Noch bis Freitag laufen die internatinalen antirassistischen Wochen.

Die internationalen Wochen gegen Rassismus entsprangen dem 1966 eingeführten Tag der „Überwindung von Rassendiskrimminierung“, der als Gedenktag an das Massaker von Sharpeville erinnern soll.

1979 wurde der Gedenktag durch die vereinten Nationen ergänzt und eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus eingeführt.

Die Jusos SH kämpfen dafür, dass dem Rassismus und der Diskrimminierung jeden Tag entgegen getreten wird.

Vom 19-25.03.12 stellen die Jusos Rd-Eck täglich einen Artikel zu dieser Thematik online!

Vorbei schauen lohnt sich!

http://www.jusos-rd-eck.de/

Jusos Lübeck und Jusos Schleswig-Holstein begrüßen Verbot der Nazi-Demo am 31.3.2012 in Lübeck

Anlässlich der heutigen Ankündigung des Lübecker Bürgermeisters Bernd Saxe und seines Innensenators Bernd Möller, die Nazi-Demo am 31.3.2012 in Lübeck zu verbieten, erklären Tim Klüssendorf, Vorsitzender der Jusos Lübeck, und Alexander Wagner, Vorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein:

„Die Entscheidung, die Nazi-Demo zu verbieten, begrüßen wir außerordentlich. Angesichts der Bedrohungslage durch den Aufmarsch vor Ort ist es der richtige Schritt, das Verbot auszusprechen. Aber vor allem politisch ist es ein deutliches Signal in Richtung der Anti-Demokrat_innen von NPD, freien Kameradschaften etc., sie haben auf unseren Straßen nichts verloren. Heute ist ein guter Tag für unsere Demokratie!

Für uns ist klar, dass wir mit dem breiten Lübecker Bündnis „Wir können sie stoppen!“ weiterhin an unseren Forderungen festhalten. Wie auch in Dresden am 18.Februar werden wir am 31.März in Lübeck auch ohne Nazi-Aktivitäten an der Großdemonstration des Bündnisses teilnehmen und rufen alle Bürger_innen dazu auf, das gleiche zu tun.

Nun bleibt zu hoffen, dass die NPD-Demo in Neumünster am 1.Mai auch verboten werden kann. Den Rechten darf nirgends die Gelegenheit gegeben werden, ihre menschenverachtenden, rassistischen und demokratiefeindlichen Parolen unter die Bevölkerung zu bringen!“

Gemeinsam mit dem Bündnis „Frei.Geist“ rufen wir Jusos Schleswig-Holstein zum Protest gegen Grauzonenmusik auf. Wie schon vor Kurzem geschrieben, beteiligen wir uns als Jusos an einem Bündnis in Dithmarschen, das sich aufgrund des Frei.Wild-Konzerts im Pahlazzo in Pahlen am 24. März gegründet hat.

Am Dienstag, den 13. März findet um 19.00 Uhr dazu eine Info-Veranstaltung in Meldorf statt.
Thema werden Grauzonenmusik und rechte Lebenswelten sein. In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein wird das Bündnis “Frei.Geist” gemeinsam mit einem Mitarbeiter des apabiz Berlin (Antifaschistisches Pressearchiv- und Bildungszentrum e.V.) erarbeiten, wo die Grauzone beginnt und wo sie aufhört, was rechte Lebenswelten sind und warum weder die Bezeichnung „Nazis“ noch das Label „unpolitisch“ zutreffen.

Am Samstag, den 24. März, wird dann schließlich das Frei.Wild-Konzert stattfinden. Um zu informieren und zu demonstrieren werden wir direkt vor dem Pahlazzo eine Kundgebung veranstalten. Wir wollen keine Konzerte, auf denen Nazis geduldet werden, auf denen rechtsoffene Inhalte propagiert werden und auf denen Nationalismus als unpolitisch abgestempelt wird.

Wir rufen hiermit zur Teilnahme an der Info-Veranstaltung und an der Kundgebung gegen Grauzonenmusik auf!

Wer teilnehmen möchte, aber noch Fragen oder keine Mitfahrgelegenheit hat, kann sich sehr gerne bei mir melden. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen nationale und ausgrenzende Denkweisen setzen!

Dienstag 13. März 2012, 19.00 – Zingelstr. 14, Meldorf (Bornholdt)
Infoveranstaltung: Grauzone ¬– Rechte Lebenswelten in Punk, OI und Deutschrock

Samstag, 24. März 2012, Treffen ca. 17.00 Uhr
Frei.Wild-Konzert im Pahlazzo, Pahlen
Kundgebung des Bündnisses

Die Eiderlandhalle des  Pahlazzos in Pahlen (Dithmarschen) war schon oft Spielstätte vieler, auch bekannter Bands. Am 24. März will nun die Gruppe Frei.Wild aus dem italienischen Südtirol im Rahmen ihrer „Allein nach vorne“-Tour hier Halt machen.

