Am 2.Mai 2012 stehen sich Torsten Albig und Jost de Jager im TV-Duell im NDR direkt gegenüber. Ab 21.00 Uhr werden die beiden Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt eine Stunde lang im Schlagabtausch zu verschiedenen Themen Rede und Antwort stehen. Im Anschluss wird es wieder Online-Umfragen zum Duell geben. Infos zur Sendung auf der NDR-Homepage hier.

Es gibt diverse Public-Viewing-Termine der SPD und Jusos im ganzen Land:

Jusos Rendsburg-Eckernförde: Rendsburg, im ‚ Anno‘, Am Holstentor, 24768 Rendsburg, ab 19.30 Uhr

SPD Kiel: Kiel, Champ‘s Sportbar, Schlossstraße 16-18 ab 19.30 Uhr

SPD Bad Segeberg: Bad Segeberg, Klackermatsch, Oldesloer Straße 47, 20.00 Uhr

SPD, Jusos, Bündnis90/ Die Grünen, Grüne Jugend: Schenefeld, JUKS Kulturzentrum, Osterbrooksweg 25, ab 17.30 Uhr

Natürlich wollen wir Torsten auch direkt vor Ort vor dem Duell unterstützen! Wir würden uns freuen, wenn ihr zahlreich nach Kiel kommt und direkt vor dem Funkhaus unseren Spitzenkandidaten in Empfang nehmt, bevor die Sendung beginnt. Seid daher bitte ab 19.30 Uhr bei Champ’s Sportsbar (Schlossstraße 16-18) direkt gegenüber vom NDR.

Schublade. Das war das erste, was mir beim lesen des aktuellen SHZ Wahlkampfberichtes ins Auge fiel. Denn mit Gemeinheiten aus der Schublade droht Daniel Günther, seines Zeichens CDU-Landesgeschäftsführer, der SPD für die heiße Phase des Wahlkampfes.

Im Grunde genommen ist damit alles gesagt, was über die aktuelle Kampagne der CDU zu sagen wäre. Alles ist irgendwie von Vorgestern. Selbst Schubladen hatte die SPD schon Anfang der 90iger. Näheres muss hier nicht erläutert werden, aber Fakt ist, dass man seitdem eigentlich immer wieder hoffte, die Parteien (und ich spreche bewusst im Plural) hätten dazu gelernt. Man hoffte, es wäre endlich erkannt worden, dass Wahlkampf ungleich „Krieg“ und Inhalte ungleich „Schlamm“ wären.

„Negative campaigning“ ist der wunderbar neudeutsche Begriff für das Verunglimpfen des politischen Gegners. Ziel: am Ende irgendwie besser dastehen. Wirklich verlieren tut dabei in der Regel nicht der politische Gegner, sondern nur die Wahlbeteiligung. Wie gesagt, man hoffte das wäre gelernt worden.

Und tatsächlich, bei einer der beiden Volksparteien ist die Botschaft angekommen. Twitter schweigt, Torsten Albig lässt sich nicht provozieren und die Kampagne setzt auf eigene Stärken und die des Landes. Selbst die Steilvorlage des ehemaligen CDU-Chefs und Spitzenkandidaten wird links liegen gelassen. Kurzum, man hat begriffen was zählt: Konzepte, eigene Stärke und Respekt.

Ohne weiteres könnte ich jetzt seitenweise weiter ausführen, wo die SPD noch überall im 21. Jahrhundert angekommen ist, sei es bei der Energiewende (nicht erst nach Fukushima!), gerechter Bildung (Stichwort: Aufstiegschancen) oder guter Arbeit (Mindestlohn, Mitbestimmung und Tariftreue!). Aber das muss ich nicht, denn jede aktuelle Umfrage zeigt, dass die Menschen in Schleswig-Holstein das genauso sehen. Die Menschen wünschen sich mit großer Mehrheit den Regierungswechsel, schwarz-gelb ist politisch tot.

Auch die Wahlkampfauftritte der beiden Volksparteien sprachen ihre eigene Sprache. Erwähnte Torsten Albig in der Halle 400 die Konkurrenz mit kaum einem Halbsatz, beschäftigten sich sowohl Frau Merkel als auch Jost de Jager in der Sparkassen-Arena mehr mit dem rot-grünen Schreckgespenst, als mit eigenen Inhalten. Souveränität sieht anders aus. Fast könnte man meinen, die Regierung hätte schon gewechselt, denn welche Regierungspartei sollte ernsthaft auf eine derart miese Kampagne zurückgreifen?

Kaum ein Tag, an dem die CDU-„Wahlsiegzentrale“ nicht gegen – wahlweise – Torsten Albig, Ralf Stegner, Robert Habeck oder die dänische Minderheitsvertretung schießen würden. Immer fleißig dabei: die Junge Union. Torsten Albig wird vor einem Kampfjet präsentiert mit dem er den „Schulfrieden“ zerschießen wolle, es werden Flyer zu den drohenden Massenschulschließungen der kommenden rot-grünen Regierung oder zu den „Irrfahrten“ der SPD präsentiert. Wie von den Großen gelernt sind eigene Inhalte auch hier Fehlanzeige.

