Es ist wieder soweit! Heute, am 01. August (und bald am 01. September) starten wieder hunderttausende junge Menschen in ihr Berufsleben. Genauer gesagt: sie beginnen ihre duale Berufsausbildung.

Doch was ist das überhaupt? Was läuft schief? Was will die SPD eigentlich für Azubis erreichen, wenn sie mit Martin Schulz die nächste Bundesregierung anführt? Auf diese Fragen gehe ich in diesem Blogeintrag ein.

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Eine pauschale und häufig gehörte Kritik an Politik ist die Floskel: „Geht da nicht noch mehr?“ Ein Satz, der immer gilt, schließlich kann jede politische Reform, jede Maßnahme weitergehender gefasst werden. Doch in diesem Fall ist diese Kritik durchaus angebracht. Der jetzt ausgehandelte BAföG Kompromiss zwischen Union und SPD stellt im Grundsatz natürlich eine Verbesserung dar, aber er löst keines der strukturellen Probleme im Bildungsbereich. Schon der Umstand, dass das Thema BAföG-Reform auf 134 Seiten Koalitionsvertrag nicht vorkam, ließ nichts Gutes erwarten. Diese Befürchtungen sind nun bestätigt worden.

Jusos und Juso-Hochschulgruppen fordern seit Jahren eine umfassende BAföG Reform, die nicht nur die dringend nötige Erhöhung der Beitragssätze gewährleiste, sondern die darüber hinausgehenden und genauso drängenden Probleme ebenfalls anpackt. Die Chance dafür wurde mit diesem Minimalkonsens vertan. Auch steigt die Gefahr, dass das unsinnige Kooperationsverbot zementiert wird, weil sukzessive Kosten auf den Bund umgeschichtet werden, ohne dass wirklich nachhaltige Verbesserungen implementiert werden. Dies ist bloße Flickschusterei!

Die für das Wintersemster 2016/2017 vorgesehene Erhöhung kommt zu spät, schließlich erfolgte die letzte Anpassung im Jahr 2010. Insbesondere in den Universitätstädten hat die Teuerung in den letzten Jahren dramatische Formen angenommen, auch weil die Politik nicht in der Lage war, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Hier hätte man wesentlich früher und kosequenter reagieren müssen! Wieder mal zeigt sich, dass eine Große Koaliton zu oft die kleinen Lösungen schafft.

Auch die geplante Entastung der Länder durch die komplette Übernahme der BAföG-Kosten durch den Bund ist ein zweischneidiges Schwert. Für Schleswig-Holstein sind die jährlichen strukturellen Minderausgaben, die 2016 über 40 Millionen Euro betragen sollen, natürlich ein finanzieller Segen. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, dass Begehrlichkeiten in anderen Ressorts geweckt werden, die auch unter massiver finanzieller Knappheit leiden. Sollten hier Umschichtungen stattfinden, wäre der Bildung im Land keinesfalls geholfen. Gleichzeitg zementiert sich durch die Lockerung des Kooperationsverbots auf Hochschulebene das Kooperationsverbot im Schulbereich. Eine generelle Reform rückt so in immer größere Ferne. Das ist nicht im Sinne von Schülerinnen und Schülern!

Nichtsdestorotz müssen wir mit dieser Reform nun konstruktiv umgehen. Für uns gilt: Jeder Euro, der frei wird, muss für die Finanzierung der Bildung im Land herangezogen werden. Dabei ist eine angemesse Verteilung der Mittel zwischen Schulen und Hochschulen zu finden, schließlich sind beide Systeme unterfinanziert.

Mittelfristig muss unser Ziel bleiben, dass das unsinnige Kooperationsverbot abgeschafft wird und strukturelle Bildungsausgaben durch den Bund getragen werden. Das BAföG muss immer noch ausgeweitet und finanziell massiv gestärkt werden. Durch die Streichung des unsozialen Deutschlandstipendiums könnten dafür weitere Spielräume geschaffen werden, ohne strukturelle Mehrausgaben zu bedingen. Endlich muss eine signifikante Anhebung der Elternfreibeträge sowie die Fördermöglichkeit eines Teilzeistudiums realisiert werden. Denn nur so kann tatsächliche Bildungsgerechtigkeit geschaffen werden! Und das sollte Maßgabe und Ziel sozialdemokratischer Politik sein. Für das BAföG gilt also: Nach der Reform ist vor der Reform!