Frei.Wild sind nicht irgendeine Deutschrock-Band. Sie sind der Grund, warum in Dithmarschen ein Bündnis gegründet wurde, das vor allem aus Jusos, Grüner Jugend und Antifa besteht. Denn bei den Südtirolern verhalten sich die Dinge etwas anders als bei anderen Bands:

Einige Mitglieder von Frei.Wild, vielen Menschen als Nachfolgeband der „Deutschrockgruppe“ Böhse Onkelz bekannt, teilen mit ihren eben genannten Vorbildern eine Gemeinsamkeit: die Vergangenheit in der rechten Szene. Frei.Wild gingen aus der Nazi-Band Kaiserjäger hervor. Außerdem war beispielsweise Frei.Wild-Sänger Philipp Burger bis in das Jahr 2008 hinein Mitglied der als europafeindlich und rechtspopulistisch einzustufenden Partei „ Die Freiheitlichen“, die für eine „Stärkung des Tiroler Volksbewusstseins“, eine Anbindung Südtirols an den „deutschen Sprach- und Kulturraum“ und gegen Zuwanderung und Multikulturalismus eintritt, um nur einige der rückständigen Forderungen zu nennen. Der Austritt Burgers aus der Partei ist allerdings kaum als Gesinnungswandel zu begreifen, sondern fand wohl vielmehr auf Anraten des Frei.Wild-Managements statt, nachdem die Band wegen eines Auftritts bei einer Parteiveranstaltung mit Kritik konfrontiert worden war und eine langfristige Rufschädigung befürchtet worden war. Burger sympathisiert wohl nach wie vor mit rassistischen, nationalistischen und anderen menschenfeindlichen Inhalten der Partei. Obwohl er und Frei.Wild versuchen, sich selbst als unpolitische Band zu inszenieren und dieses Image aufrechtzuerhalten, sind zahlreiche Songtexte von einer nationalistischen Blut- und Bodenideologie geprägt. Dem „unpolitischen“ Selbstverständnis der Band widerspricht auch die große Zahl an offen auftretenden Nazis auf ihren Konzerten, die sich dort unter unpolitische Jugendliche mischen. Hierin besteht die Gefahr, die von Bands ausgeht, die, wie Frei.Wild, der sogenannten Grauzone zugeordnet werden. Solche Bands sind politisch weder schwarz, also eindeutig faschistisch oder neonazistisch, noch weiß und demokratisch bzw. wirklich unpolitisch.

Verschiedene antifaschistische Gruppen dokumentierten bereits Versuche organisierter Nazis auf den Konzerten in bierseliger Feierstimmung neue Kamerad_innen zu rekrutieren. Eine richtige Distanzierung von solchen „Fans“ hält die „unpolitische“ Band Frei.Wild allerdings nicht für nötig: Frontmann Philipp Burger ließ verlauten, dass auf den Konzerten seiner Band auch Naziskinheads willkommen seien, „solange sich die Leute benehmen“. Eine mehr als zynisch klingende Aussage, wenn man das Konzert vom 29.12.2011 in Dresden im Hinterkopf behält, nach welchem eine ursprünglich aus Kenia stammende Frau von Konzertbesucher_innen in der Nähe der Veranstaltungshalle rassistisch beleidigt, bespuckt und schließlich niedergeschlagen wurde.

Wir wollen keine Konzerte, auf denen Nazis geduldet und rechte Inhalte propagiert werden.

Wir Jusos Schleswig-Holstein rufen daher gemeinsam mit dem Bündnis „Frei.Geist“ dazu auf, an einer friedlichen Kundgebung am Konzertabend teilzunehmen. Wir rufen die Betreiber_innen des Pahlazzos und alle anderen Konzertveranstalter_innen und Clubbetreiber_innen dazu auf, keine Bands spielen zu lassen, die der Grauzone oder dem Rechtsrock zuzuordnen sind.

 Nationalismus ist nicht unpolitisch. Nazis und anderen rechten Gestalten die Party versauen. Denn Nazis haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!

Die Jusos Schleswig- Holstein und die Grüne Jugend Schleswig Holstein machten sich am Samstagmorgen, den 18.Februar, um 3:00 auf den Weg nach Dresden, um an der Demonstration gegen die “Sächsischen Verhältnisse” teilzunehmen und sich gegen die Kriminalisierung antifaschistischer Aktionen und gegen Nazi zu positionieren.

Über 10.000 Antifaschist_innen zogen quer durch Dresden, um für ein buntes Dresden und für eine bunte Welt ohne Diskriminierung, Antisemitismus und Faschismus zu kämpfen. Auch galt es ein Zeichen gegen die Kriminalisierung der Demonstrierenden des letzen Jahres zu setzen.

