Die Polizei ist jung und sympathisch. Das ist der Eindruck, wenn man die Polizeidirektion in Bad Segeberg betritt. Hinter diesen Namen verbirgt sich der größte von sieben Polizeibezirken in Schleswig-Holstein, der aus den Kreisen Segeberg und Pinneberg besteht. Rund 930 Beamtinnen und Beamten sorgen in diesen Gebiet für Sicherheit. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt auf dem dicht besiedelten Hamburger Rand. Bei rund 560.000 Bürgerinnen und Bürgern kommt einiges zusammen. Im Jahr 2015 waren es ca. 100.000 Soforteinsätze, 37.385 Straftaten und 12.800 Verkehrsunfälle. Die Aufklärungsquote liegt knapp unter 50 Prozent und damit im Landesschnitt.

Der Schuh drückt beim Personal

Beim Besuch von Frederik Digulla, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein, und Jana Stuth, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Segeberg, haben sich die Gastgeber große Mühe gegeben, einen umfassenden Eindruck zu vermitteln. Zunächst stellte Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion, die Behörde vor. Ingo Minnerop, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion, berichtete über aktuelle Kriminalitätsschwerpunkte. Am wichtigsten ist aktuell die Einbruchskriminalität im Hamburger Rand. Aber auch politisch motivierte Straftaten und die latente Terrorgefahr beschäftigen die Polizeidirektion.

Im Gespräch mit dem Personalratsvorsitzenden Krause und dem Dienststellenleiter Klaus Tiemann ging es um den Polizeialltag und die Probleme der Beamtinnen und Beamten. Schnell wurde deutlich: Der Schuh drückt beim Personal. Die Lage ist so angespannt, dass wichtige Aufgaben wie die Präventionsarbeit zurückgefahren werden müssen. Gerade bei Mehrbelastungen – der OSZE-Gipfel in Hamburg wirft seine Schatten voraus – werden Überstunden aufgebaut. In letzter Konsequenz drohen mehr Krankheitsfälle. Klar ist: Die Polizei braucht Verstärkung!

Bei der Landespolizei tut sich was

Das Problem hat auch die Politik erkannt. Die Landesregierung hat erste Schritte unternommen. Kurzfristig wurden 200 neue Stellen geschaffen und die Ausbildungsplätze in 2016 verdoppelt. Im Rahmen des Gesprächs wurde aber auch deutlich: Die neu geschaffenen Stellen sind nicht sofort spürbar, weil die Beamten erst ausgebildet werden müssen, was kurzfristig sogar zusätzliches Personal bindet. Trotzdem wird begrüßt, dass das Problem endlich angegangen wird.

Auch die verbesserte Ausrüstung stößt auf Zustimmung. Der Grundsatz muss sein: Wer die eigene Gesundheit für unsere öffentliche Sicherheit einsetzt, braucht den besten Schutz. Mit neuen Pistolen und Schutzwesten ist in diesem Bereich einiges passiert. Insgesamt – so ist der Tenor – sei die Stimmung bei der Polizei gut.

Mit dem Steifendwagen im Einsatz

Nach dem Austausch ging es auf Streife mit dem örtlichen Polizeirevier und der Autobahnpolizei. Bei den Eindrücken aus erster Hand wurde deutlich, wie anspruchsvoll der Polizeiberuf ist. Nie kann man wissen, was die nächsten Stunden oder gar der Tag bringen. Ob im nächsten Auto, das man stoppt, eine freundliche Familie oder aggressive Betrunkene sitzen. Trotzdem sind die Polizisten hochmotiviert. Insgesamt sei es ein toller Job.

Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen verändert: Es gibt weniger Respekt vor den Beamtinnen und Beamten. Die Menschen sind heute unfreundlicher als noch vor ein paar Jahren. Deshalb wünscht man sich mehr Rückendeckung und Wertschätzung von der Politik. Alle waren sich einig: Ein freundliches Grüßen oder kleines Danke von Bürgerinnen und Bürgern entschädigt für viele Belastungen. Das haben wir alle selbst in der Hand!