Aus bildungspolitischer Perspektive ist der Koalitionsvertrag von Union und SPD enttäuschend. Viele wichtige Bereiche, die vor den Verhandlungen von beiden Seiten als bedeutend eingestuft wurden, lassen sich nicht im Koalitionsvertrag finden. Die vor allem von Doris Arndt angekündigte „BAföG-Reform“ ist mit keinem Wort im Vertrag vertreten, obwohl bei einer Zwischenbilanz der Koalitionsgespräche beide Seiten noch von einer „spürbaren Erhöhung“ des BAföG sprachen. Mittlerweile räumen die Parteien ihr Versäumnis ein und sagen, dass jener Teil angeblich nur vergessen wurde und aus diesem Grund mit genauen Formulierungen nachgeholt werden soll. Doch auch beim Kooperationsverbot konnte offenkundig keine Einigung erzielt werden. Wie die dringend notwendigen Mehrinvestitionen im Bildungsbereich realisiert werden sollen, bleibt offen. Im Koalitionsvertrag ist lediglich von sechs Milliarden Euro die Rede, um die die Länder vom Bund entlastet werden sollen. Das Regierungsprogramm der SPD sah im Bildungsbereich noch 20 Milliarden vor. Jenes Geld, das angesichts unterfinanzierter Hochschulen und maroden Schulen dringend benötigt wird. Stattdessen sollen sowohl Exzellenzinitiative als auch das Deutschlandstipendium weiterfinanziert werden. Der Koalitionsvertrag setzt an dieser Stelle lieber ein klares Zeichen für Elitenförderung und Wettbewerb, als die Grundlage für ein gerechtes und ausgewogenes Bildungssystem zu schaffen. Auch im Bereich Ausbildung soll es weder eine Mindestausbildungsvergütung geben noch wurde die Ausbildungsgarantie festgeschrieben. Letztere ist lediglich als Zielvereinbarung formuliert.

Das Fazit im Bereich Bildung lautet daher: Die SPD und Union hat sich stets bemüht und hat noch sehr viel Luft nach oben.

Abi- und nun?

Für tausende Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein läuft die Prüfungsphase auf Hochtouren.  Im Mai ist dann mit dem Abitur für viele junge Menschen die erste Hürde zum Studium geschafft. Und dann?

Es gibt mittlerweile eine Unzahl an möglichen Studiengängen und der allgegenwärtige Fachkräftemangel schafft Hoffnung auf eine rosige Zukunft nach dem Studium.

Aber die Situation an den Hochschulen ist ernüchternd:

 

Die Anzahl der Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, ohne dass die Hochschulen angemessen darauf reagiert hätten. Die Folgen dessen konnte man 2011, im Jahr der Doppelabschlüsse, besonders deutlich spüren. Überfüllte Hörsäle, harsche Konkurrenz und ein Ringen um die begehrtesten Praktika sind nur ein Bruchteil der Konsequenzen aus konsequenter Vernunftsmissachtung der schwarz-gelben Bildungspolitik.

Nichtsdestotrotz redet man sich die Situation an den Hochschulen schön und findet viele „kluge“ Formulierungen, um den Bildungsnotstand im Land zu verschleiern. Aber mit genau solch haltloser Faktenhurerei muss Schluss sein!

 

Die aktuellen Hochrechnungen der Kultusministerkonferenz sprechen Bände. Bis 2020 werden bundesweit  an den Hochschulen nahezu 10 Mrd. € fehlen, um genug Plätze in Bachlorstudiengängen für alle Interessierten zu stellen!

Das gespart werden muss ist klar, das ist vernünftig, aber mit der Bildung junger Menschen derlei Schindluder zu betreiben sollte allen Verantwortlichen die Schamesröte ins Gesicht treiben!

Zu einer Verbesserung des Studiums gehört neben ausreichender Zahl an Möglichkeiten auch eine solide Infrastruktur. Denn junge Menschen brauchen auch bezahlbaren Wohnraum, Mensen, sowie Lern- und Beratungsmöglichkeiten.

