereich und beim Kampf gegen Rechts, aber in anderen Bereichen wurde viel auf den Weg gebracht, an dem er aktiv beteiligt war. 2017 tritt er erneut an, um in den schleswig-holsteinischen Landtag gewählt zu werden und für seine politischen Ziele zu kämpfen und seinen Wahlkreis zu vertreten. Diese Herausforderung nimmt er an und freut sich auf einen spannenden Wahlkampf. Dazu beizutragen, die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen ist dabei sein Antrieb.

Unter dem Motto „Wir können das. Wir wollen das. Wir machen das.“ tritt in diesem Jahr neben Tobias von Pein ein weiterer Juso zur Landtagswahl an. Im Wahlkreis Nordfriesland-Nord wagt es der 23-jährige Hendrik Schwind-Hansen, der bei der Nominierung 98% der Delegierten-Stimmen für sich gewann.

Eigentlich studiert Hendrik an der Europa-Universität Flensburg im Master Deutsch und Wirtschaft/Politik auf Lehramt, doch die Liste der Ämter ist so lang, dass so mancher sich fragt, wo er fürs Studium überhaupt noch Zeit hat.

OV-Vorsitzender und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Niebüll, Stadtvertreter der Stadt Niebüll, Bürgerliches Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion Nordfriesland, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Nordfriesland und jetzt auch noch Landtagskandidat.

Und das auch noch in dem Wahlkreis, in dem Ingbert Liebing, Ex-Spitzenkandidat und MdB der CDU, als Gegenkandidat antritt. Sein Mandat direkt zu gewinnen, ist für Hendrik also eine ziemliche Herauforderung.

Und doch: Seine Stärke sind seine Themen, der Kampf gegen Rechts, sein regionaler Bezug und natürlich sein Alter.

Er ist nah dran an den Neuwähler*innen, die jetzt ja schon ab 16 wählen dürfen.

Was er sich erwartet von den nächsten 5 Jahren, falls er es in den Landtag schaffen sollte?

Anstrengend wird es wohl, glaubt er, aber auch schön, soviel bewegen zu können.