In ganz Schleswig-Holstein finden am 09.11.2015 Aktionen der Jusos in Gedenken an die Opfer der Reichsprogromnacht 1938 statt.

In der Nacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurden vom NS-Regime etwa 400 jüdische Menschen ermordet und über 1400 Synagogen und andere jüdische Einrichtungen zerstört.

Seit 1992 gibt es die „Stolpersteine“, kleine Gedenktafeln, die meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer verlegt wurden.

Wir werden heute diese Gedenksteine polieren, Biografien verlesen, Rosen niederlegen und innehalten.

Stellvertretend findet ihr hier alle Informationen und Biografien der Kieler Jüdinnen und Juden, die vor allem aus dem alten Gängeviertel (Heutiger Kleiner Kuhberg) deportiert wurden.

Wir sehen es als unsere Aufgabe zu Erinnern, zu Gedenken und das Vergessen niemals zuzulassen. Dafür sind die Jusos Teil des Bündnisses „Dass Auschwitz nie wieder sei“.

Am 31.10., also Halloween, wollen die norddeutschen AfD-Landesverbände in Hamburg gegen „Asylchaos“ aufmarschieren. Wir rufen darum gemeinsam mit denJusos Bremen, Jusos Hamburg, Jusos Niedersachsen und Jusos Mecklenburg-Vorpommern zu friedlichen Gegenaktivitäten auf!

Beginn der AfD Kundgebung ist um 13.30 Uhr, vor dem Museum für Kunst und Gewerbe, direkt beim Hauptbahnhof, wo täglich geflüchtete Menschen ankommen.

Lasst uns also am kommenden Samstag mit Flüchtlingen zeigen und zeigen, dass rassistische Hetze im Norden nur Saures und nichts Süßes kriegt!

Am 28. und 29. August 2015 soll auf der Freiheit in Schleswig das Baltic Open Air-Festival stattfinden, zu dem mehrere tausend Besucher erwartet werden. Die Headliner des Festivals sind bereits häufiger wegen ihrer Nähe zum rechten Milieu aufgefallen, beispielsweise die Band Frei.Wild. Das Aktionsbündnis ‘Keine Bühne für Nationalisten’, dem wir uns als Jusos Schleswig-Holstein angeschlossen haben, wehrt sich gegen die Vereinnahmung der Schleswiger Konzertszene durch die Beteiligung “unpolitischer” Bands mit einem rechtsoffenen Besucherspektrum.Schleswig muss als Standort für Musiker und insbesondere Rockbands attraktiv bleiben: Wir brauchen und begrüßen Festivals mit überregionaler Reichweite, protestieren aber gegen ein fragwürdiges Booking aus wirtschaftlichem Interesse zum Schaden des städtischen Ansehens.Die Luftschlossfabrik Flensburg und das Aktionsbündnis ‚Keine Bühne für Nationalisten‘ setzen dieser Entwicklung eine entschlossene Absage entgegen. Vom 28. bis 29. August – zeitgleich zum Baltic Open Air Festival in Schleswig – werden auf dem Gelände des libertären Kulturkollektivs links-alternative Bands unserem Protest eine Stimme verleihen.Und ihr seid alle herzlich dazu eingeladen! Alles rund um das Festival findet ihr auf der Facebook-Veranstaltungsseite: https://www.facebook.com/events/387798328077775/Und beim Bündnis: https://www.facebook.com/KeineBuhneFurNationalisten

NO RACISM! NO FASCISM! NO NATIONALISM! NO ANTISEMITISM! SMASH THE GREYZONE!

NO SEXISM! NO ANTI-HOMOSEXUALISM! REFUGEES WELCOME!

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THE RUMJACKS (AU), ROBINSON KRAUSE, WHITE WALLS, NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN, KRANK, JUST WAR (CZ), VOLVOX, DEATH HOAX, EDGAR R., BOVARY, KOLLMARLIBRE, ZOI!S, EXKREMENT BETON, BORDERPAKI, MORBUS DOWN, CRASS DEFECTED CHARACTER, STACKHUMANS, PIGPRIDE (HU), SOLID CHAINS, LEBEN, THE DOCKYARD, TOXIC ENEMY, LIRR., SKIN, RØKT ØRRET

 

Eintritt auf Spendenbasis.

Das gewaltbereite Potential der rechten Szene wurde am vergangenen Sonntag wieder einmal erschreckend deutlich. Unter dem Motto „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ sowie „Gemeinsam sind wir stark“ mobilisierte die von Rechtsextremen durchzogene Gruppe „Hooligans gegen Salafismus“ zu einer Demonstrationen in Köln. 4500 Hooligans, unter ihnen auch zahlreiche Parteien und Akteure des rechtsextremen Spektrums, zeigten in massiven Gewaltausbrüchen ihr wahres Gesicht. Musikalisch untermauert wurde das Ganze von der rechten Bremer-Band „Kategorie C“, die mit Texten wie „Die Schattenwelt der BRD wird von Aladins bärtigen Männer regiert, Schariapolizei und Ehrenmord, keiner stoppt den Wahnsinn, in der Presse kein Wort“ keinen Hehl aus ihrer islam- und demokratiefeindlichen Einstellungen machen.

Anmeldungen weiterer Demonstrationen in Hamburg und Berlin geben nicht nur aufgrund des Gewaltpotenzials Grund zur Sorge.