In den letzten beiden Jahren war es den Nazis beim größten Naziaufmarsch Europas nicht gelungen, ihren Protestzug mit ihrer menschenverachtenden Ideologie durchzuführen. In diesem Jahr wurde der Naziprotestzug nicht einmal angemeldet und Samstag war ein voller Erfolg für alle Antifaschist_innen!

Die Stimmung war fröhlich und durch Dresden zog ein bunter “Partyzug” mit viel Musik und guter Laune.
Abgesehen von einer Auseinandersetzung am Ende der Kundgebung war es ein ruhiger, entspannter Tag für alle Beteiligten!

Wir wollen uns noch einmal ausdrücklich für die Spenden von unseren Abgeordneten Rasmus Andresen (MdL, Grüne) Dr. Kai Dolgner (MdL, SPD) und Sönke Rix (MdB, SPD) bedanken.

Für die Grüne Jugend SH und Jusos Schleswig- Holstein heißt es jetzt:

31. März “Wir können sie stoppen” Lübeck Nazifrei

und

1.Mai Neumünster Nazifrei

Wir kämpfen für eine tolerante Welt ohne Faschismus, Diskriminierung und Antisemitismus.
Wir kämpfen für eine Welt ohne Nazis!

Wer sich intensiv mit Geschichte, besonders der Deutschen, beschäftigt, wird schnell erkennen, dass bestimmte Probleme und Veränderungen regelmäßig wiederkehren. Nicht von ungefähr versuchten Philosophen wie beispielsweise Hegel und später Marx die Historie zu deuten, zu verstehen und einst sogar vorher zu sagen, da sie dachten sie hätten eine Gesetzmäßigkeit entdeckt.

Dass es ein solches Axiom der Gesellschaftsgeschichte nicht gibt hängt von vielen Faktoren, besonders der Unvorhersehbarkeit des menschlichen Individualismus, ab. Psychologische Erklärungsansätze wie der Herdentrieb greifen hier nur bedingt und in nicht ausreichend berechenbarem Rahmen, weshalb man sich nur auf die Deutung der Vergangenheit und deren Bezug auf die Gegenwart beschränken muss. Nur so kann man Verhaltensmuster an den vormals, unter ähnlichen Umständen, eingetretenen Folgen festmachen und weiteres Handeln an einer vernünftigen Auswertung des gelernten festmachen.

Es ist ein Fakt, dass die Weimarer Republik durch eine schwere Weltwirtschaftskrise, wie der aktuellen Refinanzierungskrise, ins Straucheln gebracht wurde.
Der Staat wird derzeit durch das Aufspannen diverser Rettungsschirme, hohe Sozialausgaben und eine brüchige Regierungskoalition arg strapaziert. Des Weiteren droht mit dem Einzug obskurer Kleinparteien eine Zersplitterung der Parlamente, die jedwede Regierungsbildung sabotieren könnten.

Dies alles sind Umstände die innerhalb der schwach gefestigten Weimarer Demokratie einen Aufschwung der NSDAP auf der rechten, so wie der KPD auf der linken Seite begünstigten. Die Tatsache, dass es diese Parteien nicht mehr gibt und dass nichtdemokratische Gruppen nicht ins Parlament dürfen, mindern die damals offene Radikalisierung und den Wirkungsgrad rechtspopulistischer Propaganda auf ein Minimum herab.
Die Tatsache dass die rechtsradikale NPD im sächsischen und mecklenburg-vorpommerschen Landtag sitzen, spricht jedoch Bände.

Die durch das Beispiel der Weimarer Republik gewonnenen Erkenntnisse, sowie die mittlerweile vorhandene demokratische Grundeinstellung der Bevölkerung, lassen keine offene Radikalisierung wie damals zu, was leider wie am tragischen Beispiel der NSU zu sehen nicht verhindert, dass es dennoch zu einer Radikalisierung kommt.
Besonders kritisch zu beäugen ist die Tatsache, dass zwar die Angst vor Rechtsradikalismus tief in der Gesellschaft verwurzelt ist, jedoch hinter verschlossenen Türen offen über „die gute alte Zeit“ gesprochen wird und eine Basis der Akzeptanz bilden, von welcher rechtsradikale Untergrundzellen dann operieren können.
Deutschland ist nicht in der Position in nostalgischer Glückseligkeit zu schwelgen. Dass manche Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges diesen nicht als das empfanden was er war, mag an persönlichen Erfahrungen liegen. Die, die wahres Zeugnis der Vergangenheit ablegen könnten, bleiben auf ewig stumm.
Diesen Menschen eine Stimme zu geben, um eine Wiederholung zu verhüten, ist das Erbe unserer Bundesrepublik, und mit ihr das eines jeden Bürgers, weshalb sich jeder im Klaren darüber sein muss, auf welch dünnes Eis man sich begibt, wenn man sich seiner eigenen Geschichte nicht bewusst ist. Wer dies nicht ist, bricht nur zu schnell ein.