Weltumwelttag

Seit 46 Jahren feiern wir jedes Jahr am 05. Juni den Weltumwelttag. An diesem Tag wollen wir uns auf die essentielle Rolle einer intakten Natur für uns Menschen und das Leben auf der Erde besinnen. 

Und obwohl wir diesen Tag seit fast einem halben Jahrhundert zelebrieren und in der Zwischenzeit viele nationale und multilaterale Abkommen und Vereinbarungen zum Erhalt der Natur und zur Rettung des Klimas geschlossen haben, sieht die Bilanz im Jahr 2018 überaus erschreckend aus.

Die Bundesregierung hat bereits verkündet, die Klimaschutzziele für 2020 nicht erreichen zu können.

Ein Ausstieg aus der Kohle ist noch lange nicht in Sicht, dafür wehren sich Regionen, in denen entsprechende Wirtschaftszweige besonders stark sind, viel zu sehr.

Auch die neuesten Kontroversen um Dieselmotoren in PKWs zeigen, dass ökologisch nachhaltiges Wirtschaften für viele Unternehmen eine mehr als nachgeordnete Priorität hat. 

Und währenddessen schmelzen die Polkappen, eine nicht zu beziffernde Zahl an Tier- und Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht und immer mehr Regionen der Welt sind von Naturkatastrophen betroffen.

Wir müssen endlich ein Umdenken in dieser Sache erreichen! Anstatt wohl gemeinter Worte brauchen wir wohl gemeinte Taten!

Wir müssen endlich aus der konventionellen,

Kohlenstoffdioxid ausstoßenden Energieerzeugung aussteigen und komplett auf erneuerbare Energien, auf Sektorenkopplung und intelligentes Energie- und Ressourcenmanagement umsteigen. Genauso müssen wir den Mobilitätssektor reformieren. Solange E-Autos noch eine schlechte Ökobilanz aufweisen, müssen wir alternative nachhaltige Konzepte wie z.B. den Ausbau des Schienenpersonenverkehrs sowie Car- und Bikesharing-Angebote ausbauen und stärken, um die Anzahl der PKWs auf der Straße zu reduzieren. Ebenso ist es auch unerlässlich, den Lastengüterverkehr von den Straßen auf  die Schienen zu verlagern. Denn Lastkraftwagen sind nicht nur ökologisch und ökonomisch ineffizient, sie behindern auch eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur und schädigen Straßen und Brücken.

Und wenn wir nicht zeitnah handeln, wird der Weltumwelttag in einigen Jahren kein Tag der Besinnung, sondern ein Tag des trauernden Gedenkens sein.

Am Donnerstag besuchten Jana Stuth (Landesvorsitzende der Juso Schülerinnengruppe), Lars Schalnat (Stv. Landesvorsitzender der Jusos S-H und Vorstandsmitglied der SPD Lübeck), Simon Bull (Landesvorstandsmitglied der Jusos S-H), sowie Simon Walter (Lübecker Juso) gemeinsam mit Kerstin Metzner (SPD Bürgerschaftsfraktion und Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke) im Rahmen der Praxiswoche die Stadtwerke Lübeck.

swhl2Mit fast 150 Jahren Unternehmensgeschichte sind die Stadtwerke Lübeck eines der ältesten kommunalen Stadtwerke Unternehmen in Deutschland.  1250 Mitarbeiter*innen davon 53 Auszubildende sowohl in Vollzeit, als auch in Teilzeit versorgen rund 130.000 Haushalte mit Wärme, Strom, und Gas. Außerdem alle Haushalte in und um Lübeck mit sauberem Trinkwasser. Außerdem befördert der Stadtverkehr als Teil des Konzerns rund 23 Millionen Fahrgäste jedes Jahr und sorgt damit für die Mobilität der Lübecker*innen.swhl5

35 Millionen Euro werden jährlich wieder in den Konzern und die Region Lübeck investiert, dazu kommen über 50 Millionen Euro Steuern jährlich die an Stadt, Land und Bund direkt durch das Unternehmen gezahlt werden. Die gesamte Wertschöpfung des 100%tig kommunalen Unternehmens für die Region betrug 2015 rund 130 Millionen Euro. Damit sind die Stadtwerke nicht nur Teil der Daseinsvorsorge in und um Lübeck, sondern auch wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.  Die Ausbildung findet deutlich über dem Bedarf statt, und nach Gesprächen mit Auszubildenden des Betriebes können wir sagen: Hier sind die Mitarbeiter*innen sehr zufrieden mit den Arbeitsverhältnissen und auch den neuen und modernen Büros der Stadtwerke die 2015 eingeweiht wurden.

