Im Rahmen der zweiten landesweite Praxiswoche haben die Jusos Ostholstein den Zweckverband Ostholstein besucht. Der Zweckverband mit seinen 428 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Ostholstein.

Drei Sparten – ein Ziel

Unter dem Dach des Zweckverbandes finden sich drei verschiedene Sparten. Neben der ZVO Entwässerung gibt es die ZVO Energie und die teilprivatisierte ZVO Entsorgung. Letztere geriet in den vergangenen Wochen in die überregionalen Schlagzeilen, nachdem das Landesverwaltungsgericht die aktuell geltenden Müllgebühren gekippt und die Privatisierung kritisiert hatte.

Alle drei Sparten dienen der Daseinsfürsorge. Der Zweckverband springt insbesondere dann ein, wenn privatwirtschaftliche Unternehmen kein Interesse an der Übernahme von Aufgaben haben. Häufig bleiben für den Zweckverband daher insbesondere schwierige und weniger attraktive Aufgaben übrig.

Der Kreisvorsitzende der Jusos Ostholstein, Jan-Marco Höppner (29) sagte zu dem Besuch: „Uns ist es wichtig, dass wir einen engen Kontakt mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei uns im Kreis halten und so einen Einblick gewinnen können.“

Zukunftsprojekt Breitband

Weite Teile von Ostholstein sind momentan weiße Flecken auf der Breitband-Karte – schnelles Internet ist Mangelware. Nachdem lange Jahre nichts passierte und private Unternehmen sich nach wie vor auf die lukrativeren stadtnahen Bereiche konzentrieren, ist die Aufgabe des Breitbandausbaus nun ebenfalls beim Zweckverband angekommen. In den kommenden Jahren sollen für einen Betrag von vorraussichtlich ca. 230 Millionen Euro in allen interessierten Gemeinden schnelle Leitungen verlegt werden um den Kreis ins digitale Zeitalter zu befördern.

Der Juso-Landesvorsitzende Niclas Dürbrook (25) sagte: “Der Zweckverband hält ein breites Angebot an Daseinsvorsorge bereit. Nicht zuletzt beim momentan diskutierten Breitbandausbau in Ostholstein zeigt sich der Wert eines Unternehmens, das auch dann einspringt, wenn anderen die Rendite zu niedrig ausfällt.”

Demographische Herausforderungen

Ein Schwerpunkt des Gesprächs der Jusos mit der Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer war die Alterstruktur des Zweckverbandes und die Situation junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ingesamt sind momentan 17 Auszubildene in den verschiedenen Sparten des Zweckverbandes beschäftigt, die sich auch in einer Jugendauszubildenenvertretung (JAV) organisieren.

Dennoch steht der Zweckverband vor großen Herausforderungen. Viele Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, Jobs mit unterschiedlichsten Qualifikationen müssen neu besetzt werden. Insbesondere in der neuen Breitbandsparte werden viele Expertinnen und Experten gebraucht werden. Der Zweckverband wirbt daher intensiv um Nachwuchs und bietet Stellen Qualifizierungsmöglichkeiten sowohl im Bereich von Ausbildungen, wie auch dualen Studienplätzen und Meisterlehrgängen.

Ein großer grüner Klotz

Nach dem Gespräch mit der Verbandsvorsteherin führte der Betriebsleiter Andreas Bordukat die Jusos durch das Neustädter Müllheizkraftwerk. Bereits seit den 1970er-Jahren werden die Ostholsteiner Abfälle hier in direkter Nähe zur Ostsee verbrannt. Rund 60.000 Tonnen Restmüll verfeuert das Kraftwerk jedes Jahr. Als „Ergebnis“ produziert es neben Strom auch Wärme für verschiedene Neustädter Einrichtungen.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Tim Dürbrook erklärte abschließend zu Besuch: “Die Besichtigung des Müllheizkraftwerks war sehr interessant. Man bekommt einen ganz neuen Blick auf das Thema Müllverwertung bei uns im Kreis. Ich denke, der Termin war für beide Seiten aufschlussreich und wichtig. Insbesondere für unsere kommunalpolitische Arbeit haben wir interessante Anregungen mitgenommen.”