Mehr Wertschätzung für die Polizei

Um mehr Wertschätzung zu erreichen, gibt es ganz konkrete Wünsche an die Politik. Die verbesserte Ausrüstung ist ein erster Teil. Der Schutz der Beamten im Einsatz muss an erster Stelle stehen. Ihre Ausrüstung muss stets an die Einsatzrealität angepasst werden. Schon jetzt deutet sich an, dass es im Winter ein Problem mit den neuen Schutzwesten gibt, weil die alten Jacken nicht mehr gut darüber getragen werden können. Es kann nicht sein, dass die Beamten dann auf eigene Kosten Ersatz beschaffen müssen. Bei diesen Bedürfnissen muss Politik ein offenes Ohr haben und schnell reagieren. Dasselbe gilt für die Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten. Vieles muss bei der Polizei noch per Hand notiert und per Durchschrift weitergegeben werden. Sogar der Digitalfunk ist nicht bis in alle Regionen des Kreises verlässlich. Für mobiles Internet gilt das schon gar nicht. Das könnte alles smarter und besser geregelt werden. Dafür braucht es Mut und Investitionen!

Der zweite wichtige Bereich für Wertschätzung ist die Frage der Beförderungen. Weil die Eingangsbesoldung angehoben wurde und mehr Beamte im gehobenen Dienst ausgebildet werden, reduzieren sich die Aufstiegschancen. Jedes Jahr können nur rund 25 Beamte in die Laufbahn des gehobenen Dienstes wechseln. Hier muss nachgesteuert werden, damit allen Beamtinnen und Beamten mit guten Leistungen, berufliche Perspektiven eröffnet werden. Langfristig lohnt es sicher darüber nachzudenken, ob alle Kolleginnen und Kollegen in den gehobenen Dienst befördert werden sollten. Schon jetzt ist es so, dass identische Tätigkeit durch die ungleiche Beförderungspraxis deutliche Unterschiede in der Bezahlung aufweisen. Das führt zu Frust und ist schädlich für die Motivation.

 

Im Rahmen der Praxiswoche der Jusos SH berichte ich von meiner Tätigkeit als Landschaftsgärtner in den Heider Werkstätten der Herbert-Feuchte-Stiftung. Dort arbeite ich seit Anfang dieses Jahres mit einer Gruppe Hörgeschädigter in einem Team.

Die Verständigung war am Anfang natürlich schwer, schließlich war es für mich als jemandem der nur die Lautsprache beherrscht schwer die Gebärdensprache anzuwenden. Aber alles war eine Sache der Übung und ständiger Wiederholung.

Auch die Arbeit mit den Kunden war Anfangs holprig. Verspätete Termine, nervige und anstrengende Kunden, Reklamationen, auch da musste ich erst Erfahrungen sammeln.

Dafür werde ich entschädigt mit der Zusammenarbeit sehr herzlicher Menschen. Natürlich gibt es auch Tage, an denen meine Jungs mal nicht ganz so mit meinen Anweisungen einverstanden sind, bzw. es Missverständnisse gibt.

Meine Kollegen werden morgens und abends mit Bussen zu ihren Wohnheimen gefahren, was ich auch mit mache. Ein Teil der Beschäftigten wohnt sogar selbstständig in Heide.

Es gibt verschiedene Gruppen von Beschäftigten, relativ fitte mit einer leichten geistigen oder gar keiner Behinderung und der Gehörschädigung, dann schwer behinderte Menschen und zuletzt Menschen die gehörlos und blind sind.

Hier möchte ich mit einem sehr verbreiteten Vorurteil aufräumen. Die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sind nicht “taub-stumm“, schließlich können sie sich sehr wohl Verständigen, bzw. über ihre Gebärden sprechen.

Die Gebärdensprache unterscheidet sich dabei wesentlich von der Deutschen Lautsprache, sie hat eine komplett eigene Grammatik und in Deutschland werden sogar verschiedene Dialekte “gebärdet“! Die Sätze sind auch wesentlich kürzer und einfacher als im Deutschen, denn man kann mit den Händen nicht so schnell “sprechen“ wie mit dem Mund.

Jetzt möchte ich euch nun etwas über meine Arbeitsverhältnisse und die groben Betriebsstrukturen erzählen. Ich habe für den Anfang einen 1-Jahres-Vertrag, ab nächstem Jahr im Januar fängt dann ein unbefristetes Arbeitsverhältnis an.

Der Vertrag sieht unter anderem vor: eine 38Std. Woche, ein (fast) Verbot von Überstunden sowie ein tariflich geregeltes Gehalt. Ein solcher Vertrag ist in meiner Branche ein wahrer Schatz. Insbesondere die ungeregelten Arbeitszeiten und die Masse an Überstunden während der Sommermonate machen den Beruf des Landschaftsgärtners ansonsten leider eher unattraktiv.

Mit dem neuem Arbeitgeber ergab sich auch die Chance einer Gewerkschaft beizutreten, seit Januar bin ich Mitglied bei der Verdi. Ich arbeite zusammen mit ca. 30 Kollegen in der Werkstatt, dann kommen noch ca.120 Beschäftigte dazu.