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Im Bereich der E-Mobilität will der Stadtverkehr bis 2030 zu 100% auf Elektrobusse umgestiegen sein, auch diese Projekte müssen bei zukünftigen eventuellen Ausschreibungen des Öffentlichen Nahverkehrs in Lübeck berücksichtigt und speziell gefördert werden. Auch wenn bei derzeitigen Spritpreisen und insbesondere den hohen Anschaffungspreisen von Elektrobussen noch die konventionellen Busse günstiger fahren.

Wir stehen bei den Stadtwerken. Wenn wir die Energiewende wollen muss die Politik klare und verlässliche Zeichen setzen, um sie auch vor Ort und im Detail umzusetzen.

 

 

 

 

Am 26. Juli besuchten wir Jusos Schleswig-Holstein im Rahmen unserer „Landesvorstand vor Ort“-Tour gemeinsam mit den Jusos Schleswig-Flensburg die Landwirtschaft Petersen, einen Milchbauernhof in Bollingstedt. Ein Hof mit rund 180 Kühen, Hofhund und Katze erwartete uns. Für uns Jusos, mehrheitlich Studierende ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, war dies ein neues Feld und wir erhielten eine mehrstündige Führung über den Milchhof und über die ebenfalls dazugehörige Biogasanlage. Mit der Abwärme der Biogasanlage werden die umliegenden Haushalte mit Strom und Fernwärme versorgt, ökologisch und ökonomisch deutlich sinnvoller als herkömmliche Energiequellen.

Hier erfuhren wir, wie sich die derzeitige Milchpreisentwicklung auf den Hofbetrieb auswirkt und auch welche Auswirkungen das Freihandelsabkommen TTIP für einen Betieb vor Ort haben könnte. Man befürchtet hier noch geringere Milch- und Fleischpreise, da die Standards in den USA niedriger sind und dadurch Milch günstiger als in Deutschland erzeugt werden kann und den Marktpreis weiter in die Verlustzone der Milchbauern drückt.

Ohne die Nebeneinkünfte aus den Biogasanlagen und Windkraftanlagen wäre für viele Milchbauern in Schleswig-Holstein wahrscheinlich schon die Insolvenz erreicht. Hier müssen Politik und Milchwirtschaft Antworten finden, um die Macht der Milchbauern zur fairen Preisbestimmung am Markt zu stärken.

Seit der ersten Milchkrise vor einigen Jahren hat Deutschland bereits ein Drittel der ehemals über 100.000 Milchbauern verloren, viele davon aufgrund der viel zu niedrigen Milchpreise am Markt. Anbei konnten wir auch über den zunehmenden Fachkräftemangel, der auch die Landwirtschaft erreicht, sprechen. Hier werden die zuströmenden Flüchtlinge gern gesehen, man erhofft sich hier eine wachsende Auswahl an Auszubildenden, auch wenn bisher in der Landwirtschaft nur wenige Stellen frei bleiben.

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Der Landesvorstand der Jusos Schleswig-Holstein kritisiert die Ergebnisse des gestrigen EU-Gipfel zu den Klimazielen für das Jahr 2030:

 „Die Regierungschefs begraben die Vorreiterrolle der EU in Sachen Klimaschutz nun endgültig“, so der stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Schleswig-Holstein Christian Nissen.

„Das Ziel von mindestens 40% CO2-Reduktion lässt sich in keinster Weise wissenschaftlich begründen”, so Nissen weiter. „Eigentlich bräuchten wir mindestens 50% CO2-Einsparung bis 2030, um überhaupt nur eine Chance zu haben, bis Mitte dieses Jahrhunderts auf die, von der Wissenschaft als nötig erachteten, 80-95% Einsparung zu kommen. Die EU-Regierungschefs haben damit das international ausgehandelte Ziel von maximal 2 Grad Temperaturerhöhung aufgegeben“, führt der 27-jährige Wirtschaftsingenieur weiter aus.