Im Rahmen der Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein besuchte der stellvertretende Landesvorsitzende und Lübecker Lars Schalnat am Samstag, den 24. Oktober den Stockelsdorfer Handwerksbetrieb “Glas Maas”.
Die Glaserei Maas ist ein Traditionsunternehmen, bereits 1928 als Ein-Mann Betrieb gegründet arbeiten heute 20 Beschäftige im Handwerk und im kaufmännischen Bereich für die Glaserei. Auch zwei Auszubildende werden beschäftigt. Die Auftragslage ist gut, aber auch weil die Branche mit der Zeit und mit den Wünschen der Kunden mitgegangen ist. Bei der Glaserei Maas ist wie bei vielen anderen Betrieben der Wandel von der reinen Bauglaserei hin zum sogenannten Interiorbereich, z.B. Innenausstattung von Bädern, von statten gegangen.
Auch in der Glaserei merkt man den Fachkräftemangel. Gute Glaser sind selten geworden, daher wird natürlich selbst ausgebildet. Dabei wird viel Mühe und Arbeit investiert. Trotzdem ist es schwierig, die eigenen hohen Anforderungen an die Ausbildung zu erfüllen. Zudem wird es auch schwerer junge Leute, die begeistert von handwerklicher Tätigkeit sind, als Auszubildende zu finden.

Bereits seit sechs Wochen engagieren sich freiwillige Helferinnen und Helfer in einem beispiellosen Akt der humanitären Hilfe am Bahnhof in Flensburg, um die dort ankommenden Flüchtlinge zu unterstützen. Als Kreisvorsitzender der Jusos Flensburg habe ich die dort stattfindende Arbeit im Rahmen der Praxiswoche der Jusos SH vom 20. bis 24. Oktober begleitet.

Als Nachts am 8. September 2015 der erste „Flüchtlingsansturm“ am Flensburger Bahnhof strandete, eilten  sofort viele Flensburgerinnen und Flensburger zur Hilfe. Über die sozialen Netzwerke verbreitete sich die Nachricht rasend schnell. Die Anwohner trugen alles Nützliche zum Bahnhof. Von Bekleidung und Nahrungsmittel, über Kinderspielsachen, bis hin zu Babygläschen war alles dabei.

Am Folgetag begann dann die ehrenamtliche Arbeit in Flensburg: die gespendeten Sachmittel wurden in der Bahnhofshalle aufgesammelt, grob sortiert und in eine angrenzende Halle verbracht. Provisorisch wurde eine Lebensmittelausgabe, sowie ein InfoPoint errichtet. Zeitgleich wurden die in Müllsäcke verpackten Kleiderspenden sortiert, so dass aus der „Lagerhalle“ letztlich eine Kleiderkammer entstand.

Wenn Flüchtlinge ankommen, werden diese von HelferInnen an den Gleisen abgeholt. Ihnen wird erklärt, dass im Bahnhofsgebäude die Möglichkeit besteht etwas zu essen und zu trinken. Die vollkommen erschöpften Menschen nehmen das Angebot gerne an. Wenn sie etwas gegessen und getrunken haben, zieht sie es zumeist in die Kleiderkammer. Dort können sie sich neue Kleidungsstücke aussuchen. Gerade erst hatten wir den Fall, dass ein Mann mit vollkommen abgelaufen Schuhsolen um ein neues paar Schuhe bat. Als er ein passendes Paar gefunden hatte, strahlte er bis über beide Ohren. Genau solche Momente sind es, die die Freiwilligen zur Arbeit motivieren.

Sind sie dann versorgt, nehmen die Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben den nächsten Zug in Richtung Schweden. Nur vereinzelt wird der Wunsch nach Asyl in Deutschland vorgebracht.

Außerdem gibt es die Möglichkeit in Flensburg zu übernachten. Hierfür wird jeden Abend eine Sporthalle in Flensburg geöffnet, und Feldbetten aufgestellt.

Des Weiteren ist vor Ort auch ein Sanitätsdienst, welcher kleinere gesundheitliche Probleme lösen kann. Wird es doch mal brenzlicher, stehen uns neben dem Notruf auch eine Liste der Allgemeinmediziner in Flensburg zur Verfügung. Die Ärzte können wir bei Bedarf jederzeit kontaktieren – auch sie helfen freiwillig und unbezahlt.