Auf die spannenden Fragen jedoch fehlen die Antworten. Welche Regierungsoptionen hat denn die Union jenseits der großen Koalition? Warum haben Akademikerkinder in SH sechs mal höhere Chancen aufs Abitur als andere Kinder? Wo sollen Mehreinnahmen herkommen, wo doch alle wissen, dass man den Landeshaushalt durch striktes Kürzen niemals ausgleichen wird?

Klar verstehe ich, warum einigen momentan kräftig die Pumpe geht. Am kommenden schwarz-gelben Regierungsverlust hängen nicht nur zahlreiche Landtagsmandate, sondern nicht zuletzt auch Ministerposten, Staatssekretäre etc.. Klar geht es dabei um Existenzen, klar wird man da nervös und klar bekommt jemand wie Daniel Günther da eine Menge Druck von oben.

Aber bitte liebe CDU, bitte liebe JU, wenn das Wahlkampfziel schon  keine eigenen Regierungsoptionen mehr sind, sondern nur noch, dass „es keine stabile Mehrheit jenseits der Union geben darf“ (de Jager beim CDU Wahlkampfauftakt), dann lasst die Großen bitte in Ruhe arbeiten.

Im Rahmen des Roten Wochenendes in Schleswig fand am 17.03.2012 der Wahlkampfauftakt der Jusos Schleswig-Holstein statt. 50 Jusos stürmten die Schleswiger Fußgängerzone, verteilten Luftballons und errichteten „Zebrastreifen“
mit ihren politischen Forderungen. Zudem konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche an eine SPD-geführte Landesregierung auf Postkarten schreiben und abgeben.

> JUSOS SH <Hier findet ihr nun eine Auswertung der Postkartenaktion.

Der Juso-Landesvorstand bedankt sich noch einmal bei allen Teilnehmer_innen und insbesondere bei > JUSOS SH <Yannick, der die Auswertung erstellt hat.

Wahlkampfauftakt der Grünen im MAX in Kiel: Musik, Slam-Poetry und Spitzenkandidat Robert Habeck. Kein einziger Bundespolitiker, scheinbar herrscht beim Rückenwind aus Berlin angesichts der aktuellen Personalquerelen gerade Flaute. Und auch sonst spricht niemand außer der grünen Nummer eins. Das Ganze ist inszeniert wie ein Popkonzert, Habeck wechselt zwischen Hauptbühne und kleinem runden Podium in der Menge und zum krönenden Abschluss – allen Ernstes Stagediving! Schleswig-Holsteinische Landespolitiker scheinen einen gewissen Hang zum Größenwahn zu haben.

Der Innenraum des MAX ist folgerichtig auch nur mit Plakaten des Spitzenkandidaten, grünen Stellwänden und Regenschirmen geschmückt. Die Wände und das restliche Interieur aber sind rot. Ob diese Symbolik gewollt war, sei dahin gestellt, aber auch in seiner Rede gibt Habeck ein klares Bekenntnis zu rot-grün, ausdrücklich als auch inhaltlich: Bildung, Energie, Finanzen. Politik könne nicht nur aus Sparen bestehen, sondern müsse auch gestalterischen Anspruch haben und auf eine Verbesserung der öffentlichen Daseinsvorsorge gerichtet sein. Das klingt in meinen Ohren und denen der anwesenden Jusos gut. Die CDU habe sich immer nur dann in die richtige Richtung bewegt, so Habeck weiter, wenn Ereignisse wie Fukushima oder die Grünen sie in den Allerwertesten getreten hätten. Ein ausgestreckter Hintern sei aber kein überzeugendes Koalitionsangebot für die Grünen. Und – wie z.B. bei der Haushaltskonsolidierung – auch kein überzeugendes Angebot für die Wählerinnen und Wähler, möchte man als Juso noch ergänzen. Aber Habeck beschränkt sich lieber auf Lästereien gegen die Kampagne der Konservativen: Die beauftragte Werbeagentur habe den exakt gleichen Hintergrund der Plakate auch noch für eine Balisto-Werbung benutzt. Peinlich! Und wie de Jager mit verschränkten Armen auf den Plakaten wirke sowieso.

Im Vergleich dazu bleiben die Seitenhiebe auf die SPD harmlos: Man solle nicht meinen, dass eine Wahl mit Lkw-Ladungen von Schokoherzen gewonnen werden könne. Das war dann auch schon alles. Wie schön, dass wir auch ein überzeugendes und breit diskutiertes Regierungsprogramm sowie einen beliebten Spitzenkandidaten haben, denke ich mir. Und wie die Schokoherzen im Wahlkampf ankommen, werden wir ja noch sehen. Die Grünen werden übrigens Kondome verteilen, wie mir jemand hinterher verraten hat. Das ist ja auch super kreativ!