Juso-Schüler*innen-Gruppe SH

Wir sind die Juso-Schüler*innenGruppe SH und kämpfen grundsätzlich für Freiheit und Gerechtigkeit innerhalb und außerhalb der Schule, wir setzen uns konsequent für eine solidarische Gemeinschaft ein und stellen uns dabei hinter das große Ideal der Chancengerechtigkeit.

In unserem Verband sind wir zuständig für den Themenbereich Bildung und sehen uns selber als Plattform zum Austausch untereinander. Wir unterstützen aktiv die Meinungsbildung aus Sicht der “Betroffenen“ und erarbeiten in Workshops innerhalb unserer Treffen Probleme heraus und suchen nach Lösungen. Auch tauschen wir uns über aktuelle bildungspolitische Fragen und Probleme aus und diskutieren diese.

Unsere Treffen finden regelmäßig in einem Abstand von ca. sechs Wochen statt. Jede*r Juso-Schüler*in ist herzlich willkommen!!

Bei Interesse ist eure Ansprechpartner im Juso-Landesvorstand Justus Raasch:

j.raasch@jusos-sh.de

Ist der Besuch der Bundeswehr an Schulen legitim???

Als Proargumente können angeführt werden:

Die Bundesweh an Schulen ist zu befürworten. Da die Jugendoffiziere, wie Politiklehrer auch, an den Beutelsbacher Konsens gebunden sind, ist die Gefahr, dass Jugendoffiziere die Schüler politisch beeinflussen, gering. Doch nichts desto trotz möchten wir darauf hinweisen, dass Lehrkräfte beim Besuch von Jugendoffizieren die unbedingte Aufgabe haben, zu überwachen, dass der Jugendoffizier sich auch daran hält. Die umfassende Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf einen Besuch von Jugendoffizieren ist ein weiterer Schritt, den ich für wichtig halten. Wenn die genannten Punkte so durchgeführt werden, sehe ich in der Arbeit der Jugendoffiziere eine großartige Chance, dem politischen Unterricht eine neue Perspektive zu ermöglichen:

Die Perspektive der direkt Betroffenen. Daher bietet der Besuch von Jugendoffizieren an Schulen die Chance für einen anspruchsvollen Unterricht, der so vielleicht ohne den Besuch nicht möglich gewesen wäre. Die Komplexität von Außen- und Sicherheitspolitik ist derart schwerwiegend, dass sie von Lehrern oft nicht in der Gänze erarbeitet werden können. Auch ist der Besuch von Jugendoffizieren eine Möglichkeit für Schüler, Fragen zur Ethik der Bundeswehr zu stellen.

Als Gegenargumente können angeführt werden:

Es ist anzunehmen, dass oft nur ein Teilbereich geschildert wird. Dass beispielsweise Kriege auch zu Opfern aus der Zivilgesellschaft führen, könnte vernachlässigt werden, da diese in der Vergangenheit als sogenannter “Kollateralschaden“ zur Erreichung eines strategischen Ziels in Kauf genommen wurden. Somit bleibt der ethisch kritischste Punkt weiterhin unbeleuchtet, sodass ein falsches Bild vermittelt werden kann.

Grundsätzlich ist die politische Einflussnahme von vornherein gegeben, da keine Gegenposition anwesend ist, die beispielsweise gegen Kriege und Einsätze sprechen könnte. Die Bundeswehr hat Begriffe eingeführt, die eine emotionale Ebne vermeiden sollen (Kollateralschaden = u.a. zivile Opfer). Allein dies stellt eine politische Beeinflussung dar. Des weiteren ist fraglich, wie offen, ehrlich und unvoreingenommen ein Jugendoffizier die ethischen Bedenken gegenüber Bundeswehr diskutieren kann, ohne klar für die Bundeswehr zu polarisieren.

Jeder Soldat, und damit auch die (Jugend-)Offiziere, sind durch das Soldaten- und Beamtenrecht zu Loyalität ihrem Dienstherren gegenüber verpflichtet. Grade ein Offizier als Führungskraft unterliegt einer besonderen Loyalität gegenüber seinem Dienstherren. Da die Ausbildung eines Offiziers besonders darauf abzielt, eine enge Bindung an die Auftragserfüllung herzustellen, kann die Neutralität schon aus diesem Grund von einem Soldaten aus dem Fachbereich der Öffentlichkeitsarbeit nicht gewahrt werden. Parallel darf man den Jugendoffizieren nicht unterstellen, die Schüler*innen aus böser Absicht zu beeinflussen, sondern dass dies vor allem unterbewusst passiert, um oben genannten Pflichten nachzugehen.

Aus all diesen Gründen ist es nicht legitim, die Bundeswehr als alleinigen Referenten in die Schulen gehen zu lassen.

Pro: Fabian Parohl — Kontra: Katharina Harder