Denn blättert man durch die Kommentarspalte verschiedenster Zeitungen, macht mir die „Verharmlosung“ der Kölner Geschehnisse als Machtdemonstration der Hooligans gegen salafistische Gruppierungen Bauchschmerzen. Das sind nicht nur ein paar krawallsuchende Fußballfans, dass ist der Versuch von rechts die Straßen zu erobern – in 10 Tagen ist der 9.11 und man kann gar nicht oft genug den Vergleich mit der Vergangenheit bemühen, um zu sehen wie gefährlich das ist.

Aber die offensichtliche Gewalt auf der Straße ist nicht mehr als die Eierschale des Problems und was mindestens – wenn nicht noch viel mehr – zu beunruhigen hat, ist die Frage nach der gesamtgesellschaftlichen Anschlussfähigkeit der gezeigten islamfeindlichen Grundeinstellung – ist die Debatte über den Salafismus häufig geprägt von einer unterschwelligen Islamskepsis

So darf in bester „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Manier heute Morgen ein Kabarettist im Radio erklären, dass seine „Islamkritik“ gerade in Bezug auf Salafismus in Deutschland aktuell wie nie sei. Aber genau diese vielleicht beabsichtigte, zumindest aber unüberlegte, Gleichsetzung von Salafismus und Islam ist es, die Ängste bedient. Und diese Ängste bieten den Nährboden für die rechtsextremen und rechtspopulistischen Kräfte. Ich frage mich, warum dieser Zusammenhang in der sogenannten Mitte der Gesellschaft noch immer nicht erkannt wird. Dabei bilden gerade diese Ängste den Nährboden für Alltagsrassismus und stellen muslimische Menschen in Deutschland unter einen Generalverdacht.

Ich wünsche mir eine stärkere Trennschärfe in der Debatte. Entschieden muss jeder Form des Menschenhass, egal ob religiös oder politisch begründet, entgegen getreten werden. Sollten die HoGeSa und ihr brauner Mob auch in Hamburg und Berlin auflaufen dürfen, werden wir Jusos für eine bunte und laute Gegendemo mobilisieren. Denn die Straßen überlassen wir diesem Hass nicht!

Anlässlich des Überfalls auf die Landesgeschäftsstelle des Verbands deutscher Sinti und Roma e.V. in Schleswig-Holstein am Dienstag, den 30. September 2014, in Kiel-Elmschenhagen erklärt Delara Burkhardt (21), stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Schleswig-Holstein:

„Das Vorurteile gegen Sinti und Roma gehegt werden ist Skandal genug. Der Überfall auf die Landgeschäftsstelle des Verbandes der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein ist ein trauriger Höhepunkt dieser gesellschaftlichen Ablehnung und wird von uns Jusos aufs tiefste verurteilt.

Als Jusos wenden wir uns gegen jede Form von Antiziganismus und Rassismus und rufen zur Solidarität mit dem Verband deutscher Sinti und Roma e.V. auf.

Schleswig-Holstein ist dabei einen ersten wichtigen Schritt gegangen. Die Aufnahme der Sinti und Roma in die Landesverfassung ist ein Zeichen der Solidarität und Anerkennung, und bedeutet eine Wertschätzung der 5000 seit über sechshundert Jahren in Schleswig-Holstein beheimateten Sinti und Roma.

Wir wünschen dem Landeverband deutscher Sinti und Roma Schleswig-Holstein, allen voran Matthäus Weiß, Kraft und Mut weiter so engagiert für ihre Sache einzutreten und eine schnelle Behebung des Sachschadens.“

Mölln 1992: 20 Jahre danach – Gedenkveranstaltung am 17.November 2012

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 griffen zwei Neonazis zwei Wohnhäuser in Mölln mit Molotow-Cocktails an. Die beiden 10 und 14 Jahre alten Mädchen Yeliz und Aise Yilmaz sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan starben im Feuer, im zweiten Haus wurden neun Menschen schwer verletzt. Noch während das Feuer gelöscht wurde, gingen Bekenner_innenanrufe bei der Polizei ein, die mit “Heil Hitler” endeten. Die Täter waren inspiriert durch die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda.Nicht nur die erneuten Hakenkreuz-Schmierereien in Mölln Anfang November 2012 oder die Morde des “Nationalsozialistischen Untergrunds” zeigen uns, dass die Kette rechtsextremistischer Morde, Gewalttaten und Übergriffe nicht abzureißen scheint. Vielmehr scheinen die rechtsradikalen Aktivitäten seit einigen Jahren wieder zuzunehmen.

Die Anschläge von Mölln reihen sich in die Vielzahl der rassistischen und menschenfeindlichen Anschläge der 90er Jahre ein und zeigen uns: Neonazismus und Rassismus waren keineswegs nur ein Problem in Ostdeutschland! Es hat uns aber auch gezeigt, wie offen Rassismus geäußert und in die Tat umgesetzt wird. Nun jähren sich die Anschläge in diesem Jahr zum 20. Mal. Dies muss Anlass für uns sein, mehr denn je zu fragen, was heute, 20 Jahre danach, unsere Antworten auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind.

Wir rufen alle Einwohner_innen dazu auf, an den traurigen Jahrestag der Anschläge in Mölln den Opfern zu Gedenken und ein Zeichen für noch mehr Demokratie, noch mehr Toleranz, noch mehr Offenheit zu setzen.

Wir rufen zur Teilnahme am Gedenkmarsch am 17.November 2012 ab 12 Uhr (Bauhof, Mölln) sowie zum anschließenden Soli-Konzert (Stadtwerke-Arena, Mölln) auf!

Christopher Schmidt                                                                Alexander Wagner
Landesvorsitzender AG Migration und Vielfalt                  Landesvorsitzender Jusos Schleswig-Holstein