Mittlerweile hat sich die Arbeit am Bahnhof gut eingespielt, wenn nicht sogar professionalisiert. Der provisorisch errichtete Infopoint ist nun zum Knotenpunkt geworden- mit von der Stadt Flensburg zur Verfügung gestellten Laptops, einen Drucker und Internetzugang. Von dort aus wird auch die Facebookseite „Refugees Welcome – Flensburg“ betreut, auf der die aktuelle Bedarfsliste alle paar Stunden aktualisiert wird. Neben der Lebensmittelausgabe ist zudem auch eine kleine Hygieneabteilung entstanden, in der den Ankommenden Hygieneartikel ausgehändigt werden können.

Nach wie vor sind alle herzlich dazu eingeladen, mitzuhelfen. Interessierte müssen lediglich zum InfoPoint gehen, sich kurz dort melden, ein Namensschild ankleben und schon kann es losgehen. Am Bahnhof gibt es für jede Abteilung ein Team: das Team Versorgung, das Team Kleiderkammer, das Team InfoPoint, das Dolmetscherteam und das Organisationsteam. Jedes dieser Teams hat mindestens einen Teamsprecher.

Zur Koordination finden zudem regelmäßige Besprechungen statt. Anwesend sind hierbei Vertreter des Organisationsteams, der Stadt Flensburg, sowie der Bundes- und Landespolizei. Ebenso regelmäßig finden interne Besprechungen statt, auf denen die Teamsprecher auf Missstände hinweisen können und selbstverständlich auch Lob aussprechen können.

Das Miteinander unter den Helferinnen und Helfern ist immer sehr warmherzig und vertraut. Im Grunde genommen hat man nicht selten das Gefühl Teil einer großen Familie zu sein. Die Zugehörigkeit zu Vereinen, Organisationen, Parteien und Sonstigem tut am Bahnhof überhaupt nichts zur Sache. Jeder zieht an einem Strang- es geht um die gemeinsame Sache. Auch mit den Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei, wie auch den Mitarbeitern der Deutschen Bahn kommt man sehr gut zurecht und ergänzt sich gegenseitig.

Deutlich wird aber auch: ohne uns Freiwillige ist es nicht zu schaffen. Weder in Flensburg, noch in München oder sonst irgendwo in der Bundesrepublik. Genau aus diesem Grund muss die Politik sehr genau überlegen, ob sie weiterhin an Stellenstreichungen festhalten will.

Für uns ist klar, dass ehrenamtliches Engagement professionelle Strukturen nicht dauerhaft ersetzen kann. Die Hilfestellungen am Bahnhof dienen vielmehr zur Überbrückung, bis eben solche geschaffen wurden.

Was wäre, wenn die Flensburgerinnen und Flensburger  nicht so hilfsbereit wären?

Was wäre, wenn alle Helferinnen und Helfer spontan für einen Tag wegblieben- im ganzen Bundesgebiet?

Was würde aus dem Willkommensland Deutschland werden?

Was wäre, wenn…?

Von Tiemo Olesen

Am 22. Oktober besuchten Frederik Digulla, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein, und Jana Stuth, Pressesprecherin der Jusos Segeberg, das Jobcenter Segeberg. In den drei Filialen in Kaltenkirchen, Norderstedt und der Kreisstadt werden insgesamt rund 4.200 Langzeitarbeitslose betreut. Getragen werden die Jobcenter seit der Arbeitsmarktreform 2005 gemeinsam von den Kreisen und der Bundesagentur für Arbeit. Sie sind für alle Menschen, die in den Rechtsbereich des Sozialgesetzbuchs II fallen, zuständig. Das umfasst Menschen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, Aufstockerinnen und Aufstocker, die von ihrem Einkommen nicht leben können und alle Personen, die mit den beiden genannten Gruppen in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

Während des ganztägigen Besuches konnten wir alle Fachbereiche durchlaufen. Um 8.00 Uhr begann der Tag am Kundentresen. Dort werden alle Besucher_innen aufgenommen und an die jeweils zuständigen verwiesen. Schon hier ist große menschliche Qualität gefragt, weil hinter allen Kund_innen ganz persönliche Schicksale stehen, die häufig wirklich tragisch sind. Weiter ging es in der Vorprüfungsstelle. Dort werden alle Anträge auf Arbeitslosengeld II bearbeitet und an die Leistungsstelle weitergeleitet.