Gerade für Kinder aus Arbeiterfamilien aber ist ein Studium oftmals nicht zu bezahlen, auch wenn das Experiment Studiengebühren bereits in den letzten Atemzügen liegt, sind die Lebensunterhaltskosten enorm. Gerade bei Eltern mit geringem Einkommen, wird es schwer ohne Nebenjob oder Stipendium ein eigenständiges Leben zu führen.

 

Die Jusos fordern deshalb schon seit Jahren ein flexibleres, elternunabhängiges Konzept zur Finanzierung. Ein Studium, egal welcher Art, ist ein Vollzeitjob und so sollte auch der Kopf frei sein, um sich mit vollem Fleiß den Studien zu zuwenden!

Egal für welchen Lebensweg Du dich ab Mai entscheidest, wir begleiten Dich auf deinem Weg. Denn am 6.Mai werden die ersten Weichen für eine gerechte Bildungspolitik gestellt!

Nur gemeinsam können wir das Ruder rumreißen, Segel setzen und den maroden Kahn des Käpt´n Klug wieder auf den richtigen Kurs bringen, damit wir Nordlichter auch in der Bildung wieder strahlen können!

Safer Internet Day

Copyright: klicksafe / Uwe Völkner (http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/downloads/pressebilder/)

Copyright: klicksafe / Uwe Völkner (http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/downloads/pressebilder/)

 

 

Es gibt keine 100% Sicherheit, ein Aspekt dem wir uns im Altag immer bewusst sein müssen. Doch gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, was man macht. Sonst kann aus einem kleinen Fehler eine Lawine des ungewollten Wahnsinns entstehen. Genug der Angstmache, es existiert nämlich ein sinnvolles Konzept, dass uns helfen soll, im Alltag zu bestehen. Kompetenz!

Im speziellen soll es Heute am Safer Internet-Day um die Medienkompetenz gehen.

Kurz um, was bedeutet Medienkompetenz? „Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen.“
(aus Wikipedia:Medienkompetenz)
Wie gehe ich also mit den Medien in meinem Interesse um? In Zeiten der Digitalsierung unserer Gesellschaft, wo Daten unser wichtigstes Gut sind, ist diese Kompetenz äußerst wichtig geworden. Was gebe ich von mir preis und was nicht. Nun gibt es aber nicht nur die Maximalforderungen von „alles ist öffentlich“ bis „alles ist privat“. Sondern auch ein gesundes Mittelmaß dazwischen. Dieses Mittelmaß müssen wir aber erst finden. Jeder für sich selbst. Da schaut dann aber auch schon das nächste Problem auf. Während ich meine Daten im Griff haben mag, was ist dann mit meinen Weggefährten? Sind diese auch so sorgsam mit den Daten, die sie über mich haben oder muss ich nach jeder Party Angst haben, dass es „öffentliche Videos gibt, die mich besoffen nackt im Schnee tanzend“ zeigen? Unser Recht schützt uns zwar vor solchem Datenmissbrauch, aber immer erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wir müssen also vorher ansetzen und unsere Gesellschaft medienkompetent machen. Gefahren und Risiken gegen Chancen und Möglichkeiten abwägen. Die Chance, einen Kaffeevollautomaten zu gewinnen, mag verlockend sein. Das Risiko, am Ende zwischen jeder menge Werbemüll die wichtige Post nicht wieder zu finden, ist hingegen relativ groß. Aber als akzeptabel? Kommt es darauf an, welche Daten gefordert werden? Schon unsere Adresse und die Aufforderung zu einem bestimmten Zeitpunkt den Gewinn abzuholen ist ein Risiko, denn in der Zwischenzeit könnte jemand unsere Wohnung ausräumen.

Zugegeben dies ist ein ernsthaft überspitzetes Szenario. Sehr unwarscheinlich, aber in Variationen sicher schon eingetreten. Der Schutz lautet: auf Seriösität achten. Und wenn es beim Verlust nur um die materielle Habe geht, kann man diese auch noch ersetzen. Was aber passiert, wenn jemand unsere intimsten Geheimnisse kennt? Wenn das vermeintliche Gratisspiel (?) auf einmal aus dem Schlafzimmer eine Lifepeepshow macht?