„Die EU legt jetzt beim Thema Klimaschutz die Hände in den Schoß. Auch ohne weitere Maßnahmen werden wir im Jahr 2020 30% CO2-Reduktion haben“, erklärt Nissen, der im Moment ein Masterstudium Energie- und Umweltmanagement an der Europa-Universität Flensburg macht.

Die Jusos Schleswig-Holstein werden sich weiterhin für ambitionierte Klimaschutzziele einsetzen. So ist zurzeit ein Papier zum Thema Klimagerechtigkeit in Arbeit. Außerdem werden die Jusos SH auf dem nächsten Bundeskongress der Jusos zu diesem Thema einen Antrag stellen, in dem sie mindestens 55% CO2 Reduktion, 45% erneuerbare Energien, und 40% Effizienzsteigerung fordern.

„Wir werden diese Ziele einfordern. Zukünftige Generationen haben auch ein Recht darauf, in einer lebenswerten Welt aufzuwachsen“, so Nissen abschließend

Die Jusos Schleswig-Holstein kritisieren die heutige Entscheidung des Bundestages zur EEG Novelle.

„Die EEG Novelle in ihrer jetzigen Form ist ein Angriff auf zukünftige Generationen,“ stellt der stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Schleswig-Holstein Christian Nissen fest.

„Der Klimawandel ist Realität, aber die EEG-Novelle schenkt dieser Tatsache keine Beachtung,“ so der 27-jährige weiter.

Weiterhin erklärt der Wirtschaftsingenieur, der an der Universität Flensburg seinen Master in Energie- und Umweltmanagement macht: „Eine Verlangsamung des Ausbaus von erneuerbaren Energiequellen, so wie es die Novelle beabsichtigt, kann nicht im Interesse des Klimaschutzes liegen. Neueste Studien zeigen zudem, dass die geplanten Instrumente, u.a. Ausschreibungsmodelle, den bisherigen Charakter des EEG abschaffen. Diese haben ausschließlich den Sinn, Bürgerinnen und Bürgern mit ihren Genossenschaften aus dem Markt zu drängen und den großen Energieversorgern wieder satte Gewinne zu ermöglichen. Ausschreibungen sind im Gegensatz zu den fixen Einspeisetarifen keine geeignete Förderstrategie. Diese brauchen wir aber um späteren Generationen eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen.“

Ziemlich genau vor zwei Jahren hielten ein Erdbeben und ein anschließender Tsunami in Japan die Welt in Atem, das viele tausende Menschenleben forderte. Zunächst war noch gar nicht klar, dass es zu einer weiteren Katastrophe kommen würde.

Ein Auslegunsüberschreitender Störfall („Super-GAU“) im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi machte auf einen Schlag der Weltbevölkerung die Gefahren der Atomenergie wieder bewusst.

In Deutschland folgte ein Moratorium, das sieben Atomkraftwerke zur, zunächst vorläufigen, Stilllegung zwang und eine Umfassende Sicherheitsprüfung der übrigen Werke beinhaltete.  Und das alles nachdem die Regierung Merkel erst ein halbes Jahr vorher, gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung, eine massive Laufzeitverlängerung auf den Weg gebracht hat.

Es ist schade, dass es erst eines solchen Ereignisses bedarf, dass Schwarzgelb sich über den Interessen der Energiekonzerne hinwegsetzt und das tut was für die Menschen im Land am besten ist.  Die Anti-Atom Bewegung in Deutschland war schon lange vorher in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Der Umbau der Energieinfrastruktur ist aber auch eine Aufgabe die viel von unserer Generation abverlangen wird. Eine nachhaltigere, bessere Gesellschaft unter Beachtung der sozialen Folgen ist das Ziel einer jungen, sozialdemokratischen Politik.

Leider wird das noch nicht überall auf der Welt so gesehen. Nach Gesprächen mit Genossinen und Genossen der Schwesterorganisationen der Jusos wird schnell klar, dass zum Beispiel die Atomkraft immer noch viele Befürworter hat.

Dies sollte für uns aber kein Grund sein, von unserem Ziel abzuweichen. Deutschland hat die Möglichkeit, ein Vorbild zu werden und seine Energieversorgung komplett auf eine nachhaltige, erneuerbare und vor allem zukunftsfähige Grundlage zu stellen. Diese Chance sollten wir nutzen und mit gutem Beispiel vorangehen!