Um 10.00 Uhr gab es einen Außentermin bei der Maßnahme StellWERK. Dieses Angebot bietet eine intensive Betreuung für eine Gruppe von 12 Arbeitslosen, die von zwei Coaches betreut werden und bei der Arbeitssuche vielfältige Unterstützung erhalten. Die Vermittlungserfolge belegen, dass ein größerer Personaleinsatz und ein besserer Betreuungsschlüssel konkrete Auswirkungen in der Arbeitsvermittlung haben.

Weiter ging es in der Arbeitsvermittlung. Hier werden Fähigkeitsprofile erstellt, Qualifizierungen und Maßnahmen bewilligt sowie Arbeitsangebote verteilt. Nach der Mittagspause ging es weiter in der Leistungsabteilung. Dort wird der konkrete Anspruch der verschiedenen Bedarfsgemeinschaften auf Unterstützung geprüft. Spätestens nach einem Jahr muss jeder Fall neue bewertet werden, weil dann ein Antrag auf Weiterförderung gestellt werden muss.

Um 16.00 Uhr gab es ein Abschlussgespräch mit Geschäftsführer Michael Knapp. Der Austausch bestätigte die über den Tag gesammelten Eindrücke. Das Jobcenter in Bad Segeberg hat ein tolles Team mit engagierten und den Menschen zugewandten Mitarbeitern. Gleichzeitig wird am Rande der Belastungsgrenze gearbeitet. Über die letzten Jahre wurden die notwendigen Mittel immer weiter gekürzt. Überarbeitung und Aktenrückstände sind die Folge. Auch der hohe Krankenstand hängt damit zusammen, dass das Jobcentern personell mit dem Rücken zur Wand steht.

Noch gar nicht einberechnet ist der zusätzliche Aufwand, der durch die Flüchtlingssituation entstehen wird. Die klare Erkenntnis des Besuches ist deshalb: Dringend wird mehr Geld für Personal und Eingliederung in den Jobcentern benötigt. Statt der Auflage immer wieder neuer Einzelprogramme sollte sich Arbeitsministerin Andrea Nahles für substanzielle Verbesserung einsetzen. Die Flüchtlingssituation bringt neue Risiken, was soziale Verteilungskämpfe im SGB II Bereich angeht. Wer Arbeitslose gegen Flüchtlinge ausspielt, schafft gesellschaftlichen Sprengstoff. Vor diesem Hintergrund sind neue Angebote für Langzeitarbeitslose dringend nötig.

Ein vielversprechendes Konzept haben zuletzt der Paritätische Wohlfahrtsverband und NRWs Arbeitsminister Guntram Schneider vorgelegt (Konzept). Sie fordern die Förderung eines sozialen Arbeitsmarktes durch einen Passiv-Aktiv-Transfer. Die aktuell gezahlten Leistungen würden umgemünzt werden in Bezahlung von öffentlich geförderter Beschäftigung. Auf diese Weise wird Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert. Das Konzept sollte ein wichtiger Teil des sozialdemokratischen Regierungsprogramms für 2017 sein.

Wer denkt schon, dass sich im lokalen Industriegebiet, hinter unscheinbaren Hallenwänden ein Weltmarktführer mit knapp 80 Prozent Marktanteil verbirgt? In Ahrensburg ist dies der Fall.

Am 22.Oktober 2015 besuchten Delara, Mika, Torben und Lukas von den Jusos Stormarn die Job Gruppe in Ahrensburg im Rahmen der Praxiswoche initiiert durch die Jusos Schleswig Holstein. 220 Menschen beschäftigt der Zusammenschluss der drei Unternehmen am Stormarner Standort.

Job Thermo Bulbs stellt Ampullen für Sprinkler her. Es sind die, meist roten, kleinen Glaskörperchen an Decken hängend in öffentlichen oder größeren Gebäuden. Wer mal in auf dem Kreuzfahrtsschiff Queen Mary II, im venezianischen Markusdom oder anderen Orten ist, muss sich so einen Sprinkler mal genauer anschauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Ampulle “Job” steht ist ziemlich groß. Sobald es brennt platzen die Ampullen. Wasser spritzt dann aus den Decken und löscht im Idealfall das Feuer. Hier ist die Job Group Weltmarktführer. Jedes Jahr werden in Ahrensburg 100 Millionen der sogenannten “Thermo Bulbs” produziert und in 60 Länder exportiert. Der Löwenanteil davon geht in die USA.