Bei der ganzen „Angstmacherei“ dürfen wir einen ganz wichtigen Mitspeiler nicht vergessen. Alle meckern immer „böses Facebook“, „evil Google“. Und naja sicher: das sind bestimmt keine Gutmenschen. Was aber ist mit dem vertrauenserweckenden Staat, der das Ganze zusammenhalten soll. Nach Datenbanken wie die von Facebook oder Google leckt sich so mancher Staatsschützer die Finger. Bevor wir also mit den Finger auf andere zeigen, müssen wir auch bei uns anfangen und schauen, ob die Maßnahmen notwendig sind. Oder ob sie unsere Freiheit eher gefährden.

Zum Schluss noch: Wir dürfen nicht immer nur Medienkompetenz fordern, wir müssen sie auch fördern, nicht nur in der Schule und dem Kindergarten, auch und erst Recht in der Erwachsenenbildung.

Safer Internet Day, eine Initiative der Europäischen Kommission

Safer Internet Day, eine Initiative der Europäischen Kommission

 

Heute ist Safer Internet Day, eine Initiative der Europäischen Kommission
mehr Infos unter http://www.klicksafe.de/sid

Seit wann sind wir selbst in der Bildungspolitik bereit, Kompromisse einzugehen? Seit wann sind wir selbst in ursozialdemokratischen Themen bereit, klein bei zu geben und einen Mittelweg zu suchen?
Wir Sozialdemokrat_innen hatten schon immer eine klare Meinung zu Bildung: Wir wollen gerechte Bildung für jede und jeden. Dazu gehört aber auch, dass wir allen Schüler_innen die Möglichkeit zur freien Entfaltung geben, dass die Individualität aller gefördert wird und dass über den Schwerpunkt der eigenen Bildung selbst entschieden werden kann. Immer und überall haben wir genau diese Forderung vorgetragen.
Wie kann dann durch das Regierungsprogramm das Konzept der Profiloberstufe nur verändert und nicht abgeschafft werden? Im aktuellen Entwurf des Programms finden wir:
„Wir werden in der Profiloberstufe mehr Wahlmöglichkeiten einführen und die Möglichkeiten der Schwerpunktbildung für die Schülerinnen und Schüler verbessern.“
Dass die Profiloberstufe an sich ein reines Sparmodell ist, durften bisher genügend Schüler_innen am eigenen Leib erfahren. Die Profiloberstufe hat jegliche Wahlmöglichkeit – bis auf die Wahl des Profils – genommen, es müssen Fächer bis zum Abitur „abgesessen“ werden, die man sonst niemals belegt hätte. Zwar werden viele Themen nur halbwegs angeschnitten und nicht wirklich behandelt, aber trotzdem muss selbst das, was einem_einer nicht liegt, gelernt werden, weil es in das Abiturzeugnis eingeht. Kaum ein Fach kann abgewählt werden und den Fächern, wegen der man das Profil gewählt hat, wird nicht genügend Zeit gegeben. Die Profiloberstufe überzeugt weder durch die individuelle Wahl der Fächer noch durch die Möglichkeit, zu entscheiden, welche Noten im Abiturzeugnis stehen sollen. Schließlich steht man am Ende der Schulzeit da und hat keine Lust mehr, die Schwerpunkte zu vertiefen. Die Lust am Lernen ist dank Bulimielernen vergangen, auf das gewonnene „Allgemeinwissen“ kann man auch nicht bauen. Ein solches Schulsystem geht nicht auf die Lernenden ein und vermittelt ihnen nicht das, was unter gerechter Bildung zu verstehen ist.
Die Forderung nach mehr Wahlmöglichkeiten ist sehr schwammig. Wieso muss man sich ein Schulsystem, das auf ganzer Linie versagt hat, solange zurecht biegen, bis man gerade so damit leben kann? Seien wir doch endlich konsequent und beschließen folgenden Änderungsantrag:
„Wir wollen zum Kurssystem in der Oberstufe zurückkehren.“
Denn wenn wir jetzt nicht konsequent sind und wieder zu einem gerechten und individuell zu gestaltenden Schulsystem zurückkehren, dann müssen die Schülerinnen und Schüler schon bald die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen.
Also: Weg mit der Profiloberstufe und zurück zum Kurssystem!