Job Detectomat hingegen produziert Rauchmelder. Alleine in Deutschland sind über zwei Millionen von ihnen installiert. Auch Brandmeldezentralen gehören zum Repertoire. Job Detectomat Living überträgt dann die Erfahrungen aus dem industriellen Bereich von Detectomat auf den privaten Anwender.

Bei all diesen Produkten liege ein hohes Maß an Qualitätsstandards an. Darin sieht Geschäftsführer Götz Gieselmann mit einen Grund für den Erfolg. Kameras machen beispielsweise im Herstellungsprozess der Glasampullen 1000 Bilder um das Produkt ständig zu kontrollieren. Eine hohe Qualität sei vor allem wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen unverzichtbar. Diese hohe Qualität mit dem Siegel “Made in Germany” zeichne Job im Vergleich zu Mitbewerbern aus.

Für uns Jusos ging es nach dem Schauen des Imagefilms auf in die Produktionshallen im Rahmen einer Betriebsführung. Direkte Einblicke in die Abläufe waren somit möglich. Anschließend kamen wir zu einem Gespräch mit der Geschäftsleitung zusammen.

Job detectomat bildet aus. Bisher konnten alle offenen Ausbildungsstellen schnell besetzt werden. Schwieriger werde es hingegen gelernte Fachkräfte  zu finden. Schleswig-Holstein habe immer noch einen “ländlichen Touch”. Technologie würden viele junge Menschen nicht mit der Region verbinden und wandern deshalb ab. Umso wichtiger sei es, so Geschäftsführer Gieselmann, die Infrastruktur bei uns aufrecht zu erhalten und zu modernisieren.

Doch warum bleibt ein global agierendes Unternehmen in Städtchen wie Ahrensburg? Die Antwort: Dort sitze die Kompetenz, die das Unternehmen ausmacht. Weitere spannende Themen im Gespräch waren TTIP und die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Job Gruppe möchte weiter wachsen. Ende November soll auf dem ohnehin aus allen Nähten platzenden Firmengelände eine weitere Produktionshalle entstehen.

Ein Bericht von Lukas Zeidler

Im Zuge der Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein haben die Jusos Rendsburg-Eckernförde am 21. Oktober 2015 Tess – Relay-Dienste in Rendsburg besucht. Dieses Unternehmen ermöglicht als Telefondolmetschdienst Hörgeschädigten das Telefonieren. Somit bot uns der Besuch einen willkommenen Anlass, uns mit diesem Aspekt der Thematik Barrierefreiheit zu beschäftigen.

Bei dem Besuch wurde uns von einem gehörlosen Mitarbeiter, mit zwei Dolmetscherinnen – eine für uns Hörende interessante Erfahrung – das Funktionsprinzip erläutert: Der/die Hörgeschädigte kommuniziert entweder per Video, ähnlich wie Skype, oder per Schriftnachricht mit einem*einer Dolmetscher*in, der*die dann wiederum die hörende Person, mit der der*die Hörgeschädigte sprechen will, anruft und dolmetscht das Gespräch zwischen den Beiden.

Damit wird Hörgeschädigten etwas sehr Wichtiges ermöglicht, denn, abgesehen von der sozialen Teilhabe, ist Telefonieren in unserem Alltag ungemein wichtig, um Termine zu vereinbaren, Auskünfte zu erhalten, etc. Und gerade im Berufsleben ist es in den meisten Bereichen unabdingbar, dass man telefonieren kann. Und nicht zuletzt ist über Tess von 8:00 bis 23:00 Uhr auch ein Notruf möglich.

Der Besuch hat uns einen interessanten Einblick in eine Fragestellung gegeben, über die wir zuvor so nie nachgedacht haben, und uns dadurch mit Sicherheit auch Anreize für unsere weitere politische Arbeit geliefert.

Wir bedanken uns bei Tess – Relay-Dienste für den Einblick in ihre Arbeit!

Von Katja Ludwig